Mai 312016
 

High End Resolution, modernste Grafiken-Engine, Bewegungs- bzw. Berechnungstechniken, komplexe realistische Animationen und vieles mehr wird heutzutage bei den neusten Videospielen gewünscht und angepriesen.

Wenn man sich zum Beispiel das neuste DOOM oder the Witcher 3 Spiel anschaut, ist man schnell von der vielfältigen, eindrucksvollen und großen Welt verzaubert. Doch irgendwie fehlt öfters das Gefühl, dass man früher hatte, wenn man die verpixelten Vorgängern von heutigen Computerspielen spielte. In der Spieler-Community hört man immer mehr, dass sich viele Spielern und Spielerinnen “langweilen“ oder sich schwerer Spiele wünschen, obwohl es doch eine wahnsinnige Entwicklung in der Spieletechnik gab.

Unter manchen Spielern und Spielerinnen, die diverse Spielegenerationen miterlebt haben, gehört eine bestimmte Wehmut zum kleinen Alltag, “Früher war alles besser“, heißt es dann so oft und verdeutlicht die Situation, dass viele aktuelle Spiele die digitale Magie von damals nicht richtig einfangen können. Ich erinnere mich noch, da spielte ich auf dem Rechner meiner Mutter auf Windows 98 PAC-MAN, Fallout oder Age of Empire. Wenige Jahre Später kamen meinen ersten Konsolenspiele, bei denen man Stunden über Stunden gespielt hat , auch wenn man 20 Stunden brauchen für diese eine gewissen Mario Level oder um diese einen Karte zu schaffen. Viele von diesen damaligen 8-Bit Spielen haben immer noch eine riesen Fangemeinde.

Wer erinnert sich nicht gerne zurück und kriegt Lust wieder Tetris oder Super Mario an seinem Computer bzw. seiner alten Spielekonsole zu spielen. Spiele wie Zelda, Grand Theft Auto, Mario Kart, Tomb Raider, Fallout, Final Fantasy und viele andere Spiele lassen sich mit ihren heutigen Versionen und den Anfängen vor 20 Jahren vergleichen. Damals konnte man noch mehr Gegner zählen als Pixel zusehen waren, trotzdem spielte man stundenlang und beschwerte sich nie über die Grafik oder Pixelfehler.

Doch was war damals anders? Betrachtet man die Spielvielfalt wie sie früher und heute ist. Früher konnte man auf den ersten Gameboy von 1989 Tetris und einige kleine Jump ‘n‘ Run spielen. Heute ist die Spielvielfalt von einer enormen Auswahl an Spielen geprägt, ob man Rollenspiele, Adventure, Jump ‘n‘ Runs, Ego-Shooter oder was anderes spielen mag, das gewünschte Spielegenre kann man immer finden. Jump ‘n‘ Runs waren damals die am Beliebtesten Spiele.

Es ging darum von Level zu Level zu gelangen bis man zum Finale kam um den Endboss in einer komplizierten und geschicklicher Art und Weise zu besiegen. Ein gutes Beispiel dafür ist Donkey Kong Mitte der 90er und Super Mario in den 80er. Doch Jump ‘n‘ Runs sind heutzutage nicht mehr die Nummer eins der beliebtesten Spiele sondern wahrscheinlich Rollenspiele. Diese Spiele haben, durch die enorme realistische Grafik, einen hohen Gewaltfaktor. Je besser Blut, Verletzungen und Waffen zuerkennen sind, desto erfolgreicher kann das Spiel sind, gutes Beispiel ist Call of Duty. Videospiele haben sich auch von der Perspektive sehr verändert, während früher man den Spielvorgang noch aus der Vogelperspektive angeschaut hat, spielt man heute oft aus Sicht der Ego- oder Verfolgerperspektive.

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Durch die Vogelperspektive hatte der Spieler immer das Gefühl nicht mitten in der Aktion zu sein. Dies führte auch, dass der wichtige realistische Anteil nicht so stark ausgeprägt war wie heutzutage. Dank der Ego- und der Verfolgerperspektive sowie der unglaublichen Grafik erhält der Spieler bzw. die Spielerin vielmehr das Gefühl die Handlungen selber auszuführen. Doch nun zum größten Kriterium im Vergleich der Spielegenerationen: der Schwierigkeitsgrad.

Früher wurden die Jump ‘n‘ Runs Spiele von Level zu Level schwieriger. Wer von uns kann sich nicht erinnern, wie viele Tage man brauchte, um nur die ersten 25 Level in Super Mario zuschaffen und dann beim nächsten Level nochmal 20 Stunden Spielzeit anhängen konnte. Wie oben schon erwähnt, beklagen sich viele Spieler und Spielerinnen gegen die Einfachheit der heutigen Spiele. Das Problem könnte darin liegen, dass die Entwickler möglichst nutzerfreundliche Spiele, auch für Einsteiger, schaffen müssen. Wenn der Spieler bzw. Spielerin von heute in seiner/ihrer Vergangenheit schwelgt und den besonderen Spielerlebnissen hinterer trauert, in der vermeintlich Spiele besser waren, wünscht er sich diese Qualität zurück.

Aber nüchtern betrachtet, die Storys waren nicht besser und die Charaktere nicht ausgeprägter. Doch damals waren wir noch jung, unsere Erwartungen und Qualitätsansprüche waren noch nicht so hoch. Man akzeptierte die damaligen Spiele schon als hoher Maß der Technik und war schnell fasziniert, während man heute schon mit einer gewissen Skepsis an vieles rangeht. Bezieht man noch die Zeit hinzu, dann verblassen auch viele negative Erfahrungen und was bleibt ist das wunderbare Abenteuer was man mit Link, Mario oder PAC-MAN in einer doch einfach aussehenden Welt hatte.

Mai 252016
 

Eigentlich wollte sich Nathan Drake nach seinem letzten Abenteuer in der Wüste auf der Suche nach dem sagenumwobenen Schatz des El-Dorado-Sakrophags zurückziehen, in Ruhestand gehen und ein gemütliches Leben mit seiner frisch verheirateten Frau Elena genießen. Das klappt auch sehr gut, bis sein bis dahin totgeglaubter Bruder Sam auftaucht, und ihn bittet, ihm auf der Suche nach dem 400 Millionen Dollar Schatz von Henry Avery zu begleiten. Und Schwupps, ist Nate zurück im Geschäft…

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Uncharted 4 liefert ähnlich wie seine Vorgänger ein Storyboard, welches man eher einem für den Oscar nominierten Actionfilm aus Hollywood zuordnen könnte, als einem gewöhnlichem Videospiel. Neben Nathan Drake spielt, sein Bruder Sam der im vierten Teil des Action-Adventures sein Debüt feiert, die wichtigste Rolle. Alt bekannte Charaktere, wie Nate´s „Ziehvater“ Victor Sullivan, dürfen natürlich nicht fehlen und begleiten Nathan über die meiste Zeit des Spiels. Bezogen auf die reine Story, die im Vergleich zu den Vorgängern noch deutlich mehr Überraschungen und Wendungen bereithält, verbietet es sich aber weitere Infos preiszugeben. Jeder Spieler sollte das für sich selbst erleben!

Schon Uncharted 1-3 zeigte uns, damals noch auf der Playstation 3, was für man für eine unglaubliche Grafik aus der Konsole herauskitzeln kann. Was „Naughty Dog“ aber mit seinem jetzigen Ableger geleistet hat, setzt dem Ganzen die Krone auf. Vom mediterranen Flair in Italien, über die nasskalten, düsteren Hochburgen Schottlands, hinunter in den tropischen Dschungel von Madagaskar. Wer Uncharted spielt, durchquert Landschaften, die man sonst für gewöhnlich  nur auf Postkarten findet, Eine schöner und atemberaubender als die Andere. Obendrein sind es vor allem bestimmte Details, wie das abwechselnde Spiel von Licht und Schatten oder beim Schleichen durchs hohe Gras, welche ein besonderes Spielerlebnis vermitteln.

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Hinsichtlich des Gameplays gibt es auf den ersten Blick erstmal wenig Neuerungen. Der altbewährte Mix aus Klettern, Rätseln und dem Angriff von Gegnerwellen ist auch in Uncharted 4 weitestgehend vorhanden. Allerdings erfordern einige Kletterpassagen und Rätsel keinerlei geistiger Anstrengung seitens des Spielers, um diese erfolgreich zu meistern. Die herausstehenden Felskanten oder Holzbalken sind meistens schon von weitem erkennbar und recht leicht zu erklimmen. Ausgeglichen wird dieses Defizit durch eine erhöhte Aktivität seitens der Umwelt von Nathan, die sehr stark interagiert. Abbrechende Fenstersimse, das Knacksen von morschem Holz oder in sich komplett einstürzende Häuser, wirken sehr authentisch und lösen im Spieler auch ein gewisses Adrenalingefühl aus. Trotzdem dürfte die enorm lineare Spielweise den Ein oder Anderen erfahrenen Uncharted-Spieler nach einer Weile etwas auf die Nerven gehen.

Man gewöhnt sich sehr schnell an die Abläufe und weiß schon vorher, wo es wie lang gehen muss und welcher Pfad zum Ziel führt. Des Weiteren sind auch die Schätze, die im vierten Teil wieder zahlreich versteckt sind, manchmal doch schon sehr offensichtlich zu finden. Dazu man muss festhalten, dass dieses Konzept in den vorherigen Teilen so gut funktioniert hat, dass „Naughty Dog“ auch überhaupt keinen Anlass hatte, daran etwas zu verändern. Never change a running system – in diesem Sinne.

 

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Gadgets, wie das Seil oder der Stöckelhaken, sorgen aber zugleich für eine sinnvolle und vor allem angenehme Neuerung. Man hat als Spieler einerseits mehr Bewegungsmöglichkeiten, wie etwas Abwechslung, anderseits ist man aber auch nicht überfordert mit der Anzahl an Hilfsmitteln auf dem Bildschirm, was zum Beispiel bei der Batman-Reihe negativ anzumerken war.

Was besonders die Entdecker und „Herumsucher“ begeistern dürfte ist die Tatsache, dass nun deutlich mehr Interaktionen im Spiel selbst möglich sind, sei es mit herumliegenden Gegenständen bei der Erkundung einer Höhle oder das Gespräch mit anderen Charakteren. Vor allem in Bezug auf den Dialog mit anderen Charakteren und den daraus entstehenden unterschiedlichen Reaktionen des Gegenübers, dürfte „Naughty Dog“ ein Auge auf „Heavy Rain“ geworfen haben, welches ebenfalls aus dem Hause Sony stammt.

