Reflexion: Analyse

Guten Mittag liebe Leser!

Heute morgen habe ich die Analyse für meine Lernanwendung als Beitrag veröffentlicht. In diesem Beitrag hier möchte ich meine Reflexion dazu durchführen. Wie immer werde ich die Reflexion (was habe ich selbst gelernt?) von der Evaluation (was wurde bezogen auf das Projekt gemacht? War es erfolgreich? Was fehlt noch?) trennen. Während der Analyse konnte ich glücklicherweise auf einiges an Grundwissen zurückgreifen. Der „Nachteil“ an dieser Stelle ist aber, dass ich dafür „lerntechnisch“ nicht allzu viel mitnehmen konnte.

Wie gewohnt werde ich mich von Themenblock zu Themenblock durcharbeiten:

Die heutige Reflexion/Evaluation bezieht sich auf den folgenden Beitrag: Analyse

Bildungsbedarf

Ich habe versucht den Bildungsbedarf über den Umsatz des Spielemarkts (Gesellschaftsspiele) in Deutschlands herzuleiten. Meine Argumentation war es dabei, dass wenn der Umsatz steigt, dass auch mehr Spiele verkauft werden. Bei dieser Annahme sind aber folgende Einschränkungen zu beachten:

  • Statt der verkauften Anzahl, könnten auch nur die Preise der Spiele gestiegen sein.
  • Ich bin davon ausgegangen, dass mit einer größeren Anzahl an verkauften Spielen auch eine größere gewünschte Vielfalt an unterschiedlichen Spielen einhergeht. Das kann zwar der Fall sein, muss es aber nicht unbedingt.

Aus meiner eigenen Beobachtung heraus konnte ich keine (deutlich) steigenden Preise bei Spielen feststellen, weshalb ich mir bei diesem Kritikpunkt weniger sorgen mache. Größer ins Gewicht fällt an dieser Stelle der zweite Punkt. Denn es könnte durchaus sein, dass der Umsatz dadurch gesteigert wurde, dass wieder verstärkt Klassiker à la Monopoly und co. gekauft wurden. Dennoch denke ich, dass es den Spielemarkt niemals Schaden kann, wenn die Vielfalt an unterschiedlichen Spielen ausgebaut wird.

Die Argumentationskette bezüglich der Spieleautoren-Problematik finde ich auch nach genauerer Betrachtung noch schlüssig. Auch wenn man sich hier vor Augen halten muss, dass es sich nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse handelt, sondern viel mehr um logische Schlussfolgerung basierend auf ein paar recherchierten Fakten.

Zielgruppe

Bei der Definition der Zielgruppe hatte ich zugegebenermaßen einige Probleme. Zuerst musste ich mir klar werden, dass die Zielgruppe „Spieleautoren“ und die Zielgruppe meiner Lernanwendung sich zwar überschneiden, aber keineswegs identisch sind. Für die Lernanwendung werden sich hauptsächlich Anfänger in der Spieleentwicklung interessieren. Einschränken musste ich meine Zielgruppe außerdem beszüglich des Alters, da ich sicherstellen wollte, dass gewisse Grundkenntnise vorhanden sind. Allerdings ist es fraglich, ob die Einschränkung des Alters wirklich eine gute Methode ist, um dieses Grundwissen sicherzustellen.

Ich denke, dass ich ansonsten ein recht klares Bild schaffen konnte, was die Zielgruppe angeht. Was ich aber nicht leisten konnte, ist es eine Größenordnung für die Zielgruppe zu nennen. Das ist bedauerlich, da ich in einem anderen Fach (Entrepreneurship) gelernt habe, dass man an dieser Stelle Zahlen nennen sollte. Hier sollte ich also im Laufe des Blogs noch einmal nacharbeiten und die Wissenslücke schließen.

