Nachdem ich in meinen letzten Artikeln die Grundlage für Mobile Marketing gelegt habe, möchte ich nun ein Mobile Marketing – Instrument genauer betrachten: Das SMS-/MMS-Marketing. Wie ich bereits in meinem zweiten Übersichtsartikel geschrieben habe, handelt es sich bei SMS-/MMS-Marketing um Werbebotschaften, die auf das Handy eines Kunden versandt werden.
Den ersten Einstieg in das Thema habe ich mithilfe von „Follow me! Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co.“ von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour [1] gemacht. Die wichtigsten Erkenntnisse möchte ich hier kurz zusammenfassen. Ergänzt wird der Überblick von aktuellen Nutzungszahlen von SMS und MMS.
Die Anfänge von Mobile Marketing beschränkten sich nur auf Textnachrichten, also auf den Versand von SMS an Kunden. Mit dem Aufkommen neuer Technik kam dann die MMS Werbung hinzu. Hier standen die Kunden aber häufig vor dem Problem, dass ihnen die Nachricht nicht richtig im Display angezeigt werden konnte. Dieses Problem kann nun dank Apps umgangen werden. Trotzdem sind die Autoren [1, S.358] der Meinung, das gerade SMS Marketing weiterhin ein sinnvolles Instrument ist. Dies erklären sie mit der Tatsache, dass ein Großteil der Menschen das Handy hauptsächlich immer noch zum Empfangen und Versenden von SMS verwendet. Deswegen habe ich einen Blick auf die aktuellen Nutzungszahlen von SMS und MMS geworfen:
Der Hightech-Verand BITKOM hat auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur am 15.Mai 2011 die Pressemitteilung veröffentlicht, dass SMS beliebt wie nie zuvor sind [2]. Es werden rund 80.000 SMS pro Minute in Deutschland verschickt und im Schnitt verschickt jeder Deutsche über 500 Kurznachrichten pro Jahr. „Die SMS ist kein Auslaufmodell, sondern wird als Kommunikationsmittel immer beliebter“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Eine SMS ist schnell geschrieben und ihr Versand ist unkompliziert sowie preiswert. Zudem haben die meisten Menschen das Handy immer dabei [2].
Die folgende Grafik, ebenfalls von BITKOM, verdeutlicht noch einmal den Erfolgszug der SMS:

Die MMS Nutzung hingegen stagniert laut den Dialog Consult-/Vatm- Analysen [3, S.24] auf geringem Niveau:
2009: 0,54 Mio. Nachrichten pro Tag
2010: 0,52 Mio. Nachrichten pro Tag
2011: 0,51 Mio. Nachrichten pro Tag (Schätzung)
Die Nutzungszahlen von SMS sind demnach immer noch in einem Aufwärtstrend. Die Nutzungszahlen von MMS hingegen sind im Vergleich zur SMS verschwindend gering. [Persönliche Vermutung]: Dies könnte daran liegen, dass der SMS Versand günstiger ist als der MMS Versand (zudem haben viele eine SMS Flatrate) und es auch oft nicht notwendig ist eine Multimediadatei zu versenden. Und wenn dies doch gemacht wird, dann eher über das Mobile Web via Email oder direkt in einem Social Netzwerk. [/Persönliche Vermutung Ende]
Die Autoren Grabs und Bannour [1] empfehlen die Zielgruppen, die ein Unternehmen bisher gut über SMS erreichen konnten, weiterhin über SMS zu kontaktieren. Außerdem erreicht ein Unternehmen per SMS auch die Kunden, die nicht aufs Mobile Web zugreifen können/wollen oder sich auf dem Handy keine Apss installieren. Eine SMS jedoch kommt immer an! [1, S.358]
Wofür eignen sich SMS?
• Rabatte,
• Gutscheine
• und Preisvorteile
Mithilfe von SMS Marketing kann man dem Kunden Angebote zukommen lassen und ihn damit locken. Zusätzlich kann ein Unternehmen via SMS Kundenfeedback einholen. So ist es bei Telekommunikationsanbietern üblich, ihren Neukunden eine SMS zu schicken und zu fragen, ob diese mit dem Service und der Abwicklung zufrieden waren [1, S.359].