Neben der spannenden Einzelkampagne, kann natürlich auch im Multiplayer (nur online) gezockt werden. Die Maps des klassischen Team-Deathmatch-Modus und der anderen Modi, wie Eroberung oder Verteidigung, orientieren sich dabei auf Schauplätze, die man während der Kampagne durchschreitet und deshalb bekannt sind. Trotz zahlreicher Verbesserungen wird der Multiplayer natürlich niemals an ein „Battlefield“ oder „Call of Duty“ mit Klassenentwürfen, Abschussserien etc. herankommen. Das ist aber auch nicht der Anspruch und die Absicht von Uncharted!

Zusammenfassend kann man mit hoher Sicherheit feststellen, dass Uncharted 4 so gut wie alle Erwartungen erfüllt bzw. sogar übertrifft. Dank gut dosierter Erneuerungen ist es ein Spiel mit altbewährten Stärken, gespickt mit neuen frischen Ideen. Jede Minute der ca. 35-40 Stunden Spieldauer ist ein Hochgenuss für alle Action-Adventure-Fans und deshalb völlig zurecht bereits jetzt das Spiel des Jahres in diesem Genre!

 

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Mai 172016
 

So, jetzt ist es tatsächlich wieder so weit. Ich, der seit gefühlt zehn Jahren keinen Controller mehr in der Hand hatte, hat sich wieder einmal eine Konsole organisiert. Die Entscheidung, welche es sein sollte, fiel mir nicht schwer. Ich hatte früher eine Xbox 360, mit der ich mich eher mittelmäßig verstanden hatte. Also ist ein Markenwechsel bestimmt eine gute Idee. Außerdem hab ich mich auch im Internet informiert: Die meisten Internetplattformen raten zu einer PlayStation 4. Es gibt mehr Games, die man nur exklusiv auf der PS4 spielen kann, die Grafik der PS4 ist der, der Xbox One überlegen und die Verkaufszahlen sprechen ebenfalls für die PlayStation. Die breite Masse irrt sich bestimmt nicht!
Als ich noch mit der Xbox daddelte, besaß ich zwei Spiele: Call of Duty: Modern Warfare und Fifa 09. Mit letzterem will ich nun auch die PlayStation füttern. Natürlich nicht mit dem Spiel von 2009, sondern mit der aktuellsten Version.

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Die Xbox 360 hatte ich mir damals zugelegt, weil ich des Öfteren in meinem Freundeskreis einen Controller in die Hand gedrückt bekam und mitspielen sollte. Dies hatte mir eigentlich immer Spaß gemacht und ich bemerkte, dass es kein Hexenwerk ist, im richtigen Moment den richtigen Knopf zu drücken. Also beschloss ich, mir auch eine zuzulegen, um eine Alternative zum immer schlechter werdenden Fernsehprogramm zu haben. Gesagt – getan. Im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens war rasch eine gefunden, zufällig gerade im Angebot mit dem aktuellen Fifa 09 – Spiel. Daheim ausgepackt, alles ausprobiert – und dann kam schnell die Ernüchterung. Alleine gegen den Computer zu zocken, hatte ich mir spaßiger vorgestellt. Wenn allein Fifa zu spielen schon keinen Spaß macht, dann aber bestimmt das Rumgeballere bei Call of Duty. Dachte ich jedenfalls. Also bin ich ein paar Tage später wieder in die Stadt gefahren und habe weitere 60 Euro liegengelassen. Diesmal hoffentlich für etwas mehr Spaß. Zudem war ja auch noch ein Probemonat Internet im Lieferumfang der Xbox 360 enthalten gewesen. Ein guter Zeitpunkt, um mit dem Onlinegaming anzufangen. Aber gegen die ganzen trainierten Call of Duty-Kämpfer hatte ich natürlich keine Chance und auch diesmal hielt sich die Freude in Grenzen. Seitdem hatte ich meine Zockerkarriere für beendet erklärt und nutze meine Xbox nur noch, um DVDs anzuschauen. Soviel zu meiner bisherigen Gaming-Erfahrung.

 

Optisch ist die PlayStation meiner Meinung nach deutlich ansprechender als die Xbox 360, zudem freue ich mich, dass ich jetzt endlich die Möglichkeit habe, auch Blue-Rays gucken zu können. Der Controller sieht dem der Xbox sehr ähnlich, sodass ich keine größeren Probleme haben sollte, im richtigen Moment die richtigen Knöpfe zu drücken. Ist wahrscheinlich wie Fahrradfahren, sowas verlernt man nicht mehr.

Ich starte die aktuelle Fifa-Version.2

 

Der erste Eindruck erinnert mich stark an frühere Zeiten: Die fetzige Musik und der klassische „EA Sports, it’s in the Game“ Spruch wecken meinen Sportsgeist. Dann fällt mir auf, dass sich die Menüführung sich doch stark verändert hat, und ich muss mich erstmal neu zurechtfinden. Zudem sind einige neue Funktionen hinzugekommen. Vom Ultimate Team ist nun die Rede, auch kann man jetzt Frauenmannschaften aufstellen. Nach einigen Tastendrücken habe ich es dann geschafft. Ich habe mich für den FC Bayern München als meine Mannschaft entschieden und lasse ihn gegen Borussia Dortmund antreten. Natürlich werde ich das Team in den roten Trikots (hoffentlich) zum Sieg führen. An den Standardeinstellungen habe ich nichts verändert und lasse mich überraschen, wie ich mich schlagen werde.

Dortmund ist von Beginn an klar besser. Ich schaffe es kaum über die Mittellinie. Meine einzige Chance: Konter. Aber selbst die bringen nichts ein und ich verliere immer den Ball, bevor mir ein Abschluss gelingt. Und so kommt es, wie es kommen muss, ich fange das 0:1 ein, das dann auch der Halbzeitstand ist. Naja, das ist aufholbar, denke ich mir. Doch in der zweiten Hälfte sieht es nicht besser aus und nach 90 Minuten steht es 0:3. Schade!
Eine Teilschuld gebe ich auf jeden Fall dem Schiedsrichtergespann, das viele Fouls der Borussia gar nicht gepfiffen hat. Den Rest nehme ich auf meine Kappe und schiebe die Niederlage auf meinen Trainingsrückstand.

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Beim Spielen hatte ich das Gefühl, dass sich die Laufwege der einzelnen Spieler deutlich verbessert haben und das Programm die Spieler intelligenter wechselt als noch vor einigen Jahren. Die Grafik hat sich natürlich ebenfalls stark verbessert und die Kommentare der Sprecher passen besser zum Spielgeschehen. Ansonsten sehe ich keine dramatischen Unterschiede.
Alles in allem hat es aber doch mal wieder Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letztes Spiel in dieser Woche war. Wahrscheinlich brauche ich aber noch einige weitere Durchgänge, um substanzielle spielerische Fortschritte zu machen.
Der große Spaß kommt aber noch, nämlich dann, wenn ich gegen reale Gegner spiele – auch wenn ich mir da wahrscheinlich wieder erst einmal einige Klatschen einfangen werde.

 

Mai 122016
 

Videospiele auf die große Leinwand!

 

Wer sich öfters mit kommenden Filmwerken beschäftigt, dem müsste schon aufgefallen sein, dass in den kommenden Jahren überdurchschnittlich viele Filme veröffentlicht werden, die auf Videospielen basieren. Ja wer hätte es gedacht, die Filmindustrie ist, nach Jahren nun endgültig, auf den Zug gesprungen Videospiele auf die große Leinwand zu bringen. Da man auf beiden Seiten, sei es Videospiel- oder Filmindustrie, nicht immer überzeugt von der erfolgreichen Kooperation bzw. von den Möglichkeiten der Umsetzung gewesen ist, wurden in den letzten Jahrzehnten Videospielfilme nicht bevorzugt produziert.

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Trotz allem werden, in den nächsten Jahren, uns Kassenschlager wie „Assassin´s Creed“(21. Dezember 2016, unter anderem mit Michael Fassbender) und „World of Warcraft“( 25. Mai 2016, unter anderem mit Travis Fimmel [Vikings]) im Kino präsentiert werden und ich denke so einige Gamer-Herzen werden bei dieser Neuigkeit höher schlagen. Doch stellt sich dann nicht die Frage, kann sowas denn überhaupt gut gehen?

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Videospielfilme in der Vergangenheit

Natürlich werden sich einige von euch denken: „Wovon spricht der da? Filme über Videospiele gibt es doch schon seit Jahrzehnten“. Seit den 90er Jahren wurden immer wieder Filmadaptionen von Videospielen geplant und (aber nur zum Teil[!]) verfilmt. Ich denke jeder kennt die Resident Evil-Filme, die in dieser Kategorie wahrscheinlich die erfolgreichsten ihrer Art waren. Aber es gibt Filme, die nicht mit ihrer Beliebtheit an ihre Videospiel-Vorbilder anknüpfen konnten. Wie zum Beispiel „Super Mario Bros.“. Dieser Film wurde im Jahr 1993 produziert und kann wirklich nicht mit hoher Kunst glänzen. Nicht mal ansatzweise konnte er die Atmosphäre und die Story des berühmtesten Jump´n´Run der Videospielgeschichte einfangen. Was aber zugegebenermaßen wirklich schwer sein muss. Wie will man auch ein Jump`n´Run ordentlich verfilmen?! Ein weiteres Beispiel für schlechte Videospielverfilmungen ist der Film „Pixels“. Die, zum Teil, kreative Idee mehrere Videospiele in einem Film einzubauen, ist bei Kritikern nicht gut angekommen. Dabei wurden die Spiele „Pac-Man“, „Donkey Kong“ und auch „Space Invaders“ durch die heutige Technik zwar gut in Szene gesetzt aber im Großem und Ganzem konnte der Film nicht überzeugen. Daher stellt sich mir die Frage, weshalb weiterhin auf Videospieladaptionen bauen?

 

Videospiele als Filme? Kann das überhaupt gehen?!

