Detailkonzept (II) – Lehrformen und Lehrmaterial

Hola! Nachdem ich im letzten Beitrag nochmals genauer auf die Lehrziele eingegangen bin, möchte ich mich in diesem Beitraf auf die Lehrformen und Lehrmaterialeien konzentrieren, die ich verwenden möchte. Kurz gesagt: Wie und womit sorge ich dafür, dass die Lernenden die Lernziele erreichen?

Lehrformen

Wie bereits im Gesamtkonzept beschrieben, ist das angewendete Prinzip hauptsächlich „learning by doing“ (Shame on me, hier erstmal nur eine Wikipedia-Quelle: Learning by Doing). Der oder die Lernende soll das Entwickeln eines Spiels lernen, indem er oder sie tatsächlich ein eigenes Spiel entwickelt. Zu diesem Zweck wird es eine Tutorial-Reihe geben, die Schritt für Schritt durch die im letzten Beitrag genauer spezifizierten Phasen leitet. Dabei soll der lernenden Person aber nicht alles einfach „vorgekaut“ werden. Die Idee ist, dass die Person selbst bestimmen kann, wie genau sie ins Detail geht. Aber sie muss eben auch selbst aktiv werden.

Doch wie kann man das umsetzen? Der grundsätzliche Aufbau des Tutorials soll so Aussehen:

  • Es gibt die vier Produktionsphasen (Preproduktion, Produktion, Postproduktion, Distribution)
  • Jede Phase entspricht einer „Lerneinheit“, die aus mehreren Aufgaben besteht.
  • Jede Aufgabe besteht wiederum aus drei wichtigen Teilen:
    1. Einführungstext, der die Relevanz des Themas erläutert und einen ganz groben Überblick über die Zusammenhänge gibt
    2. Aufgabenstellung
    3. Hyperlinks auf Wissensbeiträge, die dabei helfen sollen die Aufgabe zu lösen (im Notfall auch externe Quellen)
  • Die Aufgaben leiten die lernende Person durch die Entwicklung eines Spiels, das am Ende (theoretisch) wirklich veröffentlicht werden könnte. Sie arbeiten im Prinzip die Lernziele ab.

Die Tutorial-Reihe ist also mit einer Wissensdatenbank verbunden, die aus mehreren (auch untereinander verlinkten) Wissensbeiträgen besteht. So ergibt sich neben der Nutzung des Tutorials auch eine zweite Verwendungsmöglichkeit für (mutmaßlich fortgeschrittenere) Lernende. Sie können Wissenslücken schließen, indem sie mit Hilfe einer Suchfunktion nach entsprechenden Beiträgen suchen.

Lehrmaterial

Grundsätzlich ist die sinnvollste Methode für die Bereitstellung der Lernanwendung eine Online-Webseite. Je nach Komplexität (Anzahl und Verflechtungsgrad der Wissensbeiträge) genügt dafür ein System wie WordPress oder man muss auf eine Wiki zurückgreifen. Die optische Aufbereitung betreffend ist sicherlich WordPress zu bevorzugen. Allerdings eignet sich eine Wiki deutlich besser für die Verwaltung einer Vielzahl von Artikeln. Die endgültige Entscheidung schiebe ich an dieser Stelle noch etwas hinaus.

Wie werden die Materialien aufbereitet?

  • Die Aufgaben bestehen aus oben genannter Dreiteilung und werden hauptsächlich in Textform dargeboten. Unter Umständen kann die Aufgabe mit einer kleine Grafik oder Karikatur etwas aufgelockert werden.
  • Die Wissensbeiträge sollen ebenfalls hauptsächlich auf Text basieren. Allerdings sollen hier, wann immer es möglich ist, auch grafische Inhalte zur Verdeutlichung beigefügt werden. Das bietet sich beispielsweise hervorragend bei der Erklärung von Spielmechaniken an.

