Aufgabe und Organisation des Seminars Digitale Kommunikation
Im Rahmen des Seminars Digitale Kommunikation bekam jede Community die folgende konkrete Aufgabe, und zwar „die Erstellung einer Blogreihe“, auf dem die digitale Kommunikation zu einem bestimmten Themenfeld detailliert dargestellt werden sollte. Darüber hinaus sollen die Mitglieder nicht bei der Beschreibung und bei der bloßen Wiedergabe des Kommunikationsprozesses bleiben. Vielmehr sollte die Community einen weiteren Schritt gehen und durch gegenseitige Vergleiche, durch Diskussionen innerhalb der Community die Kommunikationsprozesse kritisieren und gegebenenfalls Verbesserungen vorschlagen.
Unsere Community, bestehend aus sechs Mitgliedern, entschied sich für die digitale Kommunikation von ausgewählten deutschen Printzeitungen). Wir einigten uns auf die digitalen Kommunikationskanäle, auf die Gliederung und auf die Tageszeitungen. Da wir vermuteten, dass Boulevardzeitungen und Qualitätszeitungen aufgrund ihrer Eigenarten und ihrer unterschiedlichen Lesergruppe verschiedene Kommunikationsstrategien verfolgen, entschieden wir uns für drei Qualitätszeitungen (Überregional und Lokal) und drei Boulevardzeitungen (Überregional und Lokal) (siehe Eintrag ‘Wenn Printmedien digitalisiert werden’ )
Die B.Z. innerhalb der Boulevard-Gemeinde
Tina hat die Ergebnisse gebündelt in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst. Mithilfe dieser Tabelle möchte ich nun einige Schlussfolgerungen bezüglich meiner Tageszeitung, der B.Z., machen.

Quelle: Eintrag "5.2.1 Nur nicht den Überblick verlieren" von Tina. Link: http://blogs.tu-ilmenau.de/tipa/2012/02/24/5-2-1-fazit-nur-nicht-den-uberblick-verlieren/
Die B.Z. gehört zu der Gruppe Boulevardzeitung und ist mit dem EXPRESS eine lokale Tageszeitung. Die B.Z. gilt als „erste deutsche Boulevardzeitung und ist noch heute die auflagenstärkste Lokalzeitung in Berlin mit einem Verkauf von 164.525 Exemplaren (laut IVW, drittes Quartal 2011, Mo-Sa/So).“ Mit Fokus auf den Raum Berlin und Brandenburg berichtet sie täglich Nachrichten, persönliche Geschichten, emotionale Sensationen „ganz im Stile der Boulevard- Zeitung“ (siehe Eintrag ‘Die B.Z. steigt ein’).
Bezüglich der digitalen Kommunikation kann sie einiges vorweisen: So ist sie auf Facebook vertreten, besitzt einen eigenen Twitter-Account und betreibt acht Blogs, die auf der Homepage der Zeitung integriert sind. Foren und Videoplattformen sind nicht vorhanden. Dennoch ist die Qualität dieser Plattformen bei weitem nicht mit den anderen Zeitungen vergleichbar. Auch die Anzahl der Nutzer der digitalen Kommunikationsplattformen ist eher gering. Auf Facebook hat die B.Z. mit einer Fangemeinde von ca. 4000 Fans es sogar schwer, mit dem EXPRESS mitzuhalten. Während BILD und EXPRESS zwar keine Youtube-Plattform aufweisen, dennoch mit beinahe professionellen eigenen Video-Websites punkten können, scheint es, als verzichte die B.Z. ganz auf audiovisuelle Ergänzung. Den Microblog Twitter nutzt die B.Z. wiederum gerne, wenn auch eher als Nachrichtenwand denn als Austauschplattform mit anderen Nutzern. Bezüglich der Blogs kann die B.Z. eine relativ souveräne Zahl von acht Blogs vorweisen, wobei von den acht Blogs nur etwa zwei bis drei Blogs noch regelmäßig aktualisiert werden. Foren wiederum spielen bei der B.Z. überhaupt keine Bedeutung.
Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass die B.Z. in Sache digitale Kommunikation noch sehr viel aufzuholen hat. Bei der Betrachtung der einzelnen Plattformen hatte ich eher das Gefühl, dass die B.Z. sich beinahe widerwillig in die Social Networks geschoben hat, ohne wirklich den Mehrwert der einzelnen Plattformen für sich erschlossen zu haben. Vor allem der Austausch oder das In Kontakt treten mit den Lesern und Nutzern findet fast gar nicht statt. Vielmehr dienen diese Plattformen eher dazu, die B.Z. Homepage und die Artikeln auf verschiedene Arten zu werben, sei es auf Facebook, sei es via Twitter.
Boulevardzeitung vs. Qualitätszeitung
Wie am Anfang erwähnt, hatten wir die Vermutung, dass bezüglich der digitalen Kommunikation die Boulevardzeitungen und die Qualitätszeitungen verschiedene Strategien verfolgen. Es ist schwierig, aufgrund von drei Zeitungen einer Gattung eine Verallgemeinerung zu machen. Jede Zeitung steht eher für sich. Trotzdem möchte ich auf einige Aspekte kurz eingehen:
Anfangs vermutete ich, dass Boulevardzeitungen sehr stark auf Social Media vertreten sein würden. Ersten könnten sie durch Social Media- Plattformen in engen Kontakt mit den Lesern treten und sie mehr an ihre Zeitungen binden. Zweitens bieten digitale Plattformen viele Möglichkeiten, Zusatzmaterialien wie Fotos, Videos einzubetten, um sensationelle Themen noch emotionaler zu präsentieren.
Entgegen meiner Vermutung scheint die digitale Kommunikation von Boulevardzeitungen im Gegensatz zu Qualitätszeitungen weniger ausgeprägt. Nur die BILD hat eine ausgeprägte Fangemeinde bei den Social Networks und beim MicroBlog Twitter. Ansonsten hat keine der drei analysierten Boulevard-Zeitungen eine Youtube-Plattform. Blogs werden zum Teil von BILD und B.Z. zwar eingesetzt, jedoch werden sie bezüglich ihrer Qualitäten eher negativ kritisiert. Wer bei den Boulevardzeitungen auf große Diskussionsatmosphäre auf den digitalen Plattformen hofft, wird eher enttäuscht sein. Dagegen bieten die drei Qualitätszeitungen SZ, FAZ und Tagesspiegel grob betrachtet große Spektren von Themen und viele qualitativ hochwertige Diskussionsplattformen.
Überregional vs. Regional
Neben der Aufteilung in Boulevardzeitung vs. Qualitätszeitung haben wir noch eine zweite Einteilung unternommen, und zwar die Einteilung in Überregional (BILD, SZ, FAZ) vs. Regional (B.Z., EXPRESS, Tagesspeigel).
Es fällt auf, dass die überregionalen Zeitungen mit ihrer größeren Reichweite dementsprechend auch eine größere Reichweite in der digitalen Welt haben. Zum Beispiel besitzt BILD eine Facebook-Fangemeinde von 55.000 Fans im Gegensatz zu EXPRESS mit ca. 6.500 Fans oder zu B.Z. gerade mal knapp 4.000 Fans. Die SZ twitter mit 21 Kanälen zu über 65.000 Followers, die FAZ mit stolzen 17 accounts zu einer Follower-Gemeinde von über 35.000 Followers, während der Tagesspiegel sich mit einem Account und ca. 29.000 Followers zufrieden stellt.
Auffällig ist, dass die Diskrepanz in der Qualität der Plattformen und in der Nutzer-Resonanz zwischen den Qualitätszeitungen geringer ist als die zwischen den Boulevardzeitungen.