In letzter Zeit ist nun auch Nintendo mehrfach im Gespräch für die Film- und Serienproduktion ihrer eigenen Videospiele. Der große Videospielkonzern hatte sich in den letzten Jahrzehnten, was Filme angeht, zurückgehalten. Lediglich die oben genannten Filme wie „Super Mario Bros.“ und „Pixels“ durften mit den hauseigenen Charakteren trumpfen. Erst März diesen Jahres wurde leider eine „Legend-of-Zelda“-Serie für Netflix gecancelt, dennoch sollen andere Filmwerke folgen. Aber warum auf einmal diese Welle an Videospielverfilmungen? In einem Interview äußerte sich Shigeru Miyamoto wie folgt:

„Wir haben im Laufe der Jahre mehrere Leute gehabt, die zu uns gekommen sind und gesagt haben: Warum machen wir nicht einen Film zusammen? Oder: Wir machen einen Film und ihr macht ein Spiel und wir werden sie zur gleichen Zeit veröffentlichen. Weil Spiele und Kino ähnliche Medien sind, ist die natürliche Erwartung der Leute, dass sie unsere Spiele nehmen und sie fürs Kino umwandeln. Aber ich habe immer gesagt, dass Videospiele ein interaktives Medium sind und Kino ein passives. Das bedeutet, dass die zwei ziemlich verschieden sind. Aber da wir in die Zukunft schauen und überlegen, was die Rolle von Nintendo in einer Unterhaltungsgesellschaft ist, fangen wir an, darüber nachzudenken, wie wir Kino einfügen können und wie wir das Kino der Zukunft mitgestalten.“ (Quelle: gamespilot.de)

 

Kino passiv – Videospiele interaktiv

Wie Shigeru Miyamoto schon sagte ist der große Unterschied dieser zwei Medientypen, die Interaktion des „Zuschauers“ mit dem Medium. Denn bei der Rezeption eines Videospiels ist man ein aktiver Part und bei einem Film eben nicht. Gerade dieser Punkt ist so kritisch, wenn man bedenkt, dass Videospiele verfilmt werden sollen. Ist es überhaupt möglich diesen Kritikpunkt zu umgehen, vielleicht ihn sogar zu eliminieren? Ich denke genau das ist eben, was so viele Gamer, wie mich zum Beispiel, die Stirn runzeln lässt. Kann ein Film überhaupt das Feeling einfangen, was man erfährt, wenn man zum ersten Mal bei Assassin´s Creed von einer Kirchturmspitze in einen Heuhaufen springt oder einen Meuchelmord erfolgreich vollzogen hat, ohne von den Wachen erwischt zu werden? Würde ich das gleiche Gefühl haben wenn Michael Fassbender dieselbe Aktion auf der großen Leinwand durchführt? Kann ein Film das gigantische Warcraft-Universum, mit seinen ach so üppigen und unzähligen Haupt- und Nebengeschichten, darstellen, ohne dass es abgehackt wirkt? Kann ein Film besser sein als sein Videospiel-Vorbild? Meiner Meinung nach nicht! Ich denke ich spreche für viele Gamer dieser Welt, dass es schier unmöglich sein wird, dass ein Film das Medium Videospiel, mit seiner Komplexität, übertrifft. Denn ist es nicht so, dass gerade durch die neueste Technik in Sachen Games, Videospiele zu einem „spielbaren Film“ geworden sind? Es gibt mehrere Spiele auf dem Markt, die durch Grafik und Zwischensequenzen, an wirkliche Filmproduktionen erinnern. Daher kann man eventuell, durch diese Argumentation, von einer kontraproduktiven Entwicklung dieser Videospiel-Franchises für die Leinwand sprechen.

 

Fazit

Aber man sollte einen sehr wichtigen Punkt nicht vernachlässigen bei der ganzen Diskussion über Videospieladaptionen: Die Fans der Videospiele werden den Film sowieso anschauen. Ich glaube genau das ist der springende Punkt für die Filmindustrie Videospiel-Giganten zu verfilmen: Der dadurch resultierende Profit, der durch die Spieler dieser Games entsteht. Denn wenn ich mal ehrlich bin, werde ich mir den Film anschauen, allein schon aus dem Grund, dass ich wissen will, wie die Produktionsfirma dieser Filme die Videospiele für die Leinwand umgesetzt hat. Die Neugier ist da meine große Schwäche und ich denke da wird es noch so einigen Leuten gehen. Allein die Tatsache, dass es eben eine Adaption eines dieser grandiosen Games gibt, wird mich dazu verleiten die Filme anzuschauen. Und genau das, liebe Leser und Leserinnen, ist das worauf die Produktionsfirmen abzielen. Ein garantierter Profit, völlig egal ob der Film gut wird oder nicht. Daher sollten wir gespannt sein, welche Spielegiganten es ebenso auf die Leinwand schaffen, ja vielleicht sogar eigene Serien bei Streamingportalen ergattern. Ist es denn nicht so, dass wir uns insgeheim eben diese Entwicklung gewünscht haben? Dass unser Lieblingsspiel in seiner, uns fesselnden, Geschichte als Film oder Serie, für uns, reproduziert wird? So oder so können wir nur abwarten, was die Zukunft bringt.

Mai 092016
 

Als ich das vorletzte Wochenende nach Burscheid in meine Heimat gefahren bin, meinte meine Mutter dass sie nun den ganzen Keller ausmisten müsste. Soweit so gut, aber als einziger Sohn wurde ich natürlich zum Tragen verurteilt und durfte eine Umzugskiste nach der anderen aus dem Keller tragen.

Ich war eigentlich super sauer weil ich bei 20 Grad Sonne echt Besseres zutun hätte als mich im stickigen Keller rum zu treiben aber ich fand immer wieder Dinge aus meiner Kindheit, die das Ausmisten deutlich unterhaltsamer werden ließ. Und dann fand ich sie, einen Teil meiner Jugend: Meine alte Playstation 2!

Ich konnte es kaum glauben. Die gute alte Playstation 2 mit all meinen alten Lieblingsspielen. Ich meine klar, ich habe eine PS3 und brauche die PS2 nicht wirklich aber irgendwie schwebte ich in einer nostalgischen Stimmung und rettete sie vor dem Müll.

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Ich dachte mir: „Nimmste das Ding halt mit nach Ilmenau und besorgst dir noch nen alten Röhrenfernseher in Ilmenau.“ Gesagt getan!

Sämtliche alte Spiele wurden wieder gezockt. Natürlich habe ich direkt meinen Freunden Bescheid gesagt damit sie an meinem Schatz teilhaben konnten.

Mein Lieblingsspiel „Star Wars Battlefront 2“ konnte ich jedoch unter den ganzen alten Spielen nicht mehr finden, was mich sehr traurig stimmte. Da ich Star Wars aber nicht missen wollte, bestellte ich es mir kurzerhand auf eBay und das Problem war gelöst.

Doch dann kam das nächste:

Ich hatte total vergessen, dass man ja Speicherkarten brauchte um das Spiel abzuspeichern und nach der 3. Runde spielen wurde mir schmerzlich bewusst, dass mein ganzer Spielfortschritt verloren gehen würde… Somit bestellte ich mir halt auch noch eine Speicherkarte auf eBay.

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64 MB die zweit Größte die es gibt (128 MB ist die Größte). Und da wurde mir bewusst was wir beispielsweise allein schon in der Speichertechnik für riesige Fortschritte gemacht haben. Ich meine 124 MB das ist heutzutage ein absoluter Witz wenn man in Betracht zieht, dass sogar billige Werbe USB Sticks mit 2 GB fast den 20 fachen Speicherplatz besitzen. Aber damals war das nun mal das Größte, was man bekommen konnte. Was mir auch auffiel war, dass man nicht lang auf eine Spielinstallation warten musste. Nein, ich lege ein Spiel ein und es geht direkt los!

Achja, das waren noch Zeiten, da gab es für die Playstation 2 erstmals ein Online Modul, was man extra dazu kaufen musste und was zusätzlich nicht für alle Spiele nutzbar war. Ich weiß nicht, ob ich das besser fand oder das Online spielen heute. Damals konnte man dafür fast alle Spiele zu zweit per Splitscreen spielen. In Zeiten von XBOX One oder Playstation 4 sind Splitscreen Spiele jedoch so gut wie ausgestorben. Eigentlich richtig traurig, wenn man mal so darüber nachdenkt. Die Zeiten haben sich nun mal geändert.

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Jetzt fragt ihr euch bestimmt schon die ganze Zeit welche Spiele ich denn da so gezockt habe oder?

Da wäre zum Beispiel „Tekken 4“, ein kompromissloses Fighting-Game,wo ich häufig von Freunden geschlagen wurde, die einfach irgendwelche Tasten gedrückt haben und somit einen Power-Move nach dem Nächsten gebracht haben.

Oder „Need for Speed Underground 2“ ,wo der „Nissan 350 Z“ eines der schnellsten Autos war, die man überhaupt auswählen konnte. Auch die Auswahl war deutlich geringer als heutzutage da gab es vielleicht insgesamt ca. 25 spielbare Autos und auch nicht mal annährend so viele Möglichkeiten sein Auto nach seinen persönlichen Wünschen zu gestalten, so wie das bei dem aktuellen Teil der Fall ist.

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Aber mein absolutes Lieblingsspiel war Star Wars Battlefront 2!

Ich war damals super froh, dass meine Eltern bei Star Wars eine Ausnahme machten und ich ein Spiel ab 16 schon mit meinen zarten 11 Jahren spielen durfte. Und aufgrund dessen, dass ich dieses Spiel so geliebt habe freute ich mich riesig auf den Nachfolger „Star Wars Battlefront“, das im November letzten Jahres für PS4 und XBOX One erschienen ist. Das Spiel war eine absolute Enttäuschung. Ich meine klar die Grafik ist super und es macht auch Spaß aber es hatte in meinen Augen nichts mehr mit meinem alten Lieblingsspiel zu tun.

Ein kleiner Vergleich um euch das deutlich zu machen: Das alte Battlefront hat eine große Kampagne und viel mehr Offline Möglichkeiten als das neue (ja ich weiß, dass die neue Edition eher zum Online spielen ausgelegt ist). Oder auch bei der Auswahl der Helden: Im neuen Teil gibt es jeweils 3 pro Seite also insgesamt 6 spielbare Helden. Im alten Teil gab es insgesamt 17 spielbare Helden ein deutlicher Unterschied in meinen Augen.

 

Ich möchte pauschal nicht sagen, dass die Spiele früher besser waren. Aber ich denke, dass der Hintergedanke, dass mittlerweile fast jedes Spiel einen Online Modus haben muss viele Spiele einfach kaputt gemacht hat. Alles in allem muss ich sagen, dass ich die alte Zeit, wo man Cheats noch von „mogelpower.de“ oder anderen Seiten auf einen Zettel geschrieben hat, sehr vermisse und ich bin froh, dass ich meine alte Konsole jetzt wieder nutzen kann.

Apr 192016
 

Seit letzter Woche ist es nun offiziell draußen und es heißt wieder: Prepare to Die!
Mit Dark Souls 3 lieferten die Entwickler von From Software den dritten und letzten Teil der Souls Serie. Doch wird er auch den Erwartungen gerecht?

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Wer Dark Souls kennt, der weiß, dass die Story zwar nicht auf dem Silberteller präsentiert wird, aber dafür sehr viel Tiefgang hat. Es gibt nur wenige Cutscenes und Erklärungen. Nur wer mit den richtigen Leuten redet, viele Gegenstandsbeschreibungen liest und kombinieren kann, wird die Geschichte erfahren. Alles was wir vom Intro wissen ist, dass wir dieses Mal in Lothric sind und Aschefürstenseelen sammeln müssen. Mehr möchte ich nicht verraten, denn das Erkunden und Erkennen ist ein zentraler Bestandteil von Dark Souls. Also dann nichts wie los. Nach einem kurzen Tutorial wartet auch schon der erste Bossgegner. Kurz ans Leuchtfeuer gesetzt und auf in den Kampf.

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Krasse Bosse und wunderschönes Setting

Spielerisch hat Dark Souls fast alles aus dem zweiten Teil übernommen und mit dem ersten Teil verfeinert. Doch gerade beim Gameplay wird man sehr den Einfluss von Bloodborne merken, einem PlayStation 4 Exklusive Titel vom gleichen Entwickler. Die Bosse sind im Vergleich zum Vorgänger abwechslungsreicher, die Umgebung detailvoller und die Kämpfe fühlen sich großartig an. Es gibt wieder viel zu Entdecken und Abkürzungen zum freischalten. Fast alle Waffen haben nun auch einen besonderen Angriffsmodus. So sorgt From Software für Vielfalt in den Kämpfen. Wie immer empfiehlt sich dieses Spiel mit dem Controller zu zocken. Die Maus und Tastaturbelegung ist zwar für den PC angepasst, aber man merkt dem Spiel die Konsolenfreundlichkeit an.

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Aus Fehlern gelernt

Bei Dark Souls lautete das Spielprinzip Trial & Error. So lange gegen den Boss kämpfen, bis man seine Attacken und Schwachstellen in- und auswendig kennt. Doch auch die Entwickler haben dazugelernt. Das Multiplayererlebnis wurde immens verbessert. Spieler finden sich für den Koop Modus leichter, es gibt keinen Soul Memory mehr und man kann nun manuell auswählen, ob man Online oder Offline spielen möchte. Mit Passwort ist es sogar möglich, sich ohne Level-Beschränkung gegenseitig zu beschwören. Zudem setzt Dark Souls 3 wieder mehr auf Klasse statt auf Masse. Schlauchlevel sind seltener geworden und auch die Gegnerplatzierung ist fair gestaltet.

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Dichte Atmosphäre

Grafisch gesehen ist das Spiel kein Meilenstein. Durch das Leveldesign und die Lichteffekte wird unglaublich viel aus der Engine herausgeholt. Mit The Witcher: Wild Hunt kann es zwar nicht mithalten, doch es überzeugt trotzdem. Der Vorteil: läuft es auch auf mittelklasse PCs problemlos. Der Soundtrack ist dieses Mal auch richtig gut geworden und verleiht jedem Bosskampf das richtige Drama.

Fazit

Ich habe Dark Souls 3 seit dem Release 30 Stunden gespielt und bin etwa bei der Hälfte des Spielfortschritts. Der Spaßfaktor wird im Koop natürlich verdoppelt und die harten Bossfights lassen uns nächtelang nicht schlafen. Wer sich dieses Spiel holt, wird viele Stunden gute Unterhaltung vor sich haben. Und ganz ehrlich: Es gibt doch kein besseres Gefühl, als einen richtig harten Gegner nach dem x-ten Versuch zu besiegen und dafür belohnt zu werden.

 

Pro:

+ überwältigende Spielwelt
+ fordernde und abwechslungsreiche Bosskämpfe
+ motivierendes Kampfsystem
+ viel zu Entdecken und auszuprobieren
+ Koop Modus funktioniert einwandfrei
+ Eidsystem benutzerfreundlich

 

Contra:

– kleinere Bugs und Abstürze
– einige Leuchtfeuer sind unnötig
– nur englische Sprachausgabe
– Grafik nichts neues

 

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Feb 232016
 

Schutzmaske auf, Gewehr im Anschlag und auf in die Dark Zone. Letztes Wochenende hat der französische Entwickler Ubisoft seinen neuen Titel in die Open Beta gelassen. Jeder mit einem Uplay Account konnte somit das Spiel kostenlos herunterladen und testen. Was in der Zone bis jetzt alles passiert ist, erfahrt ihr hier.

Rascher Einstieg

The Division beginnt nach der dürftigen Charaktererstellung sehr aufwühlend. Man erwacht in einem Helikopter neben einer verletzten Frau, die uns anscheinend wieder von den Toten zurückholt. Wer wir genau sind und was passiert ist, wird nur stückchenweise klar. Nach der Landung finden wir uns erst einmal in einem Gewusel aus Menschen wieder. Überall laufen hektisch ein paar Soldaten herum und versorgen die Verwundeten.

The Division 1
Ich gehe ein paar Schritte weiter und finde mich gleich in einem Camp wieder. Mein Ziel jedoch ist es, in das Herz von Manhatten vorzudringen und dort eine Basis zu errichten. Ich laufe weiter und bleibe erst einmal starr stehen von dem gewaltigen Eindruck, der sich mir bietet. Im schneebedecktem New York ist alles aus den Fugen geraten. Die Stadt ist verwüstet, alle Autos sind zum stehen gekommen und Zivilisten irren verzweifelt durch die Gassen.
Ich laufe den Block entlang und sehe niemanden, außer ein paar vermummte, aber bewaffnete Gestalten. Ich entscheide mich die Konfrontation sicherheitshalber zu meiden und versuche mich vorbei zu schleichen. Doch ich werde entdeckt und es wird ohne zu zögern auf mich geschossen. Mir blieb keine andere Wahl, als mich auf meine Instinkte zu verlassen und die Banditen zu erledigen, bevor sie mir das Licht ausknipsen. Mir dämmert so langsam was passiert sein könnte:

Ein tödlicher und hochansteckender Virus hat die Menschheit befallen. Nur wenige konnten sich retten und versuchen nun ein neues Leben aufzubauen. Die bisherigen Systeme existieren nicht mehr. Es gibt nun verschiedene Gruppen, die versuchen mit Gewalt ihr System zu etablieren. Ich gehöre zur Division – der menschlichsten von allen. Doch bis sich eine Gruppe durchgesetzt hat herrscht Anarchie.

Atmosphärisches Setting trifft auf simples Gameplay.

Ziel des Spiels ist es aufzuleveln und seine Basis aufzuwerten. Das macht man mit Hilfe des klassischen Quest Systems: Gehe nach A, töte X, aktiviere Y und hole Z da raus. Mit ansteigendem Level werden neue Waffen und Skills freigeschalten. Diese sind sehr weitreichend, konnten jedoch in der Beta nur begrenzt ausgetestet werden. So hat man als Techniker beispielsweise die Möglichkeit ein Standgeschütz aufzustellen, oder als Mediziner eine Gruppe vollständig zu heilen. Man kann nur zwei Fähigkeiten auf die Schnelltasten zuweisen, so ist taktisches Vorgehen erzwungen.
Die Quests und Basismissionen lassen sich alleine oder im Koop (PvE) meistern.

The Division 2

Die Dark Zone

Hier wird es gefährlich und interessant. Im PvP Modus begibt man sich in ein abgegrenztes Gebiet. Hier gibt es seltene und gute Gegenstände, jedoch hat man für die Dark Zone nur ein begrenztes Inventar. Diese Items findet man bei feindseligen NPCs, in kontaminierten Gebieten, oder man nimmt sie anderen Spielern ab. Doch Vorsicht! Attackiert man andere Spieler wird man abtrünnig und ist für die nächsten Minuten für alle Sichtbar. Darauf folgt eine regelrechte Hetzjagd auf Abtrünnige, da nicht nur der geklaute Loot als lohnt winkt, es gibt auch extra Erfahrung für „Gerechtigkeit“.
Will man Items aus der Dark Zone rausschaffen, muss man sich an einen Abholpunkt stellen und über ein Leuchtsignal einen Helikopter rufen, der nach etwa einer Minute erscheint. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: andere Spieler sehen und hören nämlich, dass da jemand seine kostbare Beute wegschaffen will.

Technik

The Division ist noch in der Beta, deswegen lassen sich noch kleinere Bugs verzeihen. Es läuft auf höchster Einstellung relativ ruckelfrei. Das Spiel lebt von vielen kleinen Details, wie das akkurate zerschießen einer Fensterscheibe, oder die hinterlassenen Schneespuren. Jedoch war ich persönlich etwas von der schlichten Grafik und den schwachen Animationen enttäuscht. Ich hoffe, dass bis zum finalen Release da noch etwas nachgebessert wird.

Fazit

Ich habe während der Beta etwa sieben Stunden spielen können und war dauerhaft gut unterhalten. Ein dichtes Setting, ein glaubwürdiges Szenario und eine süchtig machende Sammelwut. Jedoch hatte ich in der siebten Stunde den Eindruck, schon das ganze Spiel gesehen zu haben. Auch wenn nur ein kleiner Teil New Yorks zu erkunden war, so sah im Endeffekt vieles gleich aus und auch eine Langzeitmotivation war nicht erkennbar. Wer jedoch auf leichte Kost im Survival-Genre steht, der sollte auf jeden Fall einen Besuch im verschneiten und chaotischen Manhatten wagen. Wir bleiben auf jeden Fall auf die finale Version gespannt.

Jul 252015
 

Am 23.06.2015 ist der letzte Teil der  Batman-Reihe erschienen und wir wollen euch hier noch einmal in einem kompletten Überblick die Spielereihe vorstellen. Vor ab für alle, die noch nie einer der spektakulären Batman-Spiele gespielt haben erwähne ich, dass in dem Artikel Passagen aus den Spielen beschrieben werden, welche die Stories der einzelnen Spiele verraten. Also Spoiler-Warnung!

 

Batman – Arkham Assylum – Willkommen im Irrenhaus!

