Wie schon lange angekündigt, komme ich nun zu meinem persönlichen Fazit von SMS-/MMS-Marketing. In den letzten Artikeln habe ich bereits meine Meinung und Einschätzung zu diesem Instrument durchscheinen lassen, möchte diese nun aber gebündelt zusammenfassen:
Bisher habe ich noch an keiner SMS oder MMS Marketing Aktion teilgenommen. Dazu zählen sowohl Informationsdienste wie auch Gewinnspiele. Das liegt einerseits daran, dass mir diese Aktionen bisher kaum aufgefallen sind, andererseits daran, dass ich immer Angst vor zusätzlichen Kosten und dem Missbrauch meiner Daten habe. Bei Gewinnspielen kommt häufig dazu, dass man auch im Internet an ihnen teilnehmen kann und ich deswegen kein Geld dafür ausgeben würde – auch keine 9 Cent. Außerdem schließe ich mich dem Einwand von Christina an: Wenn ich meine Daten für einen Informationsdienst herausgebe, würde ich regelmäßig SMS bekommen, die mich nach einer Zeit nerven würden.
Jaquer schreibt in ihrem Kommentar, dass sie keinen Sinn in den Mini-Newslettern sieht, da für Informationen nicht viel Platz ist. Dieses Argument stimmt auf jeden Fall, jedoch wird SMS Marketing dafür weniger verwendet. Eher wird es genutzt, um den Kunden zum Point-of-Sale zu locken. Oder dem Kunden wird durch seine Werkstatt mitgeteilt, dass z.B. die Inspektion fertig ist und er sein Auto abholen kann. Wenn eine SMS zu Informationszwecken genutzt wird, dann wird meistens auf eine Telefonnummer oder eine Internetseite verwiesen (vgl. dazu mein Beispiel im Artikel Beispiele für SMS Marketing). Jedoch schreibt Jaquer in ihrem Kommentar auch „Das ist doch noch irgendwie was sehr privates – seine Handynummer rausgeben?!“. Und damit hat sie durchaus Recht. Für viele Menschen ist das Handy ein sehr persönlicher Gegenstand, den sie ungern aus der Hand legen oder jemand anderem überlassen [1, S.267]. Mich eingeschlossen. Leider habe ich keine relevanten Informationen über die Akzeptanz und die Reaktanz gegenüber SMS Marketing gefunden. Hier wäre weitere Forschung interessant. Wenn der Kunde die Werbung nicht akzeptiert und daraufhin Reaktanz entwickelt, nützt auch eine gut gemachte Kampagne nichts.
Interessant ist auch, dass alle sechs Teilnehmer (auch wenn das Ergebnis keine statistische Relevanz hat) bisher nicht an einer SMS Kampagne teilgenommen haben. Aus den Kommentaren ist zu erkennen, dass dies oft daran liegt, dass diese Art der Kampagne kaum wahrgenommen wird.
Zum Thema MMS-Marketing lässt sich hier nur so viel schreiben, dass meine Leser und ich darüber einstimmen, dass dieses Instrument keine Relevanz besitzt. Viele haben technische Probleme beim Empfang von MMS und würden selber eher eine Email verschicken, wenn sie ein Bild senden wollen. Dieses Verhalten spiegelt sich auch in den geringen Nutzungszahlen von MMS wieder.
Ein weiterer interessanter Hinweis von Donata ist, dass es vorkommen kann, dass mobile Gutscheine nicht einsetzbar sind, da die Mitarbeiter im betreffenden Geschäft nicht über deren Existenz informiert wurden. Hier ist der Mehrwert natürlich gleich null und die Kosten für die Kampagne hätte sich das Unternehmen sparen können.
Zusammenfassung
- Meine Leser zeigen kein Interesse an SMS-Marketing.
- SMS-Kampagnen werden durch meine Leser kaum wahrgenommen.
- Meine Leser möchten nicht mit Werbe-SMS belästigt werden.
- MMS sind ein Auslaufmodell und werden nicht akzeptiert.
Ich gehe davon aus, dass SMS-/MMS-Marketing nicht das Instrument der Zukunft ist. Es wird begleitend eingesetzt werden. Ein sinnvolles Einsatzfeld sehe ich darin, Bestandskunden darüber zu informieren, wenn z.B. ein Produkt abgeholt werden kann. Gutscheine sind sicherlich attraktiv und locken den Kunden zum Point-of-Sale, jedoch gehe ich davon aus, dass dies in Zukunft eher über Location-Based-Services realisiert wird.
Wenn allerdings doch eine SMS-Kampagne geplant ist, würde ich auf Basis meiner Leserkommentare folgende Aspekte empfehlen:
- Der Kunde muss sein Einverständnis geben
- Er sollte darüber informiert werden, ob zusätzliche Kosten anfallen
- Der Versand der Werbe-SMS sollte überlegt sein, damit der Kunde nicht belästigt wird
- Die Textlänge sollte 160 Zeichen nicht überschreiten
- Das Abbestellen des Services muss einfach und problemlos funktionieren
- Alle Mitarbeiter in alle Fialen müssen über die Existenz von mobilen Gutscheinen informiert werden
- Der Kunde muss genauer über die Möglichkeiten und den Mehrwert des SMS Services informiert werden
What’s next?
Nachdem dieser Artikel meine persönliche Meinung und Einschätzung zum Thema SMS-/MMS-Marketing dargestellt hat, möchte ich nun wieder Fakten präsentieren – über den QR-Code! Zunächst folgt deswegen eine kurze Vorstellung des Instruments QR-Code.
Quellen
[1] Hinrich, C., Lippert, I.(2002). Kosten und Wirkung mobiler Werbung. In Silberer, G., Wohlfahrt, J., Wilhelm, T. (Hrsg.) Mobile commerce: Grundlagen, Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren (S. 265-278). Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler