Samstag, November 01st, 2008 | Author: alexanderjunghans
TheMasses

(Mindfuck ist nicht nur ein Phänomen der seriellen Television)

Spricht man von einem Mindfuck, so meint man eine vorgegebene, als wahr verkaufte Realität, die von einem Adressaten kognitiv akzeptiert wird. Mit anderen Worten: Es wird eine fiktive Welt erzeugt, bei welcher man denkt, dass sie die reale Wirklichkeit wiederspiegelt. Sehr gute Beispiele hierfür sind a) die amerikanische TV-Serie „Desperate Housewives“, b) das vom „großen Bruder aus Übersee“ abgekupferte Format (dass die Deutschen mit anwachsender Leidenschaft USA-Erfolge – seien es nun mediale Vorbilder oder kulturelle Erzeugnisse – adaptieren, bleibt vorerst noch ein anderes Thema) „Stromberg“, bei welchem mehrere Zuschauer dem Schauspieler Christoph Maria Herbst für seine Darstellung eines unliebsamen Abteilungsleiters einer Versicherung auf der Straßen körperliche Gewalt androhten, c) der Roman „die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe, nach dessen Veröffentlichung sich eine Anzahl von Lesern das Leben nahmen und d) das Schauspiel „Geständnisse eines Selbstmörders“, bei dem regelmäßig Zuschauer auf die Bühne kamen, um dem Akteur die Waffe vom Kopf zu nehmen.

Doch was hat das alles nun mit der Person unseres Herrn Dozenten Kreuzberger zu tun? Ganz einfach, ich stelle die Behauptung, dass er sich mit seinem „Experiment zum entfachen einer Diskussion“ zum Thema der Datensicherheit im Web 2.0 am vergangenen Donnerstag, den 30. Oktober, des Phänomens Mindfuck bedient hatte. Grundlage dafür ist die Annahme, dass sich diese Erscheinung auch im direkten Kontakt der Medien Mensch bewegen kann – also, dass es sich bei den Wesen des Dozenten und der Involvierten um die Sender und bei den Studenten um die Empfänger handelte. So lässt sich der Beleg heranziehen, dass durch die kritischen und konsequent überraschten Kommentare der Darsteller, gemixt mit dem Beweis realer Präsenz (Suche des Namens in der Online-Community „Studi-VZ“)  die Illusion erzeugt wurde, sich mitten in einer wirklichen, hitzigen Diskussion zu befinden. Dass Kommilitonen darauf einstiegen und sich an diesem virtuellen Geschehen mit ihren Meinungen, Gedanken und Auffassungen beteiligten, zeigt, dass die Wirkungen des Mindfucks sichtbar wurden und sich in verbalen Reaktionen manifestierten. Das vorangegangene Gesprochene wurde also demnach als „echt“ aufgefasst. So bleibt auch festzuhalten, dass das Vorhandensein und Nutzen jener Methodik nicht zwingend mit etwas negativem, wie der Begriff es nun einmal vermuten lässt, einher gehen muss.

Doch noch vor der eigentlichen Auflösung wurde mir klar, gekonnt hinters Licht geführt worden zu sein, da plötzlich eine Folienfolge, die sich auf exakt jene, angeblich spontane Auseinandersetzung bezog, präsentiert wurde (war da etwa jemand außerordentlich mental begabt, etwa nur verdammt gut vorbereitet oder doch nur mit einem bestimmten Vorhaben gestartet? ;) )

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Konzept wunderbar aufging und so die Thematik auf eine interessante, spielerische Art und Weise vorwärts, in die gewollte Richtung getrieben wurde. Eingrenzende Ergänzung bleibt, dass es sich hierbei nur um ein Miniaturmodell handelt.

 

 

 

Da es sich bei diesem Beitrag lediglich um ein gedankliches Befassen und um die Bezugnahme zum Seitentitel handelt, bleibt eine Studienrelevanz vorerst offen.

Category: Mindfuck
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7 Responses

  1. Eine interessante Zusammenfassung mit einer etwas gewagten Überschrift ;-) Bitte achte aber auf die ordentliche Quellenangabe beim Bild und einen kurzen textuellen Bezug – Stichwort: Zitatrecht.

    Viele Grüße
    Marcel

  2. 2
    alexanderjunghans 
    Sonntag, 2. November 2008

    Hey,
    danke für den Hinweis…da es sich bei dem Bild um ein eigenes Erzeugnis handelt, war ich mir nicht ganz sicher betreff einer nötigen Quellenangabe. Textueller Bezug ist in Arbeit :) .

    P.S.: Dass dieser Begriff nun einmal Mindfuck heißt und damit im ersten Verständnis etwas vulgäres vermuten lässt, hab ich mir persönlich nicht ausgesucht ;) .

  3. …na wenn das Bild von Dir selbst erstellt wurde, dann hast Du natürlich das Urheberrecht daran und brauchst nicht wirklich eine genaue Quelle angeben…dann läge es nur in Deinem eigenen Interesse, ein wenig Werbung für Deine Foto-Künste zu machen und zur entsprechenden Seite zu verlinken.

    Viele Grüße
    Marcel

  4. 4
    alexanderjunghans 
    Montag, 3. November 2008

    So, jetzt gibt es auch einen Textbezug.
    Link ist rechts in der Sidebar ;) . Alternativ gibt es die Sessions auch auf dem Portal jugendfotos.de zu sehen – dort sogar von anderen Fotographen bewertet und kommentiert.
    Aber, wir sind ja nicht hier, um zu werben ;) .

  5. Hallo,

    nach vielen Wochen nun auch von mir ein kleiner Response. anstelle des Vergleichs mit “Desperate Housewives” möchte ich lieber den Vergleich mit TV-Ereignissen wie “Sanningen om Marika”/”The truth about Marika” (http://tinyurl.com/7yrw76) herstellen. Es geht dabei um die bewusste Vermischung von Realität und Fiktionalität, so dass man nicht mehr sicher sein kann, dass das, was erlebt wird, wirklich nur fiktional ist. Das wäre in etwa so, als ob Herr Stromberg plötzlich in der ElDok-Vorlesung auftaucht.
    Klar ist aber auch, dass Mindfuck nicht ganz unproblematisch ist. Das haben Sie ja sehr schön herausgearbeitet. Weiter so! G. Kreuzberger.

  6. Hi. I like the way you write. Will you post some more articles?

  1. [...] Seite der Medaille ist aber eine umfassende Information und Aufklärung. Ob dazu ein weiterer “Mindfuck” zum Einsatz kommen muss, ist sicher dem Einfallsreichtum des Dozenten überlassen. Mindestens [...]

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