Die Lerneinheiten

Preproduktion

1. Welche Arten von Spielen gibt es?

  • Einführender Text: Erläuterung der Relevanz für Ideenfindung, Aufzählung der Arten
  • Aufgabe: Sich einen Überblick verschaffen + darüber nachdenken, welche Spieleart einem selbst am Meisten gefällt
  • Wissensbeiträge: Für jede Spieleart einen Artikel (Am Anfang: Kartenspiel, Würfelspiel, Brettspiel; später Erweiterung um mehr Sorten)

2. Wie definiere ich meine Zielgruppe?

  • Einführender Text: Erläuterung der Relevanz für Ausrichtung des Spiels, verschiedene Methoden nennen (z.B. demografisch, sozioökonomisch, siehe – vorerst auf Wikipedia – Zielgruppe)
  • Aufgabe: Sich einlesen und seine Zielgruppe bestimmen – Empfehlung für das erste Spiel: Sich selbst als Zielgruppe sehen und entsprechend definieren.
  • Wissensbeiträge: Je ein Beitrag für jede Methode

3. Wie finde ich Ideen?

  • Einführender Text: Erläuterung der Relevanz von Kreativitätstechniken für alle Phasen der Entwicklung, Unterscheidung von Techniken zur Ideensammlung und Ideenoptimierung
  • Aufgabe: Kreativitätstechniken anwenden, um eine erste Idee zu entwickeln
  • Wissensbeiträge: Für jede Kreativitätstechnik einen Beitrag, zusätzlich als „außerdem interessant“: Artikel zur Beschaffung von Spielematerialien und Akquisition von Testern hier schon verlinkt (für Neugierige)

Produktion

1. Welche Spielmechaniken gibt es?

  • Einführender Text: Erläuterung, dass die verschiedenen Spielmechaniken den Kern und die Individualität eines jeden Spiels ausmachen
  • Aufgabe: Sich einlesen und seine favorisierten Spielmechaniken bestimmen – Hinweis, dass nicht alles gelesen werden muss!
  • Wissensbeiträge: Für jede Spielmechanik einen Beitrag, eventuell Kategorisierung der Mechaniken nach Spielart oder ähnlichem, um eine bessere Übersicht zu gewährleisten.

Hinweis: Als ersten Überblick über mögliche Spielmechaniken haben die folgenden beiden Beiträge von www.teilzeithelden.de gedient:

2. Wie lassen sich die verschiedenen Konzepte miteinander verbinden?

  • Einführender Text: Erläuterung, dass die einzelnen Spielmechaniken vorerst nur „Artefakte“ sind, die erst dann zu einem Spiel werden, wenn man sie individuell miteinander kombiniert.
  • Aufgabe: Versuchen, die favorisierten Mechaniken zu einem Spiel zu kombinieren + Tipps und Tricks dazu lesen
  • Wissensbeiträge: Eine kleine Sammlung von Beiträgen, die darauf eingeht, wie sich bestimme Mechaniken kombinieren lassen bzw. wie man grundsätzlich dabei vorgeht

3. Wie ist eine Anleitung aufgebaut?

  • Einführender Text: Erzählen, dass jedes Spiel eine Anleitung benötigt und wieso. Außerdem darauf hinweisen, dass eine übersichtliche und einfache Struktur unabdinglich ist (Zugänglichkeit).
  • Aufgabe: Eine Gliederung (am Besten schon mit Stichpunkten zu den Inhalten) für die Anleitung entwerfen
  • Wissensbeiträge: Einen Beitrag, der verschiedene Strukturen von Anleitungen als Beispiel auflistet und erklärt (evtl. auf mehrere Beiträge aufsplitten, da mit vermutlich mit viel Bildern gearbeitet werden wird)

4. In welchem Stil ist eine Anleitung geschrieben?

  • Einführender Text: Erklären, dass der erste Eindruck zählt. Wenn eine Anleitung schlecht geschrieben ist, wird das Spiel eventuell gar nicht erst gespielt. Darauf hinweisen, dass vorallem die Zielgruppe ein entscheidendes Kriterium für die Stilwahl ist.
  • Aufgabe: Einlesen + Einleitung für die Anleitung verfassen.
  • Wissensbeiträge: Einen Beitrag, der der die Kriterien für die Stilwahl beschreibt (Zielgruppe, Setting, Komplexität) und ein paar Beiträge zu verschiedenen Schreibstilen (simpler Schreibstil, witziger Schreibstil, niveauvoller Schreibstil, etc.)

