An meinen Kindern sehe ich es tagtäglich, aber stimmt es auch wirklich? Funktioniert Spielen und Lernen gleichzeitig? Kann man spielend lernen? Kann Lernen etwa Spaß machen? Vor allem: lässt sich das repräsentativ beweisen? vermutlich ja. Im Moment habe ich einfach noch nicht recherchiert. Einen wichtigen Anhaltspunkt lieferte mir aber die Kurzvorstellung der Ergebnisse einer Diplomarbeit Im Studiengang „Angewandte Medienwissenschaft“. Luise Weißler stellte in ihrer Arbeit „Mozart im Zeichentrickformat. Was Kinder bei der Rezeption von Little Amadeus über Mozart und das Leben im 18. Jahrhundert lernen können.“ u.a. fest, dass kleine Kinder besser lernten als größere Kinder. Das bringt mich wieder zu der Vermutung, dass der Mensch als solches offenbar darauf (genetisch) programmiert ist, buchstäblich alles und jeden zu erkunden und daraus zu lernen – und sei es auch nur, dass Mozart bereits als Kind einen erwachsenen Gegenspieler hatte, der immer nur neidisch und böse und zudem ziemlich dumm ist.

Die in der Arbeit von Frau Weißler belegte intrinsische Neugier und der (ebenfalls intrinsische) Wille, Neues zu lernen, nehmen mit zunehmendem (Schul-) alter ab, verschwinden aber nicht. Das wirft die Frage auf, ob hier physiologische (genetisch bedingte) Prozesse wirken, oder ob es vielleicht memetische Gegebenheiten sind, die die Lust am Lernen mindern: „Lernen ist eine ernste Angelegenheit und ernste Sachen machen nun mal keinen Spaß und sind auch nicht sehr unterhaltsam.“ Ohne es empirisch belegen zu können, nehme ich hier das Vorliegen memetischer Gegebenheiten an: Lernen als ernste Sache ist Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses – und wird (leider) akribisch von Generation zu Generation weitergegeben.



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