Ideen für eine IT-gestützte Lernanwendung

Hallo,

ich bin Tim und studiere AMW. Das steht für „Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft“. Im Rahmen dieses Studiums gibt es das Fach Methodentraining. Wie der Name schon verrät, werden uns dort gewisse Methoden nähergebracht. Welche das genau sind, hängt davon ab, für welches Thema man sich eingeschrieben hat. Das Thema für „mein“ Methodentraining lautet:

Konzeption und Umsetzung einer IT-gestützten Lernanwendung

Das Ziel hiervon ist es, Lernprozesse zu verstehen und Techniken sowie Methoden der Medienkonzeption zu lernen, um dann eine IT-gestützte Lerneinheit für ein abgegrenztes Thema zu entwickeln zu können.

Mehr Informationen zum Fach unter:
https://www.tu-ilmenau.de/ifmk/lehrveranstaltungen/lehrveranstaltungen-bachelor/wahlobligatorische-lehrveranstaltungen-bachelor-sommersemester-2019/4-fachsemester-bachelor/methodentraining/konzeption-und-umsetzung-einer-it-gestuetzten-lernanwendung/

Damit das Ganze nicht nur eine Trockenübung ist, sollen wir eine solche Lerneinheit tatsächlich umsetzen. Dafür hatten wir die Aufgabe uns zu überlegen, für welches abgegrenzte Thema wir gerne eine Lerneinheit umsetzen würden.

Zu diesem Zweck habe ich mir einige Gedanken gemacht. Schließlich bin ich dann zu zwei grundlegenden Ideen gekommen:

  1. Eine Lerneinheit darüber, wie man „richtig“ lernt
  2. Eine Lerneinheit für angehende Spieleautoren, die sich mit dem Entwicklungsprozess eines Gesellschaftsspiels beschäftigt

Idee 1: Lerneinheit übers Lernen

Bevor ich genauer auf das Thema eingehe, möchte ich zunächst meine Motivation dazu genauer erläutern: Ich hatte als Schüler immer das Glück, die wichtigsten Infos schon im Unterricht aufschnappen zu können. Dadurch musste ich dann nicht viel auf Prüfungen lernen und bin trotzdem gut durch die Schulzeit gekommen. Da ich aber quasi nie gelernt habe (natürlich habe ich gelernt, aber eben nicht viel!), habe ich auch nie gelernt wie man „richtig“ lernt. Mit richtig lernen meine ich in diesem Fall nicht das effektive Lernen (= gute Noten), sondern viel mehr das effiziente Lernen (= nicht unnötig viel Lernen zu müssen, um die Lernziele zu erreichen). Genau das wurde mir dann während meines ersten Studiums zum Verhängnis. Ich brauchte für Hausaufgaben, die eigentlich in einem Tag machbar waren, die 3- bis 5-fache Zeit. Unter diesen Umständen ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass ich dieses Studium abgebrochen habe.

Mittlerweile habe ich mein Lernverhalten optimiert und würde mein Lernen heute sowohl als effektiv und auch effizient beschreiben. Doch leider kenne ich einige Kommilitonen, die nun dasselbe Problem haben wie ich damals.

An diesem Punkt habe ich mir überlegt: Wäre es nicht toll, wenn es eine Möglichkeit gäbe eine Lernanwendung zu haben, die einem das „richtige“ Lernen beibringt?

So weit so gut. Doch so schön diese Idee auch sein mag: Das Problem ist, dass jeder Mensch unterschiedlich gestrickt ist. Das heißt, nur weil eine Lernmethode bei mir funktioniert, muss das noch lange nicht bedeuten, dass sie das auch für andere Studierende tut. Außerdem bin ich mir nicht sicher, inwiefern es Fachliteratur zu diesem Thema gibt beziehungsweise wie einig sich die Wissenschaftler zu diesem Thema sind. Ich habe in diese Richtung zwar noch nicht recherchiert, könnte mir aber vorstellen, dass ich hier ein Problem bekommen könnte.

