Archive for Januar, 2008

Heute hatte ich ein Treffen mit drei ambitionierten Studierenden, die meiner Idee gefolgt sind, mal ein echtes Multiplayer-DVD-Spiel anzugehen. Sie haben die Idee von „Wer wird Millionär?“ aufgegriffen und den Prototypen eines kompetetiven Ratespiels entworfen. Natürlich braucht man dann zwei Fernbedienungen für den heimischen DVD-Player. Hört sich schräg an, oder? Funktioniert dafür aber umso besser. Ich werde das Thema unbedingt weiterverfolgen und schon bald eine kleine Studie zur Wirkung des Ganzen „in Auftrag geben“.

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In der letzten Woche hörte ich den Vortrag eines Diplomanden, der mich tief berührt hat, weil er frischen Wind und neue Ideen in die Diskussion um die wissenschaftliche Beschäftigung mit digitalen Spielen brachte. Vorgeschlagen wurden neue Begriffe, Ansätze zur Formalisierung von Spiele-Beschreibungen und zur Operationalisierung der Dimensionen zur Beschreibung digitaler Spiele. (mehr …)

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Es ist mal wieder spät geworden: Vorhin ist nun schon gestern. Jedenfalls hatte ich vorhin ein interessantes Gespräch über Edu-Bloggen, also Bloggen im hochschulischen Kontext.

Eigentlich ging es um das Thema Datenschutz und die Frage, wie man die Studierenden am besten dafür sensibilisiert. Es war sehr gut, sich besonders mit Personen darüber auszutauschen, die dazu eine sehr kritische Haltung haben. Wie gehofft war das Gespräch sehr konstruktiv und wir sind überein gekommen, gemeinsam an der Problematik weiterzuarbeiten und Lösungsvorschläge zu entwickeln, die anderen Dozenten schon während der Planung eines Web 2.0-unterstützten Lernszenarios die Chance geben, gewisse Fallstricke zu umgehen bzw. nutzbringend einzusetzen.Im Verlauf des Gesprächs sind wir dann sehr schnell zu dem Punkt gelangt, dass neben der informationellen Selbstbestimmung auch zahlreiche Fragestellungen mit eher ethisch-moralischer Ausrichtung einer intensiven Diskussion bedürfen. In Zeiten, die es technisch ermöglichen, sich vor der ganzen Welt zu entblößen, müssen die Grundwerte der menschlichen Gemeinschaft völlig neu verhandelt werden. Was darf ich noch sagen in einer Welt, in der jeder „Baustein“ hört und sieht – und nie vergisst, was ich so von mir gebe? Darf auf der anderen Seite alles, was über einen im Web zu finden ist, im Zweifelsfall gegen ihn verwendet werden? Muss ich meine Freunde tatsächlich mit einer Welle von Abmahnungen überrollen, nur weil sie kompromittierende Bilder der letzten gemeinsamen Party ins Netz geladen haben? Ist es nicht legitim, dann zum künftigen Chef zu sagen: „Solange nicht die Qualität meiner Arbeit darunter leidet, geht Sie es gar nichts an, was ich in meiner Freizeit tue!“

Ich finde es gut, dass diese Diskussion jetzt stattfindet, auch wenn es etwas überraschend dazu gekommen ist. Das reale Leben passiert direkt in der Veranstaltung und man selbst ist mittendrin – es gibt keine Person und kein Lehrbuch, auf das man sich stützen kann; statt dessen ist man gezwungen, die Zukunft quasi selbst zu erfinden. Ich wüsste nicht, was mehr „ambitious“ sein könnte. Natürlich muss man sich darauf einlassen, muss ein Stück weit seine eigene Meinung entwickeln und diese auch im (konstruktiven) Streitgespräch verteidigen. Die passive Beobachterrolle wird da letztlich nicht ausreichen. Insofern wünsche ich mir mehr Studierende, die die Vorgaben der Dozenten durchaus kritisch hinterfragen, aber nicht um die Veranstaltung zu zerstören, sondern um die Fallstricke aufzuzeigen. Hierbei sind wir in dem Gespräch vorhin ein riesiges Stück weitergekommen.

Übrigens, die Welt „weiß“ von mir, dass ich offenbar keine Statistik-Vorlesungen halten kann. Zumindest wird das auf MeinProf.DE behauptet. Abmahnungen werde ich deshalb wohl nicht schreiben: wer das Datenmaterial richtig zu deuten weiß, wird schnell auf den Dreh kommen, dass es eigentlich ganz gut ist, wenn sich höchstens vier von etwa 120 Studis schlecht über den Dozenten äußern. Fall Sie wissen wollen, was das Netz über Sie „weiß“, fragen Sie es doch einfach: Yasni.DE weiß es bestimmt.

Lassen Sie sich überraschen!

