Bin ich ein Digital Native? Ein Digitaler Eingeborener? Diese Frage stellte sich vergangene Woche im Anwendungsbereich Innovatives Wissensmanagement (IWM) und brachte mich ehrlich gesagt ganz schön ins Grübeln. Zur kurzen Erklärung hier mal Wikipedias Kurzantwort, falls der Ausdruck “digital native” Fragen aufwirft:
Als Digital Native werden Personen bezeichnet, die zu einer Zeit aufgewachsen sind, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet, Handys und MP3s verfügbar waren.
Als die Frage nach unserer Meinung im Seminarraum umging und meine Antwort an der Reihe war, habe ich mit “Nein” geantwortet. Denn nach Defintionen im Web, den in der Sitzung vorgestellten Kriterien für einen digital native und meiner eigenen Einschätzung bin ich keiner. Dachte ich jedenfalls. Oder ich wollte keiner sein. Für mich wirkt der Begriff “digital native” nämlich irgendwie etwas pathetisch. Nach meinem Befinden wäre ein Kriterium, dass eine Person mit der Nutzung von MP3, Internet und Co. aufgewachsen ist. Aber nein, anscheinend reicht es schon, wenn diese Technologien verfügbar waren. Gut, das waren diese zu meiner Kindheit sicherlich, aber wenn ich sie bis vor gut 2 Jahren gar nicht oder nur teilweise genutzt habe, wie kann ich dann ein Digital Native sein?
Es gibt, und es musste ja so kommen, natürlich noch weitere Eigenschaften, die einen Digital Native ausmachen:
- Identitätsbildung online; Grenzen zw. on- und offline verschwinden (kann ich für mich nicht bestätigen)
- freizügiger Umgang mit persönlichen Daten (versuche ich so gut es geht zu vermeiden, freizügig bin ich in der Hinsicht jedenfalls nicht)
- ausgeprägte Kultur des Teilens von Inhalten und Informationen (das mag auf mich zutreffen, aber dann auch wieder nur bedingt)
- aktive Content-Produzenten im Web (außer, dass hier ab und zu ein Beitrag erscheint und ich hin und wieder mal eine Rezension hinterlasse… nein)
- veränderte Recherche, Bewertung und Verarbeitung von Informationen (definitiv ja)
- hochgradige Vernetzung unter Peers (ja)
Meine eigene, unabhängig von dieser Liste entstandene Meinung ist die, dass ich kein Digital Native bin, weil ich erst spät (vor gut 2 Jahren) mit der täglichen Nutzung des Internets begonnen habe und der Computer sonst davor nur zum Spielen und zur seltenen Nutzung für die Schule zur Verfügung stand. Zu meiner Zeit wurden noch CDs und nicht MP3s ausgeliehn/getauscht. Nur ein Handy hatte ich (auf Wunsch der Eltern wohlgemerkt!) schon recht früh. Das alles hat sich mit dem Web natürlich verändert, aber als digitaler Eingeborener würde ich mich deshalb noch lange nicht bezeichnen. Als was dann? Ein digital immigrant bin ich nämlich auch nicht. Die Definition passt noch weniger
.
(Ich war, als ich diese Dinge kennengelernt habe, noch nicht erwachsen… .)
PS: Für alle, die selber für sich mal testen wollen, ob sie ein Digital Native sind, sei dieser Link empfohlen: Klick mich
Ich bin’s … zu 55%. Aber das muss ja nichts heißen, nicht wahr?

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