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Digitale Kommunikation

Digitale Kommunikation ist als Sonderform der allgemeinen Kommunikation mit spezifischen Eigenschaften versehen. Die Implikationen ebenjener zeichnen sich verantwortlich für die besondere Bedeutung digitaler Kommunikation in unserer Gesellschaft. Im Folgenden eine Übersicht ebenjener Eigenschaften, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, jedoch selektiert nach Relevanz für dieses Lernprojekt.

  • Unabhängigkeit von Zeit und Ort: Massenmedien legten den Grundstein für eine nahezu zeit- und ortsungebundene Kommunikation. Ein Zeitungsleser konnte seine Zeitung frei von diesen Faktoren zu sich nehmen, wurde jedoch beschränkt in den Möglichkeit des vorangehenden Erwerbs. Auch das Fernsehen machte Kommunikation in diesen Aspekten nahezu unabhängig. Grenzen stellten vor allem die technischen Möglichkeiten zum Empfang dar, bzw. dafür benötigte Geräte.
  • Zunahme symmetrischer Kommunikationsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von Zeit und Ort: Als Weiterentwicklung „analoger“ Massenmedien treten digitale Massenmedien auf. Sie fügen der ehemals weitestgehend asymmetrischen Kommunikation ein symmetrisches Kommunikationselement hinzu. Rezipienten von Individual- sowie Massenkommunikation über digitale Medienkanäle können vermehrt und zunehmend ohne nennenswerte Zeitverzögerung in Feedback und somit symmetrische Kommunikation eintreten. Ihr individueller Standort sowie Uhrzeit spielen kaum noch eine Rolle – angenommen, wir bleiben in den modernen Industrie- und Entwicklungsstaaten dieser Erde.
  • Abhängigkeit von Verarbeitungsgeräten und technischer Infrastruktur: Selektive Faktoren für die Partizipation an digitaler Kommunikation ist und bleiben die benötigten Geräte, sei es Smartphone, Laptop oder Ähnliche. Auch (Funk-)Verbindung zu Internet oder ähnlichen Netzen sind elementar. Somit ergibt sich zwangsläufig (noch) ein Gefälle der Partizipation in Korrelation zu Lebensort und materiellem Wohlstand.
  • Potenzierung von Reichweite: Durch die globale Natur des Internets als primäres digitales Kommunikationsmedium ist die Reichweite digitaler Kommunikation einmalig in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Nahezu ohne Zeitverzögerung können fast alle Partizipanten des Internets miteinander kommunizieren.
  • Individualisierung von digitaler (Massen-)kommunikation: Die Beschränkungen, als ggf. institutionalisierter Sender von Massenkommunikation aufzutreten, sind massiv zurückgegangen. Jede Person im Besitz eines passenden Verarbeitungsgerätes und Zugang zu den relevanten Netzen kann heute potentiell Massenkommunikation betreiben. Die Digitalisierung in Zusammenarbeit mit der Reichweitenpotenzierung verwischt somit zunehmend alte Grenzen zumeist instutionalisierter Sender von Massenkommunikation hin zu „jeder kann mit jedem sowie jeder Masse kommunizieren“.

 

Quellen:

  • Grimm, Rüdiger: Digitale Kommunikation. 1. Aufl., München: Oldenbourg, 2005.
  • Meinel, Christoph / Sack, Harald: Digitale Kommunikation: Vernetzen, Multimedia, Sicherheit. 1. Aufl., Berlin: Springer, 2009.

 

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