Der Titel erschien 2009 und prägte durch die unglaublich spannende Story und perfekte Inszenierungen von den kultigen Batman-Bösewichten. Die Story an sich ist schnell erzählt: Batman schnappt den Joker bei einer seiner Missetaten (was der Joker aber gemacht hat wird nie wirklich erwähnt) und bringt ihn gefesselt in seinem Batmobil sitzend zum Arkham Assylum, die Nervenheilanstalt für Kriminelle in den Batman Comics. Dort angekommen helfen Sicherheitsleute der Anstalt Batman den Joker in seinen  eigenen Trakt zu transportieren. Auf den Weg dorthin werdet ihr aber von der Security gebeten, ab einem gewissen Abschnitt nicht mehr mit zu gehen, da euch die Befugnis fehlen würde diesen zu betreten (als ob Batman jemals Befugnisse bräuchte…). Natürlich wie es so kommt wenn der dunkle Ritter nicht mehr das Steuer in den Händen hält: Der Joker befreit sich von den Sicherheitsleuten, setzt sie alle außer Gefecht und übernimmt mit Hilfe seiner lieben Freundin Harley Quinn die Kontrolle über die Anstalt. So sitz ihr nun in voller Batman-Montur in diesem Irrenhaus fest, gefangen mit den gefährlichsten Verbrechern der Comic-Geschichte. Was ist zu tun? Ihr müsst euch regelmäßig durch verschiedene Abschnitte der ganzen Arkham Assylum-Anlage prügeln und zwischendurch Zwischenbosse wie Poison Ivy, Killer Croc oder Scarecrow besiegen. Diese wollen euch auf dem eigentlichen Wege der zum Joker führt immer wieder euch das Leben schwer machen. So werdet ihr beispielsweise von Scarecrow mit Drogen vollgepumpt, die euch in Angstzustände verpasst oder ihr müsst euch in den Abwasserkanälen des Assylums mit Killer Croc beschäftigen, der unsichtbar im Wasser umherschwimmt und versucht euch in das kühle Nass zu befördern.

Mit dem ersten Teil wurde aber auch das brillante Free-Flow Kampfsystem eingeführt, welches durch seine Dynamik vorsticht und seinesgleichen sucht. Dadurch wird das stetige Verprügeln der ewig wiederkommenden Handlanger des Jokers nie langweilig.  Weiterhin ist ein definitiver Pluspunkt für diesen Titel seine kinoreifen Zwischensequenzen und die Alptraumpassagen von Scarecrow. Wenn nämlich die Vogelscheuche euch mit Drogen vollpumpt gelangt ihr an einem Fantasieort, indem der Schurke riesengroß in der Mitte steht und mit seinen leuchtenden Augen nach euch absucht. Ihr müsst dann diese Passagen durchqueren ohne von dem großen Wächter entdeckt zu werden ansonsten werdet ihr zerquetscht wie eine Fliege.

Fazit: Ich muss erwähnen, dass die Entwickler von Rocksteady mich an einem Punkt des Spiels wirklich verarscht hatten. Denn sobald ihr das erste Mal mit den psychedelischen Mitteln von Scarecrow in Berührung kommt, treten immer wieder Symptome während des Spiels auf, die man an Batmans Gesundheitszustand erkennen kann. So kommt es an einer Stelle des Spiels dazu, dass auf einmal das Bild gefriert und ein 10 Sekunden langes Standbild euren Fernseher schmückt während es so aussieht als würde sich die CD im Laufwerk eurer PS3 vierteilen und euer Spielstand kaputt wäre. Beim ersten Male Durchspielen dieses Teils habe ich aus Panik schnell die PS3 ausgemacht und gehofft, dass meine geliebte Konsole und dieses wunderbare Spiel nicht durchgebrannt wären. Als ich dann zum zweiten Mal an derselben Stelle wieder dieses Standbild bekam war ich völlig verzweifelt. Dabei handelte es sich aber keineswegs um einen Fehler im Spiel: Nach ungefähr 5 Sekunden eines schwarzen Bildschirms fängt eine neue Alptraumsequenz der Vogelscheuche an, die sich ganz einfach an euch ran geschlichen hat ohne dass ihr es bemerkt habt. In dieser Alptraumsequenz spielt ihr dann den Joker der Batman einliefert! Also tauscht ihr ganz einfach die Rollen und spielt die Anfangssequenz erneut nur aus einer anderen Perspektive, in der Batman der Verrückte ist, der eingeliefert wird. Einfach nur ein Wahnsinns-Gimmick welches mitten in der Hauptstory eingebaut wurde. Daher ist gerade der erste Teil der Saga mein absoluter Favorit, dem ich wirklich jeden nur ans Herz legen kann.

 

Batman – Arkham City – Eine ganze Stadt wird zum Gefängnis!

Der zweite Teil der Saga greift natürlich auf die bewährten Attribute des ersten Teils zurück (z.B. Free-Flow Kampfsystem), dennoch ist er definitiv nicht mit dem ersten Teil zu vergleichen. Allein das Open-World-Gameplay, welches nun zum ersten Mal eingesetzt wurde (in Arkham Assylum ist man mehr oder weniger einen vorgegeben Pfad durch die Anstalt gelaufen) hebt diesen Teil hervor. Storytechnisch ist der zweite Teil der Reihe aber der schlechteste: Ein ganzer Stadtteil von Gotham wird zu einem riesigen Gefängnis umgebaut (Arkham City)! Anstatt nun nur eine „kleine“ Anstalt voller Gangster zu bekämpfen müsst ihr euch in einem ganzen Stadtteil voll mit allen möglichen Schurken des Batman-Universums plagen. Ihr werdet also als Bruce Wayne entführt, während einer Pressekonferenz, und mitten in den Krisenherd geworfen. Dazu müsst ihr euch mit der T.Y.G.E.R Sicherheitscrew auseinander setzen, welche diesen Stadtteil bewacht aber den Batman auf dem Kieker hat, denn keiner geringerer als Dr. Hugo Strange ist der Anführer dieser Truppe und der hat den Batman offiziell als gefährlich für Gotham gekennzeichnet. Nebenbei weiß dieser aus unbekannten Quellen, wer die Fledermaus in Wirklichkeit ist und droht deshalb damit der ganzen Stadt zu verraten, dass Bruce Wayne hinter der Maske steckt.  So kommt es, dass ihr euch mit Polizisten, Gangstern und Superschurken um die Herrschaft von Arkham City prügeln musst und achja mitten drin ist auch der Joker, der aufgehalten werden muss da er das Titangift verbreitet, welches er im ersten Teil zu sich nahm um euch besiegen zu wollen. Diese Droge lässt den Probanden zu einer stattlichen Größe heranwachsen (das Gift wurde aus Bane´s  Venom hergestellt). So kämpft der Joker im zweiten Teil mit den Nachwirkungen dieser äußerst gefährlichen Substanz und ist im Begriff sein Leben zu verlieren. Aus Verzweiflung und vielleicht auch aus Spaß verpasst er Batman sein Blut, damit dieser nach einem Gegenmittel Ausschau hält.

Fazit: Ich persönlich finde den zweiten Teil der Spielereihe als nicht gelungen. Das Open-World Konzept war zu dem Zeitpunkt noch nicht ausgereift, welches erst in den nachfolgenden Teilen immer mehr ausgearbeitet wurde und die Story lässt für meine Verhältnisse zu wünschen übrig, da sie wirklich zu sehr zerstückelt ist. Man hat keinen roten Faden in der Geschichte, man wird eher von Punkt zu Punkt in der Stadt geschickt, um mal eben einen anderen Strang in der Story nachzugehen. Daher wirkt die Hauptstory sehr zerpflückt und wird immer wieder unterbrochen, weil anderer Ereignisse in „Arkham City“ wichtiger erscheinen. Nach einem perfekten ersten Teil wurde gerade die Story völlig liegen gelassen und verspricht darüber hinaus noch ein (für Jokerfans) derbes Ende.

 

Batman – Arkham Origins – Die spielbare Entstehungsgeschichte der Kultfledermaus!

Zu aller Erst muss man erwähnen, dass die vorherigen Titel allesamt von dem Entwicklerstudio Rocksteady erschaffen wurden. Der dritte Teil ist aber von Warner Bros. Montreal entwickelt worden, was sehr viel Kritik mit sich brachte.  Bleiben wir aber erst beim Sachlichen.

Wie der Titel schon andeutet ist der dritte Teil ein Prequel, bedeutet er behandelt die Vorgeschichte zu Arkham Assylum. Gerade durch das Ende von Arkham City (SPOILER: Der Joker stirbt…) haben sich viele Fans den Kopf zerbrochen, inwiefern es machbar wäre ein Batman-Spiel ohne Joker zu konzipieren. Warner Bros. Montreal haben sich erst gar nicht diese Mühe gemacht und einfach ein komplettes Spiel über die Vorgeschichte von Batman und den Superschurken kreiert. Die Story bezieht sich also auf die Anfänge des dunklen Ritters und seinem Werdegang zu diesem. Denn am Anfang des Daseins von Batman war auch dieser nicht besonders angesehen bei der Stadt und der Polizei. Ihm wurde der Ruf der Selbstjustiz nachgeworfen und der Bevölkerung Gothams war noch nicht klar, dass sie ihn bräuchten. So bricht man beispielsweise unter anderem als Batman in dem Polizei-Hauptgebäude ein um dort auf die Datenbank der Polizei zurückgreifen zu können. Erst durch den Ausbruch der Insassen von Blackgate ( das Gefängnis in Gotham) wobei es zu einem blutigen Aufstand kommt, den die Polizei nicht allein bewältigen kann, wird so langsam den Bewohnern von Gotham und vor allem James Gordon bewusst, dass sie die Fledermaus doch gebrauchen können, als Batman zur Hilfe eilt.  So erhält der Spieler einen Einblick in die Entstehung der Freundschaft zwischen Batman und Gordon aber auch in die Entstehung mancher Superschurken. Beispielsweise wird detailliert beschrieben wie die ungewöhnliche Beziehung zwischen dem Joker und Batman entstanden ist, wie Bane zu einem riesigen aber intellektuell unterbelichteten Muskelprotz wurde oder wie der Joker Harley Quinn über den Weg lief und diese auf seine Seite zog.

Auch BlackMask ist mit von der Partie!

Natürlich wurde auch in diesem Teil die Open-World übernommen, diesmal wurde aber der Stadtteil Gothams den man entdecken kann ungefähr verdoppelt. So kann man zusätzlich zu dem alten Stadtteil in Arkham City (der fast komplett übernommen wurde) nun einen weiteren Stadtteil in der fast gleichen Größe durchqueren (die beiden Stadtteile sind mit einer Brücke verbunden). Deswegen kann man sich den BatJet zur Unterstützung rufen, welcher einen von verschiedenen Punkten zu anderen Orten transportieren kann. Leider kann man den BatJet aber selbst nicht steuern, weshalb der Vorgang nur mit einer kleinen Zwischensequenz vollzogen wird. Dazu muss man sagen, dass die Spielwelt  im zweiten Teil deutlich schöner gestaltet war. Im dritten Teil scheint die Stadt wirklich sehr trostlos obwohl das Spiel um Weihnachten spielt und man eine andere Atmosphäre in einer Großstadt zu dem Zeitpunkt erwartet. Wer sich aber fragt wo eigentlich die Einwohner Gothams stecken, die nirgends auf den Straßen zu sehen sind, wird mit der Information belehrt, dass die Polizei die komplette Stadt evakuieren ließ, weil der Joker ein Kopfgeld auf Batman in Höhe von 50 Millionen Dollar ausgesetzt hat. Deswegen lauern in der ganzen Stadt die Kopfgeldjäger, die Batman an den Kragen wollen.

