Feb 12

(Bild: Shoot and Share Modell. Abgerufen am 12.02.2014 auf http://shootandshare.com/)

„Shoot and Share“ heißt so viel wie: „Fotografieren und teilen“ und bezeichnet ein Amerikanisches Geschäftsmodell innerhalb der Fotografie als Dienstleistung.
Die Grundidee ist relativ simpel und setzt digitale Kommunikation voraus:

Das Modell bezieht sich zunächst auf die Idee mithilfe des digitalen Zeitalters das ursprüngliche Geschäftsmodell des Fotografen aufzubrechen und den Fokus der Dienstleistung zu ändern. Durch digitale Kommunikation und die uns zugänglichen Mittel sind wir in der Lage die Dienstleistung des Fotografierens in den Vordergrund zu rücken und eine Wertverschiebung einzuleiten. Während früher einzelne Bilder von Kunden gekauft wurden und die restlichen Bilder auf der Festplatte oder im Archiv des Fotografen versauerte, werden nun nicht die einzelnen Bilder gehandelt sondern die komplette Dienstleistung. Hierbei werden die fertig bearbeiteten Bilder mithilfe einer eigenen Plattform namens „PASS“ in einzelne Galerien hochgeladen. Der Kunde kann darüber Favoriten markieren, Bilder teilen in sozialen Netzwerken, via Link mit anderen Hochzeitsgästen und Freunden, die Bilder herunterladen und Prints bestellen. Der Schwerpunkt liegt hierbei aber eben nicht darauf einzelne Bilder teuer printen zu lassen sondern dem Kunden die Freiheit zu lassen die Bilder nach Belieben zu nutzen. Der entscheidende Vorteil für den Fotografen: Kunden wird es mittels digitaler Kommunikation immens vereinfacht das Produkt des Fotografen mit weiteren potentiellen Kunden zu teilen ohne dass der Fotograf etwas dazutun muss. Der Werbeeffekt für den Dienstleister ist quasi kostenfrei und es werden wesentlich mehr potentielle Kunden erreicht als mit einem ausgedruckten Bild.

(Bild: PASS Online Galerie von Paul Trager Photography)

Fazit: Das Konzept erfreut sich bereits in Amerika großer Beliebtheit und findet mittlerweile auch in Europa eine wachsende Fangemeinde. Der Fokus liegt auf der Nutzung digitaler Kommunikation um die Dienstleistung an sich in den Vordergrund zu stellen und Kunden für sich werben zu lassen.

Hier noch eine Karte mit der Verteilung der „Shoot and Share Fotografen“ in Nordamerika und Europa:

(Bild: Verteilung der Shoot and Share Fotografen in Nordamerika, Europa und Nordafrika – (http://shootandshare.com/map)

Weiterführende Fragen: Was haltet ihr von diesem Geschäftskonzept? Hat es Zukunft oder sollte man doch lieber einzelne Bilder verkaufen?

 Quellen:

Bild: Bild: Shoot and Share Modell. Abgerufen am 12.02.2014 von http://shootandshare.com/map
Bild: Verteilung der Shoot and Share Fotografen in Nordamerika, Europa und Nordafrika. Abgerufen am 12.02.2014 von http://shootandshare.com/map

Feb 08

(Bild: E-Mail Verkehr nach einer Anfrage für eine Dienstleistung als Hochzeitsfotograf, eigene Darstellung)

Hierbei habe ich mich ein bisschen schwer getan Beispiele zu finden da gerade im Bereich der Hochzeitsfotografie liegen die Schwerpunkte eher auf digitaler One-to-One-Kommunikation und One-To-Many-Kommunikation. Doch dann erinnerte ich mich daran dass gerade der Mailverkehr in der Hochzeitsfotografie oft genau in diese Kategorie fällt. Nämlich wenn ein Brautpaar gemeinsam bei einem Hochzeitsfotografen anfragt. Dazu hier ein Beispiel:

Die Strategie des Dienstleisters unterscheidet sich hierbei nur unwesentlich vom Beispiel der One-To-One-Kommunikation mit dem potenziellen Kunden. Das primäre Ziel ist natürlich die Informationsvermittlung aber es wird auch versucht Barrieren durch Höflichkeit schnellstmöglich zu überwinden. Hier zu sehen durch den Versuch sein Gegenüber auch per Mail zu duzen und die Mail aufzulockern durch leichte Sprache, Emoticons und positiven Ausdruck.

Feb 06

Digitale „One to One“ Kommunikation in der Hochzeitsfotografie

Arten von digitaler Kommunikation, Digitale Kommunikation Kommentare deaktiviert für Digitale „One to One“ Kommunikation in der Hochzeitsfotografie

Der Klassiker.. Ohne das Wörtchen „digital“ hätte man diese Art der Kommunikation wohl auch vor der Zeit des Internets so nennen können. Ein potenzieller Kunde schreibt eine Anfrage per Mail (auch eine Art digitaler „One-to-One-Kommunikation“) und es kommt zum ersten Telefonat.
In Amerika gibt es eine Bewegung unter Hochzeitsfotografen die sich „Shoot and Share“ nennt. Dort finden sich Fotografen zusammen die alle eine ähnliche Unternehmensphilosophie vertreten. Was sich dahinter verbirgt könnt ihr hier lesen.

Einer der aktiven Fotografen der Plattform heißt Frank Donnino. Er ist Hochzeitsfotograf in Boynton Beach, Florida und hat der Gruppe aufgenommene Skype-Anrufe zur Verfügung gestellt um anderen Fotografen zu helfen. Wir bekommen hier also tolle Beispiele für „one-to-one“ Kommunikation im digitalen Zeitalter.

