Mrz 12

Eigentlich hatte alles so schön angefangen… Nach Fraas, Meier und Pentzol hatte ich die Bereiche aufgeteilt mit denen ich mich beschäftigen wollte und hatte auch schon einzelne Beispiele hier veröffentlicht. Selbst diese Beispiele zu finden fiel mir teilweise schwer und vielleicht hätte ich das gleich ernst nehmen sollen und mich noch mal intensiver mit der Theorie auseinandersetzen müssen. Dann hätte ich vielleicht gesehen, dass sowohl die Synchronität als auch die Anzahl der Kommunikationsteilnehmer und die damit verbundenen Eigenschaften gar nicht das sind was die Dienstleistung Hochzeitsfotografie wirklich ausmacht. Also hab ich noch mal genauer nachgeforscht und möchte nun einen Schritt „zurück“ gehen um diese einzigartige Dienstleistung einzuordnen.

Zunächst hier eine kleine eigene Übersicht der Thematik:

Bild: Eigene Darstellung – Parameter der Computervermittelten Kommunikation

 

Die dargestellte Grafik ist eine Übersicht über die einzelnen Bereiche der computervermittelten Kommunikation (CvK). Quellen für die Darstellung waren Hesse & Schwan, 2005; Joinson, 2003; Hartmann, 2004 und Beck,2006. Wenn man dieser Grafik folgt hatte ich mich bis jetzt auf nur 2 der 10 Elemente beschränkt. Auf „Zahl der Sender/Empfänger“ und auf die Zeitdimensionen auf die ich aber auch nicht näher eingegangen bin. Das erinnert mich sofort an die die Anfänge der Forschung zur computervermittelter Kommunikation: Dort wurde CvK erst nur einmal grundsätzlich als beschränkte/defizitäre Version der Face2Face-Kommunikation eingeordnet aufgrund der Tatsache dass bei textbasierter Kommunikation nur wenige Wahrnehmungskanäle angesprochen werden. So tat es beispielsweise Mettler-Meiborn (1990) in seiner Theorie der Kanalreduktion. Diese Theorie erweist sich allerdings aufgrund technischer Entwicklungen und einem veränderten Nutzerverhalten als zu eng gefasst. So entstand bereits in den 1980er Jahren auf der Plattform IRC (Internet Relay Chat) eine Vielzahl von Gefühlsäußerungen (beispielsweise „Smileys“) die durch Zeichen ausgedrückt wurden um damit eigene Gefühle darzustellen.

Im folgenden möchte ich die einzelnen Kategorien kurz vorstellen um dann einen weiteren Ausblick zu geben welche in der CvK der Hochzeitsfotografie eine besondere Rolle spielen.

  • Zeitdimension: Die Zeitdimension beschreibt zwei Grundarten der CvK – Synchrone Kommunikation vs. Asynchrone Kommunikation
  • Zahl der Empfänger/Sender: Hier stehen die unterschiedlichen Konstellationen zwischen Sendern und Empfängern im Vordergrund: one to one, one to few, one to many, many to many (alle noch mal mit Link zum nachlesen :))
  • Symbolsystem: Für das Symbolsystem habt ihr in der letzten Zeile ein Beispiel lesen können: Einen Smiley oder auch Emoticon genannt. 😉
  • Modus: Modus beschreibt den jeweiligen Kommunikationsträger – beispielsweise Schrift, Sprache oder Video
  • Bandbreite und Kosten: Darunter versteht man eine Einschränkung der CvK durch Beschränkungen seitens der technischen oder vertraglichen Gegebenheiten. Mit einer 500MB Datenflatrate kann man beispielsweise nur begrenzt HD Videos seiner Freunde auf Facebook rezipieren.
  • Nutzungsmechanismen: Hier unterscheidet man zwischen Angebots- und Nachfragegetriebenem Nutzungsverhalten
  • Informationsfluss: Eigentlich sehr ähnlich zum „Zahl der Empfänger/Sender – Prinzip“, nur dass hier die Information im Mittelpunkt steht und nicht der Nutzer
  • Öffentlichkeitsgrad: Der Begriff erklärt sich eigentlich von selbst. Gefragt wird nach dem Grad der Öffentlichkeit der Kommunikation. Grundsätzlich wird zwischen persönlich, geschlossene Gruppe und öffentlich differenziert.
  • Personalisierungsgrad: Ähnlich dem Öffentlichkeitsgrad wird in Kategorien beschrieben ob der Nutzer anonym bleibt oder identifizierbar auftritt
  • Kopräsenz: Computervermittelte Kommunikation kann entweder isoliert oder kopräsent auftreten. Beispielsweise Posts über einen einzelnen Themenbereich versus Newsfeed in dem alle Posts unsortiert auftreten.

 

Nun ist die Frage wie das eigentlich in der Praxis der Hochzeitsfotografie aussieht? Welche dieser Parameter treten in besonderer Weise auf wenn es um die Computervermittelte Kommunikation in dieser Branche geht?
Das steht im Fokus der weiteren Untersuchungen und Gesprächen mit Fotografen.

Quellen: 

Beck, K. (2006). Computervermittelte Kommunikation im Internet. München: Oldenbourg.

Hesse, F. W. & Schwan, S. (2005). Einführung in die Medien- und Kommunikationspsychologie. URL: http://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/medienpsychologie/hesse-schwan.pdf.pdf 
(Abgerufen am 12.03.2014)

Joinson, A. (2003). Understanding the psychology of Internet behaviour: Virtual worlds,
real lives. Houndmills: Palgrave Macmillan. 

Hartmann, T. (2004). Computervermittelte Kommunikation In: R. Mangold; P. Vorderer & G. Bente (Hrsg.), Lehrbuch der Medienpsychologie. Göttingen: Hogrefe Verlag, 673-693 

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