Kontext

Der problematischte Teil der Analyse war aber in meinen Augen „der Kontext“. Mir war nicht ganz klar, was nach dem ROME-Vorgehensmodell genau mit der Analyse des Kontexts gemeint war. Ich habe mich nach langem hin und her dafür entschieden, dass ich den Kontext als „Rahmenbedingungen für meine Lernanwendung“ interpretiere. Das heißt in welchem Umfeld die Lernanwendung publiziert wird und welche externe Einflüsse darauf bestehen. Also habe ich mich auf die Suche nach unterschiedlichen Einflussfaktoren gemacht. Dabei bin ich auf Anbieter von Spielematerialien, Spieleverläge und die Spieleautorenzunft gestoßen. Im nächsten Schritt habe ich mir überlegt, in welcher Form sie die Lernanwendung genau beeinflussen und welche Folgen das für die Anwendung hat (Vorteile/Nachteile, welchen Nutzen ich aus den Einflüssen ziehen kann, etc.).

Bevor ich mich auf die Analyse des Kontext gestürzt habe, wollte ich eigentlich auf Nummer sicher gehen und die Originalveröffentlichung von Hambach zur systematischen Entwicklung von E-Learning-Angeboten (2008) zur Hand zu nehmen. Leider war die einzige Ausgabe in der Uni-Bibliothek dazu bereits verliehen. An dieser Stelle hätte ich nun unter Umständen auch auf den Lieferdienst zurückgreifen können. Ich habe mich aber stattdessen (aufgrund des Lerneffekts) dazu entschieden, mir selbst Gedanken zum Thema zu machen.

Ich werde mir aber definitiv bei nächster Gelegenheit das Buch besorgen und außerdem beim nächsten Seminar bei meinem Dozenten nachfragen, ob ich die Sache mit dem Kontext richtig verstanden habe.

Was habe ich gelernt (eigentliche Reflexion)?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, hat es sich beim bisherigen Teil eher um die Evaluation gehandelt. Was habe ich aber nun gelernt? Das möchte ich in einer kleinen Liste kurz zusammenfassen:

  • Ich sollte früher nach verfügbarer Literatur suchen
  • Ich sollte eventuell auch den Lieferdienst der Unibibliothek in Anspruch nehmen
  • Ich habe den Unterschied zwischen Bildungsbedarf und Bildungsbedürfnis gelernt

Moment mal? Bildungsbedürfnis? Genau, das habe ich bisher noch gar nicht erwähnt. Das liegt daran, dass es nicht Teil der eigentlichen Aufgabe war. Pflicht war es nur, den Bildungsbedarf zu analysieren. Da ich mir aber nicht sicher war, was damit genau gemeint ist, habe ich meinen Freund Google zu dem Thema befragt. So bin ich auf eine Webseite gestoßen, die den Begriff Bildungsbedarf erkärt und ihn vom Begriff Bildungsbedürfnis abgrenzt:

In meinen Augen ist es tatsächlich hilfreich den Unterschied zwischen den beiden Begriffen zu kennen, um nicht aus Versehen das Bildungsbedürfnis anstelle des Bildungsbedarfs zu ermitteln. Aber was ist jetzt überhaupt der Unterschied? Kurz zusammengefasst:

  • Bildungsbedarf = Objektive Abweichung zwischen Ist-Leistung und Soll-Leistung einer Person.
  • Bildungsbedürfnis = Von der Person selbst wahrgenommene subjektive Abweichung zwischen ihrer Ist-Leistung und Soll-Leistung.

Diese Auffassungen von Abweichung zwischen tatsächlicher und gewünschter Leistung können sich zwar überschneiden/identisch sein, aber sie können sich auch maßgeblich unterscheiden, da eine Person den eigenen Ist-Zustand gänzlich anders wahrnimmt und unter Umständen auch den Soll-Zustand anders interpretiert.

Während dem Schreiben des eigentlichen Reflexionsteils ist mir bewusst geworden, dass ich doch mehr bei diesem Arbeitsschritt gelernt habe, als zunächst angenommen. Ich bin mir auch sicher, dass mir im Laufe des Projekts im Nachhinein noch weitere Dinge auffallen werden, die ich hier bei der Analyse gelernt habte, die mir aber gar nicht bewusst waren. Ich freue mich jedenfalls über alles Neue, das ich lerne. Deshalb bin ich auch immer offen für Anmerkungen und Anregungen (schreibt sie gerne in die Kommentare!). Oder habt ihr Fragen an mich? Auch die könnt ihr gerne in die Kommentare schreiben. Ich versuche sie dann so ausführlich zu beantworten wie es mir möglich ist!

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