Fazit zu Idee 1: Die Idee ist mit zu vielen Schwierigkeiten und Problemen behaftet, deren Lösung im Rahmen des Faches Methodentraining nicht möglich ist (zu zeitaufwändig, wenn nicht sogar unmöglich).

Idee 2: Lerneinheit für Spieleautoren

Auch bezüglich dieser Idee möchte ich zunächst meine Motivation erklären. Der wichtigste Punkt ist wohl, dass ich selbst sehr spielebegeistert bin und mir selbst öfters Gedanken gemacht habe, wie man Spiele optimieren kann oder gar selbst von Grund auf entwickeln kann. Ich hatte eine Menge Ideen uns hatte einen immensen Drang diese auch umzusetzen. Leider war ich dazu aber nicht in der Lage. Die Ursachen dafür waren unterschiedlich und breit gefächert (hier nur ein paar Beispiele, die eigentliche Liste wäre viel größer):

  • Mangelnde Organisation
  • keine Kenntnisse zu Kreativitätstechniken
  • keine Kenntnisse darüber, wie ein Spiel veröffentlicht wird
  • falsches Vorgehen beim Testen von Prototypen

Für mich wäre damals eine entsprechende Lernanwendung also Gold wert gewesen.

Nun ein paar Details zu meiner Idee: Der Grundgedanke war der, eine Lernanwendung im Browser anzubieten (Vorteile: Zugriff von verschiedenen Geräten, kein separater Download, etc.). Diese Webseite soll eine Tutorialreihe bieten, die dem angehenden Autor den Produktionsprozess eines Gesellschaftsspiels von Präproduktion (Ideenfindung, Organisation) über Produktion (Prototypen, Anleitung schreiben) und Postproduktion (Testen) bis hin zur Distribution (wie veröffentlicht man ein Spiel?) näherbringt.

Dabei soll der Autor bereits während des Tutorials ein kleines Spiel entwickeln, um so zum einen praktische Erfahrung zu sammeln und zum anderen auch sichtbare Erfolge beziehungsweise Fortschritte zu erleben. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf Präproduktion, Produktion und Postpoduktion. Dennoch soll auch darauf eingegangen werden, auf welchem Wege Spiele veröffentlicht werden können (Distribution) und wie man beispielsweise am Besten Kontakt zu Spieleverlagen aufnehmen kann.

Hinweis: Die Phasen (Präproduktion bis Distribution), die ich beim Produktionsprozess von Spielen genannt habe, basieren auf dem Produktionsprozess von Medienprodukten:

  • Klimsa, P.; Vogt, S. (2007): Technik, Organisation, Content – Elemente der Medienproduktion. In: Europäische Tagung zur Medienproduktion. Ilmenau: Universitätsverlag Ilmenau.

Während ich mir bei Idee 1 noch unsicher war, ob ich überhaupt solide Literatur finden kann, auf der die Lernanwendung aufgebaut werden kann, sieht das für diese Idee ganz anders aus. Bei ersten Recherchen habe ich viel Literatur zum Thema Game-Design generell, aber auch Literatur für Spieleerfinder gefunden.

Allein spielmaterial.de bietet eine interessante Auswahl an Literatur:

https://www.spielematerial.de/de/spielmaterial/literatur.html

Fazit zu Idee 2: Die nehm ich! Gründe: Größere persönliche Motivation, mehr Literatur, genauere Vorstellungen zur Umsetzung.

Nicht nur aufgrund der besseren Bilanz der zweiten Idee bezüglich „pro und kontra“ habe ich mich für die Lernanwendung für angehende Spieleautoren entschieden. Spätestens beim Beschreiben der Motivationen war mir klar, dass dies einfach mehr ein „Herzensprojekt“ für mich ist, als die erste Idee.

Schreibt doch gerne in die Kommentare (falls ich mich dazu entscheide, sie freizuschalten), was ihr von den Ideen haltet! Über weitere Anregungen zu den Ideen würde ich mich ebenfalls sehr freuen!

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