Übersicht: Mobile Marketing II

Mobile Marketing Instrumente
Die folgende Übersicht der Instrumente des Mobile Marketings stammt aus dem Buch “Mobile Marketing: Wie Sie Kunden direkt erreichen” von Alexander Oswald und Gerald Tauchner [1]. Es wurde bereits im Jahr 2005 veröffentlich und ist dementsprechend eine ältere Quelle. Die Instrumente haben sich seitdem etwas verändert bzw. es sind einige dazu gekommen, aber darauf wird an anderer Stelle eingegangen.

Quelle Grafik: eigene Darstellung

  • SMS ohne Response: SMS-Werbebotschaften, auf die der Empfänger nicht reagieren kann. Eignet sich für einen festen Kundenstamm (S.84).
  • SMS mit Response: SMS-Nachrichten mit Reaktionsmöglichkeiten (z.B. per SMS weitere Produktinformationen anfordern) als Kommunikationsmittel zwischen Unternehmen und Kunde (S.84).
  • MMS ohne/mit Respone: Dasselbe Prinzip wie bei der SMS ohne/mit Response, nur dass eine Mulitmediadatei versendet wird (S. 85-86).

→ SMS und MMS Marketing wird in einem späteren Blogartikel noch genauer beschrieben.

  • Mobile Werbefläche: Am Ende jeder SMS steht ein Satz wie “powered by” oder “Diesen Videoclip widmet Ihnen”.  Bei dieser Form der Werbung erwartet der Kunde jedoch eine Gegenleistung, typisch ist zum Beispiel die gratis Nutzung des SMS-Services (S.86).
  • Mobile Datendienste:  Für diese Dienste muss sich der Kunde via Call-Center oder Internet anmelden. Beispiele: Verkehrs-Info-Service, Wetterdienst, Horoskop-Dienst. (S.87)
    • Anmerkung: Hier ist erstmals das Alter der Quelle zu erkennen. Diese Services wird es zwar noch geben, allerdings wird sie die Mehrheit der Handynutzer nicht mehr verwenden und stattdessen die Informationen aus dem mobilen Internet (oder via App) beziehen.
  • Mobile Gewinnspiele: Die Kampagnen werden in Radio-, TV-Spots oder auf Plakaten oder Verpackungen beworben. Das Prinzip: Die Teilnehmer müssen die richtige Antwort einer Quizfrage an eine bestimmte Nummer SMSen. Die Response für den Anbieter ist sofort da und die Kosten der Kampagne können im Rahmen einer Mehrwertnummer refinanziert werden (S.87-88).
  • Mobile Spiele: Im Jahr 2005 gab es zwei Varianten mobiler Spiele. Das SMS-Spiel und das Download-Spiel.
    • SMS: Als Beispiel nennen die Autoren ein SMS Spiel aus Österreich zur Quizshow “Wer wird Millionär”. Dazu musste der Spieler in einer gewissen Zeit 15 Fragen per SMS beantworten. Der Spieler, der am schnellsten die Fragen beantwortet hat, erhielt eine Million Cent als Gewinn (S.88-89).
    • Download: Das Computerspiel Moorhuhn, welches als Werbung für Johnnie Walker entwickelt wurde, wird von den Autoren als Beispiel für mobile Spiele genannt, da sich um das Spiel eine Community entwickelt hat. Es entstanden Foren, Communities und Webseiten (S.89-90).
      • Anmerkung I: Der Erfolg dieses Spiel ist sicherlich nicht abzustreiten und das schottische Whisky-Label hat durch dieses Spiel profitiert, den Zusammenhang zum Mobile Marketing sehe ich jedoch nicht.
      • Anmerkung II: Hier sind die besten Handy-Games aus dem Jahr 2005 zu finden. Es interessant, wie sich alles mit der Zeit verändert. Aber darauf wird Sevi wahrscheinlich noch eingehen, wenn sie das Thema Apps vorstellt.
    • Mobile Couponing: Per SMS oder MMS wird ein Gutschein für ein Produkt versendet. Alternative: Gutschein wird erst versand, wenn der Empfänger auf die Werbe-SMS antwortet.  Der Gutschein lag im Jahr 2005 als Zahlencode oder als Matrix in der SMS vor. Ziel: Kundenbindung! (S.90)
    • Mobile Ticketing: Eine SMS, in der ein Zahlencode enthalten ist, dient als Eintrittskarte für unterschiedlichste Events. Das Ticket kann per Handy gekauft und per Handyrechnung bezahlt werden. Anstatt eines Zahlencodes kann auch ein zweidimentsionaler Matrixcode per SMS/MMS/WAP… übertragen werden. Dieser wird dann beim Eintritt eingescannt und dient als Eintrittskarte (S.92-93).
      • Anmerkung: Der Vorläufer der QR-Codes?! Hier allerdings noch mit anderer Zielsetzung. (-> Artikel über QR-Codes folgt!)
    • Mobile Newsletter: Funktioniert wie ein klassischer Newsletter und bietet dem Kunden Produktinformationen. Er enthält manchmal Coupons, um dem Kunden zum Point-of-Sale zu locken (S.95).
    • Mobile Communities: Mithilfe gleicher Zielgruppeninteressen können Communities aufgebaut werden, deren Mitglieder sich über eine Chat-Funktion austauschen können. Das Mobile Marketing kann so gezielt eine Zielgruppe ansprechen (S.97).
      • Anmerkung: Davon habe ich noch nie etwas gehört und mir fällt  kein passendes, aktuelles Beispiel ein.
    • Mobile Voting: Der Zuschauer erhält die Möglichkeit bei einer Castingshow für oder gegen einen Kandidaten zu stimmen, indem er eine SMS an die TV-Show schickt. Meistens können Preise gewonnen werden, die sich durch die Aktion selber finanzieren, da die SMS an eine Mehrwertnummer geschickt werden (S.97) .
      • Anmerkung: Dieses Konzept findet in TV-Shows noch sehr häufig Anwendung.
    • Mobile Meinungsforschung/Mobile Blitzumfragen: Befragung per SMS. Sinnvoll, wenn eine sofortige Antwort benötigt wird (S.100-102).
      • Anmerkung: Mit diesem Instrument bin ich bisher noch nicht in Berührung gekommen. Dies kann allerdings den einfachen Grund haben, dass sich der Teilnehmer vorher für Umfragen anmelden muss.
    • Videostreams: Der Transfer einer Videodatei auf das Handy oder das Abspielen eines Videos auf einem Video-on-Demand Portal (S.102).
      • Anmerkung: Diesem Instrument wird in dem Buch nur ein kurzer Abschnitt gewidmet. Dies könnte daran liegen, dass das Konsumieren eines Videos erst mit Aufkommen des Smartphones attraktiv wurde. Dies liegt wiederum  an den nun verfügbaren größeren Displays.