[Update vom 25.01.2008]: Weitere Personensuchmaschinen sind:

Wie wichtig es ist, sich mit diesen Optionen des Web 2.0 auseinanderzusetzen, zeigt auch folgende Meldung auf HEISE.DE:

Datenschützer: Personen-Suchmaschinen mit deutschem Recht unvereinbar

[Update 25.01.2008] Eben kam eine Mail von einer Kollegin herein, die sich im Rahmen ihrer Promotion mit Fragen der Sicherheit in der Netzwelt beschäftigt. Sie weist auf den Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hin. Dort ist zu lesen:

„Web 2.0 – Steigende Ansprüche an Interaktivität und Mobilität
Als Web 2.0 wird der – in diesem Bericht bereits an unterschiedlichen Stellen angesprochene – massive Anstieg der Interaktivität in der virtuellen Welt be zeichnet. Das Internet bietet immer neue Techniken und Dienste, die den direkten Austausch von Informationen ermöglichen. Die Nutzer werden dadurch zu einem immer freizügigeren Umgang mit persönlichen Daten angeregt, etwa in Blogs, auf offenen Webseiten oder in Diskussionsforen. Die Kommunikation
richtet sich dabei in der Regel nicht an klar definierte Zielpersonen, die darin enthaltenen Informationen können daher auch von böswilligen Dritten missbraucht werden. Kriminelle, wie etwa Datenfischer, haben sich auf diese Entwicklung bereits eingestellt: Sie gehen verstärkt individualisiert, mit persönlicher
Anmutung auf ihre Opfer zu und bauen so ein Vertrauensverhältnis auf (Social Engineering), das sie dann zum Ausspionieren privater Daten, etwa Zugangskennwörter für das Online-Banking, missbrauchen. Ein weiterer sicherheitsrelevanter Aspekt der Interaktivität: In Blogs oder Foren ist kaum mehr erkennbar, ob Inhalte nur private Meinungen widerspiegeln oder werbliche
Zwecke verfolgen – auch in Sicherheitsfragen wird dadurch eine seriöse Meinungsbildung zunehmend erschwert.“

„Bildungsmaßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit gewinnen jedoch nicht nur im Hinblick auf ältere Bürger an Bedeutung.“

Quelle:
[BSI Lagebericht zur IT Sicherheit, http://www.bsi.bund.de/literat/lagebericht/lagebericht2007.pdf, Seite 47f, Abruf am 24.01.08]

Ich denke, dass wir im Fach „Elektronische Dokumente“ auf dem richtigen Weg sind. Es ist zwar etwas unkonventionell, aber eben angewandt und praktisch – und deshalb past es auch in die AMW.

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Bei einer Besprechung im Kollegenkreis wurde mir heute erneut klar, dass Serious Games, insbesondere Learning Games, das Themengebiet sind, das mich am meisten interessiert. Eigentlich hatte ich mir dieses Thema als Fernziel überlegt. Vermutlich ist es aber dennoch besser, die Arbeit daran nicht noch weiter aufzuschieben. Ich denke, dass ich aufgrund meiner Lehrerfahrung und nun auch aufgrund meiner Erfahrung im Umgang mit Social Software im Lehr-/ Lernkontext einen interessanten Beitrag auf dem Gebiet der Lernspiele leisten kann. Ich werde also in den nächsten Wochen daran arbeiten, meine Interessen zu einem Expose zu bündeln. Anregungen und weiterführende Hinweise sind dabei jederzeit willkommen.

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An meinen Kindern sehe ich es tagtäglich, aber stimmt es auch wirklich? Funktioniert Spielen und Lernen gleichzeitig? Kann man spielend lernen? Kann Lernen etwa Spaß machen? Vor allem: lässt sich das repräsentativ beweisen? vermutlich ja. Im Moment habe ich einfach noch nicht recherchiert. Einen wichtigen Anhaltspunkt lieferte mir aber die Kurzvorstellung der Ergebnisse einer Diplomarbeit Im Studiengang „Angewandte Medienwissenschaft“. Luise Weißler stellte in ihrer Arbeit „Mozart im Zeichentrickformat. Was Kinder bei der Rezeption von Little Amadeus über Mozart und das Leben im 18. Jahrhundert lernen können.“ u.a. fest, dass kleine Kinder besser lernten als größere Kinder. Das bringt mich wieder zu der Vermutung, dass der Mensch als solches offenbar darauf (genetisch) programmiert ist, buchstäblich alles und jeden zu erkunden und daraus zu lernen – und sei es auch nur, dass Mozart bereits als Kind einen erwachsenen Gegenspieler hatte, der immer nur neidisch und böse und zudem ziemlich dumm ist.

Die in der Arbeit von Frau Weißler belegte intrinsische Neugier und der (ebenfalls intrinsische) Wille, Neues zu lernen, nehmen mit zunehmendem (Schul-) alter ab, verschwinden aber nicht. Das wirft die Frage auf, ob hier physiologische (genetisch bedingte) Prozesse wirken, oder ob es vielleicht memetische Gegebenheiten sind, die die Lust am Lernen mindern: „Lernen ist eine ernste Angelegenheit und ernste Sachen machen nun mal keinen Spaß und sind auch nicht sehr unterhaltsam.“ Ohne es empirisch belegen zu können, nehme ich hier das Vorliegen memetischer Gegebenheiten an: Lernen als ernste Sache ist Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses – und wird (leider) akribisch von Generation zu Generation weitergegeben.