5. Wie erklärt man das Spiel am Besten?

  • Einführender Text: Wichtigkeit für die Zugänglichkeit betonen.
  • Aufgabe: Die Anleitung vervollständigen.
  • Wissensbeiträge: Beiträge zu häufig gemachten Fehlern und Best Practices

Postproduktion

1. Wie erstelle ich meinen Prototypen?

  • Einführender Text: Wichtigkeit der Tests und Optimierung betonen. Am Besten kann man testen, wenn man das Spiel wirklich vor Augen hat.
  • Aufgabe: Einen Prototyp erstellen.
  • Wissensbeiträge: Schrittweises Vorgehen, Bestellung von Materialien, Werkzeuge, Tipps und Tricks (um sich Arbeit zu sparen)

2. Wie akquiriere ich Tester?

  • Einführender Text: Darauf hinweisen, dass man ein Spiel nicht alleine testen kann und sollte + warum es von Vorteil ist, sich zusätzliche Tester zu holen
  • Aufgabe: Tester anwerben (am Besten aus Familien- und Bekanntenkreis)
  • Wissensbeiträge: Beiträge zu Themen wie: Tester finden, Tester überzeugen

3. Wie teste ich mein Spiel und meine Anleitung?

  • Einführender Text: Betonen, dass nicht nur das Testen an sich wichtig ist, sondern auch das Ziehen von richtigen Schlüssen und das Umsetzen entsprechender Änderungen
  • Aufgabe: Spiel und Anleitung testen
  • Wissensbeiträge: Beiträge zu Testmethoden für das Spiel, Beiträge für Testmethoden für die Anleitung, Tipps und Tricks wie man Ergebnisse interpretiert und Probleme löst.

Distribution

1. Wie finde ich den richtigen Verlag?

  • Einführender Text: Verschiedene Methoden der Veröffentlichung nennen und kurz beschreiben. Erklären, weshalb sich an dieser Stelle auf den Weg mit dem Verlag beschränkt wird.
  • Aufgabe: Favorisierte Verläge heraussuchen; prüfen, ob sie überhaupt an dieser Art von Spiel interessiert sind
  • Wissensbeiträge: Einen Beitrag, der die wichtigsten Auswahlkriterien beschreibt; Einen Beitrag, der bekannte Verläge auflistet und charakterisiert + Links

2. Das Spiel richtig für die Einreichung aufbereiten

  • Einführender Text: Darauf hinweisen, dass ein Großteil der Einreichungen abgelehnt werden und weshalb. Schlussfolgerung: Das Spiel muss richtig aufbereitet sein und gut durchdacht
  • Aufgabe: Einzureichende Daten sammeln und aufbereiten
  • Wissensbeiträge: Beiträge zu Themen wie: Welche Daten werden für die Einreichung benötigt? Was sind häufige Fehler? Wie detailliert muss die Einreichung sein?

3. Verhandeln mit dem Verlag

  • Einführender Text: Situation erläutern, dass nur ein kleiner Teil des Geldes letzten Endes beim Autor ankommt. Betonen, dass man sich deshalb umso mehr nicht über den Tisch ziehen lassen sollte und wo man im Notfall Unterstützung herbekommt.
  • Aufgabe: Spiel einreichen
  • Wissensbeiträge: Beiträge, die typische Vertragsmodelle auflisten und erklären + Beitrag, wie man sich in Verhandlungen verhalten sollte + Anlaufstellen bei Problemen (beispielsweise: Spieleautorenzunft)

Damit bin ich vorerst am Ende der Detailkonzeption. Aber bereits beim Schreiben dieses Beitrags sind mir einige Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten aufgefallen, die ich noch gerne aus der Welt schaffen würde. Unteranderem, indem ich noch mehr Fachliteratur zur Hilfe nehme. Der Plan ist also erstmal folgender:

  1. Die Evaluation durchführen
  2. Einen aktualisierten Beitrag zur Detailkonzeption veröffentlichen, der die gemachten Fehler korrigiert und das Konzept verbessert

Die Detailkonzeption ist ein enorm wichtiger Schritt in der Entwicklung meiner Lernanwendung und hat großen Einfluss darauf, ob die Lernanwendung „ein Erfolg wird“ oder nicht. Deshalb möchte ich dieses Mal nicht nur darauf hinweisen, dass ich mich über Kommentare und Anregungen freuen würde, ich bitte euch sogar inständig (und natürlich höflichst) darum!

Danke fürs Lesen und schon jetzt auch danke für jede Anregung und jeden Tipp!

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