Mit dieser Übersicht möchte ich zeigen, dass es nicht erst seit dem Aufkommen des Smartphones Mobile Marketing Instrumente, wie zum Beispiel Mobile Games, gibt, sondern dass diese früher schon existierten. Ich habe allerdings im Jahr 2005 mein Handy lediglich zum Telefonieren und SMS schreiben verwendet und kannte keine dieser Marketingmaßnahmen oder habe gar an ihnen teilgenommen. Ich denke, dass es vielen ebenso geht und sich das Bewusstsein für diese Instrumente langsam ändert und erst jetzt immer mehr Nutzer darauf aufmerksam werden. Dies zeigt auch den Wandel der digitalen Kommunikation. “Früher” hat der Otto-Normalverbraucher nur mit Freunden und Bekannten digital über sein Handy kommuniziert, nun nutzen diese Form der Kommunikation auch Unternehmen, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Doch nun habe ich schon etwas voraus genommen: 

Ist Mobile Marketing überhaupt digitale Kommunikation?
Ja! Weil…

…. Kommunikation über mobile Endgeräte computervermittelte Kommunikation ist. Da Mobile Marketing die Kommunikation zwischen einem Produkthersteller/Dienstleister und einem Kunden über mobile Endgeräte ist, handelt es sich bei Mobile Marketing um ein Marketinginstrument, welches auf digitaler Kommunikation basiert. Somit profitiert das Marketing bzw. ein Unternehmen von den  den technischen Möglichkeiten digitaler Kommunikation.

Visibility im Web
Als ich die Ziele für Mobile Marketing recherchiert habe, ist mir aufgefallen, dass Mobile Marketing hauptsächlich zur Kundengewinnung, -bindung, Markenbildung und dem Verkauf genutzt wird. Dies ist laut der Defintion von Visibility im Web ebenfalls das Ziel, warum Unternehmen im Internet gefunden werden wollen. Allerdings ist hier die Plattform das Internet (Visibility im Web). Dies muss, nach meinem jetztigen Verständnis, bei Mobile Marketing nicht der Fall sein. Die Markenbildung kann zum Beispiel ebenfalls mittels eines Mobile Games erfolgen. Ich bin also gespannt, ob sich Mobile Marketing im Laufe meiner Arbeit doch noch als Maßnahme zum Erreichen von Visibility im Web herausstellt. 

What’s next?
Bevor ich mit der genaueren Betrachtung der Instrumente “SMS-/MMS-Marketing” und “QR-Codes” beginne, möchte ich zuerst noch einen Blick auf die Nutzungszahlen von mobilen Endgeräten und dem mobilen Internet werfen. Dies soll Aufschluss darüber geben, ob es überhaupt sinnvoll ist Mobile Marketing zu betreiben oder ob man die potenziellen Kunden nicht mobil erreichen kann.

Quellen:
[1] Oswald, A, Tauchner, G. (2005) Mobile Marketing. Wie Sie Kunden direkt erreichen.
Instrumente – Ausstattung – Kosten – Kampagnenbeispiele – rechtliche
Rahmenbedingungen. Wien: Linde

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5 Responses to Übersicht: Mobile Marketing II

  1. Pingback: SMS-/MMS-Marketing | Changement

  2. Avatar of sevi sevi says:

    dieser Artikel ist fast identisch mit meinem, was aber nur dafür spricht, dass wir uns wunderbar abgesprochen haben, was die Ziele der Inhalte seien sollen. Da wir momentan noch die gleichen Subthemen bearbeiten, lässt es sich nicht vermeiden, dass wir auf die gleichen Quellen zurückgreifen und es mehrere Überschneidungen dabei gibt. Die Literatur zu diesem Thema ist übersichtlich.

    [Antwort]

  3. Avatar of sevi sevi says:

    du hast mich ja gefragt, ob ich eventuell Studien zur Reaktanz von Werbung gefunden habe. ich empfehle dir bei media-perspektiven.de mal nach passenden Studien zu schauen. Vielleicht steht in dieser Studie was zum Thema: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/01-2010_ARD-Forschungsdienst.pdf

    [Antwort]

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  5. Pingback: Blogbuch » Episode VI – Fazit

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