Fazit: An sich finde ich „Arkham Origins“ besser gelungen als „Arkham City“. Wenn man bedenkt, dass man einen Flashback des Jokers spielen kann und dadurch auch seine Entstehung erfährt ist dies ein dicker Pluspunkt in der Story. Dazu kommt, dass schließlich die Alptraumsequenzen aus dem ersten Teil wieder eingeführt wurden, welche im zweiten Teil völlig entfielen. Diesmal werdet ihr aber nicht von Scarecrow in eine andere Welt verfrachtet sondern vom Mad Hatter, der euch ins Wunderland katapultiert. Der Bösewicht leidet übrigens an der psychischen Störung zu glauben er sei der Hutmacher aus „Alice im Wunderland“, weshalb er ständig Mädchen entführt, die wie Alice aussehen, und sie umbringt wenn er realisiert, dass sie es nicht sind. Natürlich verhindert dies die Fledermaus in einer seiner vielen Nebenmissionen, welche auch eine höhere Anzahl aufweisen als in „Arkham City“. Weiterhin ist die Auswahl der Gegner besser gewählt. Es werden mehr Schurken eingeführt als in den Teilen davor, auch aus dem Grund, dass einfach jeder hinter Batman in Gotham her ist wegen dem Kopfgeld und es wirkt auch nicht übertrieben. Dazu kommt es auch nicht vor, dass das Spiel den Anschein weckt manche der vielen Schurken wären nur ein kleines Gimmick ohne Hintergrund, was im zweiten Teil durch die teils sehr kurz gehaltenen Nebenmissionen der Fall ist.

 

Batman Arkham Knight – Wer ist dieser mysteriöse Arkham Knight?

Den finalen Teil der Spielereihe gibt es seit einem Monat in den Läden zu kaufen und diese wurde wieder vom Entwicklerstudio Rocksteady geschaffen.  Zusätzlich zu den Standards der vorherigen Teile kann man in diesem Teil nun endlich das Batmobil steuern! Das Gefährt ist an sich schnell gerufen und es macht verdammt viel Spaß mit dem robusten Ding durch Gothams Straßen zu heizen (es kann sich sogar in eine Art Panzer verwandeln), dennoch ist die Steuerung manchmal sehr hakelig. Da kann es schon passieren, dass man nicht gewollt gegen Häuserwände kracht. Ein weiterer Pluspunkt des neuen Teils ist die Grafik. Die Teile 1-3 liefen alle auf der PS3, Xbox 360 oder PC. Der neue Teil ist für die Next-Gen Konsolen konzipiert worden und protzt mit Grafikelementen, die sich gewaschen haben. Der Batsuit sah nie cooler aus, die Stadt war nie lebendiger und jegliche Explosionen, hervorgerufen durch das Batmobil, lassen kein Auge trocken. Aber ein Batman-Spiel wäre kein Batman-Spiel wenn es keine Superschurken gäbe, die der Fledermaus den Tag vermiesen!  Dazu ist zu sagen, dass die Story nach „Arkham City“ spielt (also nach dem Tod des Jokers!), sodass es logischerweise klar ist, dass der Clownsprinz des Hasses nicht mehr von der Partie ist. Deshalb rückt ein anderer Widersacher in den Vordergrund, den ich in den vorherigen Spielen schon zu sehr gelobt hatte: Scarecrow! Der hat sein Angstgas weiter entwickelt zu einem viel tödlicheren Gas und droht ganz Gotham diesem auszusetzen. Und irgendwo dazwischen ist dieser geheimnisvolle „Arkham Knight“, eine Figur, die noch nie in den Comics vorkam und speziell für dieses Spiel konzipiert worden ist. Wer dieser selbsternannte „Arkham Knight“ aber ist müsst ihr selbst innerhalb der Geschichte des Spiels herausfinden. Natürlich wie es so oft ist tun sich die Schurken zusammen um den dunklen Ritter zu bekämpfen. Aber auch ihr seid nicht allein im Kampf gegen das Böse: Robin, Nightwing und Batgirl helfen euch in gewissen Abschnitten des Spiels und ihr könnt sogar während des Kampfes hin und her switchen, was wirklich für mehr Dynamik sorgt, indem schon zu bekanntem Free-Flow-Kampfsystem der drei Vorgänger. Eine weitere Anmerkung zu diesem Teil ist, dass die Stadt Gotham endlich lebendiger ist. Die Tatsache, dass in dem zweiten und dritten Teil die Stadt zu eintönig gestalten war wurde endlich beherzigt und eine Spielwelt kreiert, die sich sehen lässt. Leuchtreklamen (manche weisen sogar auf Superman hin), Gangster, die in Autos herumfahren und jede Menge Leben wurden in die alten Ecken Gothams gezaubert. So macht das Erkunden endlich wieder Spaß! Dazu ist die Hauptstory satte 20 Stunden lang ohne die Nebenmissionen mitgerechnet, die weiterhin mehrere Stunden füllen können! So fliegt, prügelt und fährt ihr euch durch Gothams Straßen auf der ewig währenden Mission die Bösen dingfest zu machen. Nebenbei gibt es  wie immer die Riddler-Trophäen (wurden in jedem Teil eingebaut) zu finden aber in diesem Teil wurden Geschenke von Harley Quinn zugefügt.

PC Version heimst heftige Kritik ein!

Für alle, die auf dem PC in die Rolle der Fledermaus schlüpfen wollen, sei die Information wichtig, dass die PC Version heftige Fehler aufweist. Sie wurde sogar zeitweise aus dem Steam-Store von Warner Bros genommen.  Wer sich dazu entschließt das Spiel zu kaufen sollte auf Konsole umsteigen um keine Frustmomente zu erleiden.

Fazit: Wer sich sowieso schon mit den vorherigen Teilen der Batman- Arkham- Saga beschäftigt hat kann voller Herzenlust zuschlagen.  Man wird definitiv nicht enttäuscht von dem sein, was einem in dem letzten Teil erwartet. Für alle anderen, die noch nie ein Batman-Spiel gespielt haben, kann ich nur empfehlen  chronologisch vorzugehen und die Teile 1-3 durchzuspielen. Gerade dadurch, dass die Spiele immer wieder neue Features eingebaut haben, kann es einem einige Sachen versauen, wenn man mit dem vierten Teil als Erstes anfängt. Rein von meiner persönlichen Bewertung her kommt „Arkham Knight“ sehr an „Arkham Assylum“ heran. Dennoch bleibt der erste Teil mein stetiger Favorit.

 

 

Ich widme diesen Artikel der Redaktion von GameStar, die mich dazu ermutigt hat an meiner eigenen Kreativität festzuhalten. Ich entschuldige mich hiermit offiziell für die Komplikationen, die entstanden sind und verspreche, dass es zu solchen nie wieder vorkommt. Dennoch fühle ich mich geschmeichelt, dass ein Gamer-News-Gigant wie GameStar meine Beiträge in diesem Blog verfolgt. Es würde mich sehr freuen, dass sie dies auch in Zukunft weiterhin tun würden.

 

Jul 162015
 

Sind wir doch mal ehrlich: gibt es ein besseres Gefühl, als bei CS jemanden mit einem Kopftreffer zu besiegen? Wer genau weiß, wovon ich schreibe, ist wahrscheinlich selbst ein Counter-Strike Spieler. Der letzte Ableger des erfolgreichen Shooter-Franchise aus dem Hause Valve, erschien am 21. August 2012 mit dem Namen Counter-Strike: Global Offensive. Doch warum ist dieses Spiel so beliebt und worin unterscheidet es sich von seinen Konkurrenten? Dies und noch viel mehr erfahrt ihr jetzt.

Story? Brauch ich nicht.

Für alle Neulinge unter euch: Nein, CS hat keine Story. Es handelt sich, egal ob man Bomben- oder Geiselszenario spielt, immer um den Kampf zwischen Terroristen und Antiterroreinheiten. In dem Bombenszenario müssen die Terroristen in einer vorgegebenen Zeit eine Bombe platzieren und die Antiterroreinheiten an der Entschärfung hindern. Beim Geiselszenario müssen die Spezialkräfte in einer begrenzten Zeit Geiseln retten. Gelingt dies, heißt es „Counter-Terrorist Win“. Vor jeder Runde erhält man Geld, je nachdem wie erfolgreich man sich in der vergangenen Runde geschlagen hat. Davon kauft man sich Waffen, Granaten und Ausrüstung und dann geht es auch schon los. Die Teams schwärmen aus und der Kampf zwischen Gut und Böse wird innerhalb von etwa 2 Minuten ausgetragen. Dabei spielt man entweder auf den klassischen Maps, wie dem nahöstlich angehauchten Dust, dem Atomkraftwerk Nuke, der Lagerhalle von Assault, oder man sucht sich eine von der CS:GO Gemeinde erstellten Community-Map aus.

Taktik

Was macht Counter-Strike zum Taktik-Shooter? Zum einen besitzt das Spiel keinen Bloodscreen, der, nachdem man getroffen wurde, einen roten Bildschirm erzeugt und man nach kurzer Wartezeit wieder wohlauf ist. Man besitzt 100 HP (Health Points), maximal noch 100 Rüstungspunkte, und wenn die einem durch einen Streifschuss abgezogen werden, dann gibt es keine Möglichkeit sich zu heilen. Wenn man tot ist, darf man erst in der nächsten Runde wieder einsteigen. Um erfolgreich zu sein, muss man sehr vorsichtig und bedacht vorgehen. Ein blindes drauf los stürmen wird sofort bestraft.
Der andere Grund, warum sich Counter-Strike von der Masse abhebt ist das Waffenverhalten – denn Rückstoß wird hier groß geschrieben. Feuert man eine Waffe dauerhaft ab, läuft oder springt man beim Schießen, so verzieht das Gerät sehr schnell. So kommt es, dass man selbst zwar perfekt mit dem Fadenkreuz auf den Gegner zielt, aber kein einziger Schuss sitzt. Abhilfe schaffen folgende Tipps:

  1. Stehen bleiben beim Schießen. Noch besser: ducken. Geduckt ist jede Waffe am präzisesten.
  2. Salven statt Dauerfeuer. Lieber 2-3 kurze Feuerstöße abgeben, als das ganze Magazin ins Nichts zu pumpen
  3. Dem Rückstoß entgegen zielen. Wenn man Schritt 1 & 2 gemeistert hat, kann man versuchen den Rückstoß zu kontrollieren. Beispielsweise zielt man nach den ersten 3 Schüssen weiter runter, damit der Rest auch sitzt. Aber das ist Übungssache.
  4. Cool bleiben. Wenn man verzieht, darf man nicht panisch werden, sondern sollte sich kurz in Deckung begeben und noch einmal ruhig durchatmen. Hektische Schüsse sind nur frustrierend

1.6, Source oder Global Offensive?