Dieses Werbevideo von LocalDirect zeigt wie ein Barbesitzer Gutscheine sinnvoll anwenden kann, um an einem leeren Abend seine Bar zu füllen:
[4] Local Direct
Wofür eignen sich SMS nicht?
Für den Markenaufbau und das Markenimage ist die SMS Werbung aufgrund des Platzmangels und des Formats nicht geeignet [1, S.359].
Was zu beachten ist:
Um SMS Marketing nutzen zu können, müssen sich die interessierten Kunden bei dem Service anmelden. Es darf keine Massenausendung ohne Einverständniserklärung erfolgen. Des Weiteren wäre dies nicht sinnvoll, da hohe Streuverluste zu erwarten sind und die Kunden unerwartete Werbe-SMS als Spam empfinden [1, S.359]. Eine solche Aktion würde also eher das Gegenteil erreichen, denn die Kunden würden Reaktanz zeigen und sich von dem Produkt abwenden.
Fazit:
Unternehmen sollten weiter auf SMS Marketing setzen, da sie so ebenfalls die Kunden erreichen, die kein Smartphone verwenden. MMS Marketing sollte hingegen durch Apps ersetzt werden.
What’s next?
Als nächstes möchte ich einen kurzen Einblick geben, wie SMS Werbung funktioniert. Dann erzähle ich aus meinem Leben – habe ich bisher SMS Marketing verwendet, wie schätze ich die Technologie ein. Als letztes möchte ich einige Kampagnen vorstellen.
Quellen:
[1] Grabs, A., Bannour, K.-P., (2011). Follow me! Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co. Bonn: Galileo Press
[2] Bitkom (2011). SMS beliebt wie nie zuvor. Abgerufen am 06.01.12 von http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64046_67951.aspx
[3] DIALOG CONSULT, VATM (2011). 13. gemeinsame TK-Marktanalyse 2011. Abgerufen am 15.01.12 von www.vatm.de/fileadmin/…/2011-10-27_TK-Marktstudie-2011.pdf
[4] LocalDirectLtd (2011). LocalDirect. Abgerufen am 15.01.12 von http://www.youtube.com/watch?v=ohtoNkyCiAY
interessant finde ich deine Vermutung, warum MMS weniger gebraucht wird als SMS. Ich stimme dir zu und möchte weiter ergänzen, dass es vielen gar nicht möglich ist, eine MMS zu versenden. Ich z.B. kann momentan keine MMS versenden, da ich mir eine neue Sim-Karte zugelegt habe und der Versand von MMS erst freigeschaltet werden muss. Da ich noch keine Zeit gefunden habe und ich auch nicht weiß, wie ich diese Funktion freischalten kann, bleibt das MMS-Schreiben für mich vorerst tabu
Selbst wenn ich MMS versenden könnte, würde ich diesen Dienst selten in Anspruch nehmen. Der Kostenfaktor spielt dabei eine große Rolle. Ich persönlich habe nur dann eine MMS verschickt, wenn es ein Bildmotiv gab, was ich unbedingt einer Person zukommen lassen wollte.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die erste MMS mein Handy erreicht hat und ich voller Spannung nachgeschaut habe, was der Inhalt wohl sei. Natürlich war es Werbung seitens meines Netzanbieters. Ich persönlich kann von mir behaupten, dass mich diese Art der Werbung nicht beeindruckt oder beeinflusst hat. Mich konnte man noch nie mit billigen Angeboten locken, ob per SMS, MMS oder anderweitig. Wiederrum denke ich aber, dass diese Form von Mobile Marketing viele Handynutzer anspricht. Gerade Nutzer mit Vertrag dürften darüber erfreut sein, wenn der jeweilige Anbieter ihnen eine SMS oder MMS mit den neuesten Tarifen zukommen lässt.