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Gerade erhielt ich von einem Freund einen Hinweis auf eine neue ambitionierte Nutzung der Wiimote. Ich bin schwer beeindruckt. Aber seht selbst:

Tracking Your Fingers with the Wiimote

Danke Johnny Chung Lee für diese Arbeit. Das liefert völlig neue Optionen für die Interaktion mit dem digitalen Kumpan.

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Eine Idee bei Lernspielen, einer speziellen Form von Serious Games ist, dass das zu vermittelnde Wissen im Spiel mitschwingt und quasi unterschwellig vermittelt wird. Dafür wurde im englischen Sprachraum der Begriff „stealth learning“ geprägt. Andere sprechen von incidental learning, also „Lernen aus Versehen“. Auch von niedrigschwelligem Lernen (low threshold learning) ist in diesem Zusammenhang die Rede.

Interessant an diesen Begriffsbildungen ist übrigens, dass sie interdisziplinär verwendet werden, also nicht nur von spieleentwicklern, sondern auch von Pädagogen.

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Ist es legitim, in einer Lehrveranstaltung von den Studierenden zu verlangen, dass sie einen Blog führen und sich in sozialen Netzwerken anmelden? Zwingt man die Leute damit nicht gegen ihren Willen Informationen von sich preiszugeben?

Diese Frage wird derzeit heiß diskutiert in den neu angelegten Blogs der Teilnehmer am Kurs „Elektronische Dokmente“. Dabei reicht die Spannweite von sehr großer Zustimmung (Link zum Beitrag „Warum ein E-Portfolio?“) bishin zu weitgehender Ablehnung (Kommentare zum Beitrag Informationen und Aufgabenstellung zum Thema E-Portfolios).

 

Aus meiner Sicht als Dozent erfüllt das gegenwärtige „Setting“ das Gebot der informationellen Selbstbestimmung. Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung sorgfältig die Chancen und Risiken abgewogen.

Ja, es gibt außer XING noch andere soziale Netzwerke, z.B. LinkedIn, Orkut oder eben Facebook. Es steht allen offen, zusätzlich oder anstelle von XING ein Profil in einem anderen sozialen Netzwerk anzulegen. Zu bedenken ist jedoch, dass Netzwerke wie Orkut oder Facebook eher auf Privatkontakte abzielen. Dementsprechend kann man sich in diesen Netzwerken mit seinem Spitznamen bewegen. Gleichzeitig werden dort aber auch zum Teil sehr persönliche Angaben abgefragt. Netzwerke wie XING und LinkedIn haben sich auf Businesskontakte spezialisiert. Die betreffenden Angaben zur Person beziehen sich deshalb eher auf die eigene Bildung, die bisherige Karriere und das geschäftliche Interesse an Kontakten. Bei diesen sozialen Netzwerken ist es allgemein üblich, sich mit seinem tatsächlichen Namen im Netzwerk zu bewegen – man will ja als reale Person gefunden werden.

Glücklicherweise sind die in den verschiedenen Netzen abgefragten Daten häufig optional. Es ist aber auch klar, dass eine Kontaktsuche gezielter erfolgen kann, wenn spezifischere Daten zur eigenen Person angegeben werden. Wer ein soziales Netzwerk benutzen will, sollte sich deshalb (vorher) genau klar machen, welche Ziele er damit erreichen möchte. Dann fällt es leicht zu entscheiden, welche Daten man preisgibt und welche besser nicht – Selbstbestimmung wird also eigentlich groß geschrieben.

 

Bleibt zu fragen, ob es legitim sei, dass die Anbieter solcher Netzwerke personenbezogene Werbung schalten lassen. Hier bitte ich den Leser/die Leserin, diese Frage für sich selbst zunächst selbst zu entscheiden.

 

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Beteiligung an sozialen Netzwerken waren für mich übrigens zwei Artikel in der ZEIT sehr hilfreich: „Datenklau: ein Deal?“ (im Zeit-Weisslog) und „Das alternative Massenmedium“ (Die ZEIT, Nr. 3/2008). Interessant sind übrigens auch folgende Artikel aus der ZEIT:

Abschließend möchte ich alle ermuntern, sich im konstruktiven Sinne kritisch mit den eingesetzten Social-Software-Diensten auseinanderzusetzen. Kommunizieren Sie Ihre Meinungen! Diskutieren sie mit anderen! Dann leisten Sie einen interessanten und wichtigen Beitrag für die ganze Lehrveranstaltung.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Erfolg.

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Gerade entdeckt und schon begeistert: Das neue Wii-Fit-Spiel mit dem BalanceBoard wird im Frühjahr und Sommer sicher für jede Menge Partyspaß sorgen. Ich freue mich schon drauf. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, sollte mal den Trailer ansehen.

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Tja, es ist mal wieder spät geworden, aber in den euphorischen Anfangszeiten setzt man sich ja selbst hohe Ziele. Z.B. jeden E-Portfolio-Blog einmal zu besuchen. Immerhin gibt es schon mindestens 10 davon. Einige sind auch sehr ambitious.

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