Das ist nun die Frage. Jede Weiterentwicklung von CS hat immer einige Neuerungen und Veränderungen mitgebracht. Im Grundprinzip ist es gleich geblieben, doch bei den Feineinstellungen fühlt sich jedes Spiel anders an, weswegen sich hier auch die Geister scheiden. In Global Offensive, sticht vor allem die verbesserte Grafik hervor. Neben ein paar neuen Waffen, wie der Tech-9 und kleineren Veränderungen im Mapdesign, gibt es auch Änderungen an den Waffen. So haben sie nicht nur ein anderes Rückstoßverhalten, sondern auch Änderungen an der Magazingröße und Schadensverteilung. Erstmals gibt es offizielle, von Steam bereitgestellte Server für Wettkampfspiele. Jeder darf sich in einem Ranglistensystem einstufen lassen und sich nach oben kämpfen. Es stehen weitere Spielmodi zur Verfügung, wie Deathmatch, Zerstörung und Wettrüsten (Ehemals GunGame). Wer die alten Spielmodi vermisst, findet auf den Community-Servern den richtigen Anschluss.

Und das war noch nicht alles!

CS:GO wird regelmäßig mit Updates und neuem Content gefüttert. Das aktuelle Event trägt den Namen „Operation Bloodhound“. Neben neuen, von der Community erstellten Maps, gibt es auch gleich mal neue Waffenskins. Diese sind optional und bringen keine Vorteile für Spieler. Es dient lediglich der Individualisierung. Waffenskins bekommt man entweder zufällig am Ende einer Runde, oder man öffnet eine Waffenkiste (das kostet jedoch echtes Geld) oder man erhandelt sie sich auf dem Steam Marktplatz. Operation Bloodhound bringt ein neues Levelsystem mit sich, das keinen konkreten Einfluss auf das Spielverhalten nimmt, sondern vorrangig dafür gedacht ist, sogenannte Smurfs (= Profispieler, die sich einen neuen Account machen, um gegen Anfänger zu spielen) zu vertreiben. Da CS:GO mit 13,99€ ein relativ günstiger Shooter ist, sind diese Wesen keine Seltenheit.

Seit Jahren mein ungeschlagen.

Counter-Strike ist seit Jahren mein Lieblings-Shooter. Es ist für mich jedes Mal eine Herausforderung, es macht Spaß neue Taktiken zu testen oder einfach nur herumzuballern. Auch wenn es mich oft zur Weißglut treibt, das Spiel bleibt stets fair (abgesehen von Cheatern) und es gibt kein anderes Game, das mich nach einem erfolgreichen Kopfschuss in so starke Euphorie schickt, wie CS.

Ich empfehle dieses Spiel uneingeschränkt jedem, der mit Taktik-Shootern etwas anfangen kann und auch gerne mit seinen Freunden spielt.

 

Jul 152015
 

Wer als Freund von Videospielen schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, wird sich schon längst nicht mehr an die unzähligen Spiele erinnern, die sich auf den heimischen Festplatten und Konsolen im Laufe der Zeit breitgemacht haben. Einige waren nur wenige Stunden dort, andere haben ihren Platz seither nicht mehr verlassen. Noch flüchtiger dürften die Erinnerungen daran sein, wie einzelne Spiele überhaupt entdeckt wurden. Aber bei einigen bleibt die Erinnerung eben doch. Weil sie grandios waren. Weil sie uns beschäftigt haben. Weil sie mehr waren, als nur ein Spiel. Und um eins von diesen Spielen soll es hier gehen.

Als 1993 der erste Teil der Siedler-Reihe veröffentlicht wurde, haben mich Videospiele noch nicht interessiert. Und auch wenn später lange Zeit Strategiespiele mein Steckenpferd waren, habe ich bis heute keinen einzigen Teil der Reihe ausprobiert. Aufbau-Strategie erschien mir so… langweilig. Das sollte sich um das Millenium herum ändern. Ich war damals bei uns zu Hause in der Jugendfeuerwehr aktiv. Vor einem der wöchentlichen Treffen war ich bei einem Freund aus Kindertagen, der dort ebenfalls Mitglied war. Er hatte kürzlich ein neues Spiel bekommen: Knights and Merchants: The Shattered Kingdom. Wir hatten nicht allzu viel Zeit, aber die Grundzüge waren schnell klar: Eine Siedlung anlegen; die Wirtschaft in Gang bringen; zusehen, dass niemand verhungert; eine Armee aus der Taufe heben und die Widersacher des Königs in ihre Schranken weisen. Und das alles in einem klassischen Mittelalter-Setting. Ich war sofort Feuer und Flamme. So sehr, dass dieses Spiel zum nicht mehr allzu weit entfernten Weihnachtsfest mein einziger Wunsch war – der sich auch erfüllte.

BUTTER BEI DIE FISCHE! WAS IST KNIGHTS AND MERCHANTS?

1998 wurde das Aufbau-Strategiespiel Knights and Merchants veröffentlicht. Entwickelt von Joymania Entertainment und vertrieben von TopWare Interactive, war es eine Kampfansage an die Genre-Größe Die Siedler. Die Voraussetzungen standen dabei gut, zeichneten sich doch zwei Entwickler von Die Siedler II für Joymania Entertainment verantwortlich.

Inhaltlich dreht sich die Geschichte um den guten König Karolus, dessen machthungriger Sohn Prinz Lothar die Herrschaft an sich reißen will. Durch Intrigen und Kleinkriege hat er eine Schar treuer Anhänger im Land gefunden, die mit ihrem Einfluss und ihren Armeen für ihn kämpfen. Schweren Herzens verhängt Karolus die Todesstrafe über seinen Sohn, um Land und Leute vor ihm zu schützen. Als treuer Vasall König Karolus tragen wir in 20 Missionen diesem Erlass Rechenschaft und kümmern uns nach und nach um abtrünnige Barone und Fürsten, bis wir schließlich gegen Prinz Lothar selbst in die Schlacht ziehen.

In den meisten Missionen muss zunächst eine Stadt errichtet werden um dann das eigentliche Ziel in Angriff zu nehmen. Im Regelfall bedeutet das, alle Gegner zu vernichten. Diese starten regelmäßig wesentlich besser ausgestattet; mit funktionierenden Städten und ansehnlichen Armeen. Darüber hinaus gibt es aber auch Laufmissionen, in denen wir keine Rückzugsmöglichkeiten haben. Stattdessen simulieren diese Missionen kleinere und größere Scharmützel auf zumeist offenem Feld. Mit den gegebenen Einheiten muss der feindliche Ansturm aufgehalten werden. Da wir uns im Regelfall deutlich in der Unterzahl befinden, sind diese Missionen nur mit taktischen Geschick und hervorragendem Truppenmanagement zu schaffen.

MIT DEM WIRTSCHAFTSKREISLAUF AUF TUCHFÜHLUNG

Ein wesentlicher Kern von Knights and Merchants ist die Aufbau-Simulation. Und die kann sich wirklich sehen lassen. Nur wer viel Mühe und Fleiß in seine Stadt investiert, kann auch im späteren Spielverlauf Truppen ausbilden und diese unterhalten. Wir befinden uns dabei auf einer Mikroebene. Statt repräsentativen Stadt- oder Einwohner-Marken zählt hier jede einzelne Person. Kern jeder Stadt ist das Lagerhaus, in dem alle Rohstoffe, Zwischen- und Fertigprodukte eingelagert werden können. Das sind immerhin 28 verschiedene.

Häufig starten wir mit nichts anderem als einem Lagerhaus und zwei Typen von Stadtbewohnern: Gehilfen und Arbeiter. Die Gehilfen bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft. Alles was von A nach B gebracht werden muss, seien es Rohstoffe oder Zwischenprodukte zur Weiterverarbeitung, Endprodukte ins Lagerhaus oder Baumaterialien zu Baustellen – Gehilfen erledigen alles. Arbeiter werden ihrem Namen gerecht. Egal ob neue Gebäude, ein Acker, Weinstöcke oder Straßen; diese Jungs kümmern sich darum. Zumindest, wenn sie von Gehilfen mit Material versorgt werden. Und ja, auch Straßen wollen gebaut werden. Feld für Feld.

 

Die unterschiedlichen Aspekte des Wirtschaftskreislaufs können sich sehen lassen. Holzfäller (der eigentlich ein Forstwirt ist, da er bei geringem Baumbestand Bäume nachpflanzt) und Steinmetz sorgen für Baustoffe; Bauern und Winzer kümmern sich um die Nahrungsversorgung. Zumindest um die erste Instanz. Geerntetes Korn wird von Müllern und Bäckern zu Brot und von Viehzüchtern und Metzgern zu Wurst verarbeitet. Im Gasthaus können die Hungrigen dann ihren Hunger stillen, sofern denn ordentlich gewirtschaftet wurde. Sind nicht genügend Nahrungsmittel vorhanden, gehen die Stadtbewohner zunächst hungrig in den Gasthof, um dann unverrichteter Dinge wieder von dannen zu ziehen und letztendlich zu sterben. Auch Gold, Eisenerz und Kohle kann in Bergwerken gefördert werden und wird von Schmieden und Schmelzen zu Eisen für Waffen oder Rüstungen oder zu tatsächlichen Goldtruhen verarbeitet. Goldtruhen werden in der Schule benutzt um pro Truhe einen Stadtbewohner zu erschaffen (auszubilden). Ganz wie im richtigen Leben. Wenn es für Eisenwaren nicht reicht, tun es mitunter auch Holz und Leder für die Waffen- und Rüstungsproduktion. Dafür gibt es dann wieder andere Betriebe.

