Feb 06

Der Klassiker.. Ohne das Wörtchen „digital“ hätte man diese Art der Kommunikation wohl auch vor der Zeit des Internets so nennen können. Ein potenzieller Kunde schreibt eine Anfrage per Mail (auch eine Art digitaler „One-to-One-Kommunikation“) und es kommt zum ersten Telefonat.
In Amerika gibt es eine Bewegung unter Hochzeitsfotografen die sich „Shoot and Share“ nennt. Dort finden sich Fotografen zusammen die alle eine ähnliche Unternehmensphilosophie vertreten. Was sich dahinter verbirgt könnt ihr hier lesen.

Einer der aktiven Fotografen der Plattform heißt Frank Donnino. Er ist Hochzeitsfotograf in Boynton Beach, Florida und hat der Gruppe aufgenommene Skype-Anrufe zur Verfügung gestellt um anderen Fotografen zu helfen. Wir bekommen hier also tolle Beispiele für „one-to-one“ Kommunikation im digitalen Zeitalter.

(Bild: Kurz vor einem Skype-Telefonat mit einem Kunden, Foto: Paul Trager Photography)

Die einzelnen Aufnahmen behandeln unterschiedliche Situationen in Kundengesprächen aber hauptsächlich geht es um das Verhalten des potenziellen Hochzeitsfotografen gegenüber dem anfragenden Kunden bis hin zum Treffen mit dem Kunden bei dem es dann zum Vertragsabschluss kommt.
Im Gespräch mit Jennifer (englisch) lässt sich gut analysieren wie der Fotograf neben dem bloßen Austausch von Informationen immer wieder auf die potentielle Kundin eingeht, sie unterstützt bei ihren Wünschen und Ideen, sie aufbaut und interessiert nachfragt. Er versucht bewusst eine emotionale Bindung herzustellen mit der Kundin. Beispielsweise mit der Frage nach dem Wohnort des Verlobten und der potentiellen Verbindung zu Franks ehemaligem Wohnort in Long Island oder auch die Frage nach der religiösen Einstellung.
Ein weiterer interessanter Aspekt war die Nachfrage: „Was hat dir an meinen Fotos gefallen? Warum hast du gerade mich angerufen?“ Das Gespräch nutzt er also direkt auch dazu Informationen zu gewinnen über sein eigenes Unternehmen und die „Unique Selling Proposition“ – also wie er sich von anderen Hochzeitsfotografen abhebt.

Fazit:

Nachdem ich mir die Audiofiles angehört habe und mit den anderen Arten der digitalen Kommunikation verglichen habe komme ich zu dem Gedanken dass es die „One-to-One-Kommunikation“ wohl die „intensivste“ Art der Kommunikation darstellt in diesem Modell. Die Verbindung zwischen Kunde und Dienstleister etabliert sich auf verbaler Ebene wesentlich schneller als beispielsweise bei digitaler „One-To-Many-Kommunikation“ via Facebook-Post, Website oder Instagram. Eine emotionale Bindung aufzubauen mit Kunden ist essenziell in der Dienstleistung der Hochzeitsfotografie weil sie Vertrauen gegenüber dem Fotografen schafft was letztendlich (so meine Vermutung) zu besseren Bildern führt.

 

Weiterführende Fragen:

Was haltet ihr von dieser Art der Kundenkommunikation? Fällt euch was auf was ihr vielleicht anders machen würdet? Erkennt ihr vielleicht sogar Unterschiede in der Art wie ein solches Gespräch in Deutschland ablaufen würde?

 

Quellen:

One-To-One Kommunikation: Fraas, C., Meier S. & Pentzol, C. (2011). Online-Kommunikation: Grundlagen, Praxisfelder und Methoden. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

Skypeaufzeichnung: Frank Donnino – Abgerufen am 06.02.2014 von http://www.donnino.com/phone/003jennifer.mp3

Comments are closed.

Powered By Wordpress - Theme Provided By Free Wordpress Themes - Phoenix college
Zur Werkzeugleiste springen