[Antwort]
Anja Antwort vom Januar 18th, 2012 16:49:
Mit deiner Vermutung wirst du Recht haben! Darüber wollte ich auch noch einen eigenen Eintrag schreiben. Also über meine Wahrnehmung von SMS- und MMS-Marketing. Aber ich kann hier schon so viel verraten, dass ich noch nie eine MMS auf meinem Handy empfangen habe! Ich weiß, dass ich das auch irgendwie freischalten muss und das habe ich nie gemacht. Auf mein altes Handy habe ich mal eine MMS bekommen, aber das war dann nur eine SMS, in der Stand, dass ich eine MMS bekommen hätte, die ich nun über meinen Netzbetreiber im Internet abrufen könnte.. So ist dann natürlich der ganze Spaß verloren.. Und vor noch gar nicht so langer Zeit wollte ich dann selber mal eine MMS mit meinem Smartphone verschicken und das einzige, an das ich mich erinnern kann, ist das es eine Fehlermeldung gab…
[Antwort]
Ich kann mich dem vorherigen Kommentar auf jeden Fall anschließen: ich verwende den MMS-Dienst ebenfalls nicht aus Kostengründen. Auch habe ich mit MMS die Erfahrung gemacht, dass ich – obwohl das Handy MMS-tauglich ist – eine SMS erhalten habe, in der ein Link stand, auf dem ich die MMS dann abrufen kann. Dahingehend ist es mir auch zu viel Aufwand, wenn ich, um eine Nachricht lesen zu können oder ein Bild anschauen zu können, erst noch ins Internet muss. Dafür habe ich doch kein Handy, wenn das unterwegs nicht möglich ist – obwohl das Handy dies eigentlich können sollte.
Bei mir wäre ich mir auch nicht sicher, wenn ich mich dazu bereit erklären würde, Werbe-SMS zu empfangen, ob ich nicht nach einiger Zeit – je nachdem, wie häufig ich dann nette Kauf-Angebote erhalte – davon auch genervt wäre und den Dienst dann auch schnell wieder abbestellen würde. Z.B. Wenn ich gerade einen neuen Handy-Vertrag abgeschlossen habe, möchte ich nicht über jede Neuigkeit informiert werden, wenn ich doch gerade gar nicht darüber nachdenke, den Vertrag zu kündigen/ändern.
Also ich bleibe gerne den SMS treu, da weiß ich, was ich habe und wenn es wirklich wichtige Bilder gibt, die ich versenden will, kann ich das dann auch in Ruhe per Mail tun
[Antwort]
Interessant, dass das so ein großer Markt sein soll. Ich selbst bekomme nur ab und an Werbe-SMS von meinem Netzbetreiber und die fordere ich in dem Sinne ja nicht explizit an (würde sie viel lieber irgendwie abbestellen können
).
Allerdings habe ich es aber auch schon erlebt, dass die von dir angesprochenen mobilen Gutscheine in der Praxis nicht einsetzbar waren. Der Zusatznutzen dieser Angebote ist also tatsächlich fraglich.
[Antwort]
Finde ich wirklich sehr interessant, zumal ich mir über SMS Marketing im täglichen Alltag bisher wenige Gedanken gemacht habe und das ganze Konzept “MMS” völligst an mir vorbei gegangen ist. Erst hatte ich kein Handy, mit dem das funktioniert hätte und dann hatte ich gleich ein Smartphone, auf dem die Dinger völlig überflüssig sind…
Besonderes Lob für die Struktur des Beitrags…”Wofür geeignet? Wofür nicht geeignet?” Das müsste ich bei meinem Blog wahrscheinlich auch mal übersichtlicher machen.
Achso, und bei der Umfrage habe ich “Nein” angekreuzt.
[Antwort]
Erst diese Woche habe ich meine letzte MMS versandt. Aber nur, weil die Empfänger einfach eher mal aufs Handy schauen statt im Internet und die Nachricht zeitnah gelesen werden sollte. Sonst verwende ich MMS auch selten. Ich erinnere mich an eine erhaltene MMS, die einen wirklich interessantes Bild mitlieferte, das ich allerdings nicht vergrößern und somit auch nicht richtig anschauen konnte. Da hätte man die MMS sparen können.
Allerdings: die möglichen SMS von Firmen als Mini-Newsletter ist in meinen Augen auch nicht sinnvoll: Viel kann man ja eh nicht reinschreiben. Und akzeptiert sind “Werbe-SMS” auf dem eigenen Handy schon gar nicht. Das ist doch noch irgendwie was sehr privates – seine Handynummer rausgeben?! Eine freiwillige Anmeldung mag zwar vielleicht sogar funktionieren, allerdings habe ich diesen Dienst noch kaum irgendwo gesehen. E-Mail-Newsletter? Klar, den gibt es überall. Aber SMS-Abos werden nicht richtig angeboten. Oder wie kommt man an sowas überhaupt ran?
[Antwort]
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