(Bild: Kurz vor einem Skype-Telefonat mit einem Kunden, Foto: Paul Trager Photography)

Die einzelnen Aufnahmen behandeln unterschiedliche Situationen in Kundengesprächen aber hauptsächlich geht es um das Verhalten des potenziellen Hochzeitsfotografen gegenüber dem anfragenden Kunden bis hin zum Treffen mit dem Kunden bei dem es dann zum Vertragsabschluss kommt.
Im Gespräch mit Jennifer (englisch) lässt sich gut analysieren wie der Fotograf neben dem bloßen Austausch von Informationen immer wieder auf die potentielle Kundin eingeht, sie unterstützt bei ihren Wünschen und Ideen, sie aufbaut und interessiert nachfragt. Er versucht bewusst eine emotionale Bindung herzustellen mit der Kundin. Beispielsweise mit der Frage nach dem Wohnort des Verlobten und der potentiellen Verbindung zu Franks ehemaligem Wohnort in Long Island oder auch die Frage nach der religiösen Einstellung.
Ein weiterer interessanter Aspekt war die Nachfrage: „Was hat dir an meinen Fotos gefallen? Warum hast du gerade mich angerufen?“ Das Gespräch nutzt er also direkt auch dazu Informationen zu gewinnen über sein eigenes Unternehmen und die „Unique Selling Proposition“ – also wie er sich von anderen Hochzeitsfotografen abhebt.

Fazit:

Nachdem ich mir die Audiofiles angehört habe und mit den anderen Arten der digitalen Kommunikation verglichen habe komme ich zu dem Gedanken dass es die „One-to-One-Kommunikation“ wohl die „intensivste“ Art der Kommunikation darstellt in diesem Modell. Die Verbindung zwischen Kunde und Dienstleister etabliert sich auf verbaler Ebene wesentlich schneller als beispielsweise bei digitaler „One-To-Many-Kommunikation“ via Facebook-Post, Website oder Instagram. Eine emotionale Bindung aufzubauen mit Kunden ist essenziell in der Dienstleistung der Hochzeitsfotografie weil sie Vertrauen gegenüber dem Fotografen schafft was letztendlich (so meine Vermutung) zu besseren Bildern führt.

 

Weiterführende Fragen:

Was haltet ihr von dieser Art der Kundenkommunikation? Fällt euch was auf was ihr vielleicht anders machen würdet? Erkennt ihr vielleicht sogar Unterschiede in der Art wie ein solches Gespräch in Deutschland ablaufen würde?

 

Quellen:

One-To-One Kommunikation: Fraas, C., Meier S. & Pentzol, C. (2011). Online-Kommunikation: Grundlagen, Praxisfelder und Methoden. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

Skypeaufzeichnung: Frank Donnino – Abgerufen am 06.02.2014 von http://www.donnino.com/phone/003jennifer.mp3

Jan 16

Digikomm 2014 – Worum geht‘s?

Allgemein, Digitale Kommunikation Kommentare deaktiviert für Digikomm 2014 – Worum geht‘s?

Dieser und die folgenden Beiträge beschäftigen sich mit dem Einfluss digitaler Kommunikation auf unser Leben aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht.
Die Dienstleistung der Hochzeitsfotografie soll dabei im Fokus stehen. Diese hat sich durch digitale Kommunikation in den letzten Jahren grundsätzlich gewandelt. Ich selbst bin als Hochzeitsfotograf OHNE ein eigentliches Studio oder einen Laden in einer Fußgänger Zone das beste Beispiel dafür.

Diesen Wandel möchte ich in den folgenden Beiträgen näher betrachten. Hierzu möchte ich mithilfe einer Fallstudie den Workflow eines regional ansässigen Fotostudios vergleichen mit Kommunikationsprozessen meines eigenen Unternehmens. Dadurch sollen abseits des Wandels sowohl Unterschiede als auch weiterführende Entwicklungen im Bereich der digitalen Hochzeitsfotografie dargestellt werden.

Die „Learning Community“ besteht in diesem Fall etwas ungewöhnlich aus dem Fotostammtisch Ilmenau. Eine Gruppe von jungen Männern und Frauen die sich jede Woche trifft um sich mit dem Thema der Fotografie auseinanderzusetzen. Die Mitglieder haben dabei unterschiedlichste Hintergründe. Darunter sind selbstständige Fotografen und Hobbyknipser aus allen Bereichen der Fotografie. Weiterhin existiert eine lebendige Facebook Community in der wir uns austauschen. Ich werde dort meine Ergebnisse präsentieren und zur Diskussion stellen. Ich werde die Community mit Problemen konfrontieren die sich während meiner Recherche ergeben und hoffentlich neue Sichtweisen auf die Thematik erhalten.

Anfangen möchte ich mit Fragen die ich sowohl mir selbst als auch der Community stelle und versuche sie im späteren Verlauf ausführlich zu beantworten:

Wie definiert sich eigentlich digitale Kommunikation?

Seit wann gibt es digitale Kommunikation in der Hochzeitsfotografie? Wie funktionierte die Dienstleistung vorher?

Wo spielt digitale Kommunikation heute eine Rolle in der Dienstleistung der Hochzeitsfotografie?

Die erste Frage die ich euch stellen will: Welche Schlagwörter fallen euch ein wenn es um digitale Kommunikation zum Thema Hochzeitsfotografie heute geht? Wo holt ihr euch Tipps, Inspiration, welche Strukturen gibt es, Trends, Workflows, Mittel und Wege zu kommunizieren – mit Kunden, Kollegen? Einfach rein in die Kommentare damit, DANKE! 😀

Damit wir alle ein bisschen besser verstehen was digitale Kommunikation überhaupt ist gibt‘s hier eine kleine Einführung.

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