Für das gesamte Stadtbild gilt: Als Spieler haben wir keine direkte Kontrolle über die Stadtbewohner. Sie können nicht angewählt und ihnen können keine Befehle erteilt werden. Das macht es umso wichtiger, den Aufbau der Stadt gut zu planen. Produzierende und verarbeitende Betriebe sollten nah beieinander stehen, Straßen sollten an wichtigen Umschlagplätzen sehr viel breiter sein und die Menge eingesetzter Gehilfen muss stets der Stadtgröße angepasst werden. Die Verteilung von Rohstoffen kann noch grob bestimmt werden, indem vorgegeben werden kann, dass z.B. Viehzüchter mehr Korn geliefert bekommen sollen als Mühlen. Darüber hinaus gilt: Die Effektivität des Kreislaufs und das Wohlergehen der Stadt hängen von unserem planerischen Geschick ab. Jeder Einwohner weiß selbstständig, wie er seine Arbeit zu erledigen hat. Aber sie brauchen ein Organisations-Mastermind im Hintergrund, das die Strukturen schafft, überwacht und gegebenenfalls verändert.

BEISPIELPRODUKTION

Um die vielfältigen Schritte besser veranschaulichen zu können, folgt eine kurze Erläuterung der Voraussetzungen für einen Axtkämpfer. Der Axtkämpfer ist eine Standardnahkampfeinheit. Um einen Axtkämpfer ausbilden zu können, benötigen wir eine Handaxt, ein Holzschild, eine Lederrüstung und den Rekruten selbst.

Unser Holzfäller produziert Baumstämme, die vom Schreiner im Sägewerk zu Brettern verarbeitet werden. Die Bretter wandern in Waffen- und Rüstungswerkstätten, wo Handäxte bzw. Holzschilde hergestellt werden. Bauern säen und ernten Korn, was in der Schweinezucht verwendet wird, um Schweine zu mästen. Sind diese bereit zur Schlachtung, gehen ihre Häute an den Gerber, der daraus Lederrollen fertigt. Diese werden schließlich in der Rüstungswerkstatt zu Lederrüstungen verarbeitet. Währenddessen schürfen Bergmänner in Goldminen und Kohlebergwerken, damit ein Schmelzer aus Gold und Kohle Goldtruhen herstellen kann. Mit der Goldtruhe wird schließlich der Rekrut in der Schule ausgebildet. Ausrüstung und Rekrut finden sich allesamt in der Kaserne ein und wir sind stolze Besitzer eines Axtkämpfers. Insgesamt waren daran zwölf Betriebe und zehn spezialisierte Stadtbewohner beteiligt – plus die Gehilfen, die alles von A nach B gebracht haben. Natürlich entstehen noch Nebenprodukte aus den einzelnen Schritten und wir machen umfangreichen Gebrauch von Skaleneffekten. Dennoch zeigt das Beispiel eindrucksvoll, wie viele Stellschrauben uns zur Verfügung stehen und damit auch, wo überall etwas schief gehen kann.


WAS IST MIT MORD UND TOTSCHLAG?

Der zweite große Aspekt von Knights and Merchants sind militärische Scharmützel. In der Kaserne können neun Einheitentypen ausgebildet werden, dazu kommen später noch fünf Söldnerarten und zwei Kriegsmaschinen. Jede Einheit kann in leichtes oder schweres Militär sowie in Infanterie im Nahkampf, Fernkampf oder Kavallerie unterschieden werden. Leichtes und schweres Militär unterscheidet sich durch das Material ihrer Waffen und Rüstungen. Leichte Einheiten nutzen Holz und Leder, schwere Einheiten ausschließlich Eisen. Sie sind damit wesentlich stärker aber auch um einiges aufwändiger in der Produktion. Im Gegensatz zu Holz und Leder ist Eisen in Knights and Merchants auch eine endliche Ressource. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen fußt der Kampf nicht auf einem Schere-Stein-Papier-Prinzip. Stattdessen hat jede Kategorie eigene Vorteile. Infanterie im Nahkampf verfügt entweder (Milizen, Axtkämpfer, Schwertkämpfer) über einen Sturmangriff, bei dem sie in gerade Linie von ihrem Standpunkt aus in eine Richtung prescht, was es Fernkämpfern wesentlich schwerer macht sie zu treffen, oder sie fügt Kavallerie doppelten Schaden zu (Lanzenträger, Pikeniere). Infanterie im Fernkampf (Bogenschützen, Armbrustschützen) hat einen immensen Reichweitenvorteil und stellt in der Schlacht die wichtigsten/taktischsten Einheiten dar. Kavallerie (Späher, Ritter) bewegt sich durchgängig mit doppelter Geschwindigkeit.

Scharmützel sind extrem taktisch. Im Gegensatz zu Stadtbewohnern kann das Militär direkt gesteuert werden. Die Größe einzelner Truppenverbände kann beliebig verändert (geteilt/zusammengeschlossen) und ihre Aufstellung dem Terrain oder Schlachtplan angepasst werden. Ob ein Zwölfertrupp Schwertkämpfer in zwei Reihen vor den Bogenschützen steht oder als 3×4 Block von der Flanke in die Schlacht stürmen soll, ist uns überlassen. Marschieren die Truppen, behalten sie auch ihre Formation weitestgehend bei. Erst im Kampf selbst wird es ein bisschen wuselig, da wir dort mit Ausnahme der Fernkämpfer die Kontrolle wieder entzogen bekommen. Befindet sich eine Gruppe im Kampf, können ihr keine Befehle erteilt werden. Bogen-  und Armbrustschützen sind dabei das Rückgrat der Armee. Werden sie von der feindlichen Infanterie und Kavallerie erreicht sind sie zwar quasi schutzlos. Werden sie allerdings durch eigene Verbände abgeschirmt oder an taktisch wichtigen Punkten aufgestellt, kann können auch Kämpfe trotz massiver zahlenmäßiger Unterlegenheit gewonnen werden. Geschicktes Positionieren der Fernkämpfer stellt oftmals den Schlüssel zum Sieg dar und ist schon sehr früh in den Missionen eine Voraussetzung um überhaupt den ersten Angriff des Gegners überstehen zu können.

 

Auch der beste Soldat kämpft schlecht, wenn er Hunger hat. Ebenso wie die Stadtbewohner haben die Militärs eine Hungerleiste, die sich mit der Zeit bemerkbar macht. Die einzige Abhilfe: ein Klick auf den Besteck-Button. Der Standartenträger der Gruppe brüllt dann beherzt „ESSEN FASSEN!“ und für uns heißt es warten. Durch den Befehl ändern sich bei Gehilfen in der Stadt die Arbeitsprioritäten. Statt Schweine zum Metzger zu bringen, laufen sie ins Lagerhaus, schnappen sich Brot, Wein oder Würste und bringen es dem hungrigen Trupp – je ein Gehilfe pro hungrigem Soldaten. Sollte die Armee also recht weit von der Stadt weg sein, kann das die Wirtschaft durchaus für eine Weile lahmlegen und ein Loch in die Nahrungsmittelversorgung reißen. Eine ordentliche Armee zusätzlich zur Stadt zu unterhalten ist nicht ganz einfach. Zumal die KI nicht die hellste Kerze auf der Torte ist.

DAS TECHNISCHE DRUMHERUM

Eine tatsächliche Betrachtung des technischen Gerüsts ist an dieser Stelle wohl nicht nötig. Das Spiel ist 17 Jahre alt und so sieht es auch aus. Dennoch ist es hübsch anzusehen und in seinem eigenen Stil auch immer noch gut spielbar. Es gibt keinen Zoom oder anderen neumodischen Kamera-Schnickschnack, ausschließlich die Iso-Perspektive auf das Geschehen. Die Darstellung der Kreisläufe ist sicherlich vereinfacht, aber dennoch nachvollziehbar und hat ein ansprechendes Mittelmaß gefunden. Es sind genügend Zwischenschritte um Komplexität zu erzeugen, ohne den Anspruch einer realistischen Wirtschaftssimulation zu haben. Wirtschaft und Krieg sind gleichermaßen wichtig und keins von beiden fühlt sich unausgereift an. Die Animationen sind klasse, mit viel Liebe gemacht und für mich auch heute noch ein Hingucker, denn die Stadt die ich baue lebt. Der Bauer geht auf sein Feld mit einem Sack voll Körner und sät. Wenn er nichts zu tun hat, schaut er aus seinem Fenster auf die Straße und beobachtet, was dort vor sich geht. Im Gasthaus sitzen bis zu sechs hungrige Mäuler zusammen am einzigen Tisch, vertilgen Brot oder Wurst und stoßen mit ihren Weinkrügen an. All das muss man sich nicht vorstellen, sondern kann die Einwohner direkt dabei beobachten. Die Schweine in der Schweinezucht starten als kleine Ferkel und werden über die Zeit immer fetter, bis man schließlich den Viehzüchter durch das Fenster im Dachgeschoss von hinten dabei beobachten kann, wie er das Beil schwingt. Die Darstellung der Betriebe und ihrer Besitzer haben auch praktischen Nutzen. Wenn der Bäcker faul an seiner Backstubenwand lehnt, sehe ich auf einen Blick warum er nicht arbeitet. Entweder, die kleine Nebenkammer wo angeliefertes Mehl lagert ist leer, oder sein kleiner Tisch ist bereits voller Brote, sodass er nicht weiterproduzieren kann, bis etwas abgeholt wird. Eventuell macht er auch einfach nur eine kurze Pause zwischen zwei Broten. Das gehört schließlich auch dazu.

                    

Die Soundkulisse ist wahnsinnig schön. Die wechselbare Hintergrundmusik besteht aus vierzehn Stücken für alle Spielsituationen und kann auch manuell durchgeschaltet werden. Selbst nach Jahren der Knights and Merchants Abstinenz hatte ich einige Stücke davon noch im Ohr. Der richtige Clou liegt aber in den Geräuschen der Stadt. Jeder Betrieb und jede Tätigkeit klingt so, wie man sich das vorstellt. Schweine grunzen, Mühlräder drehen und mahlen, schwere Hämmer und Sägen erklingen beim Häuserbau. Wenn ein Bergmann mit seinem Flaschenzug in die Finsternis hinabfährt hört sich das auch tatsächlich so an und kurz darauf schallt das Echo von auf Stein knallendem Metall aus dem Stollen. Besonders schön ist auch der Winzer, wenn er nach der Ernte erst die Reben in einen riesigen Bottich kippt und dann barfuß mit herrlichem „pflrtsch pflrtsch“ darauf herumstampft.

Die Welt selbst ist schön gestaltet, mit Wiesen, Wäldern und mitunter schneebedeckten Landschaften. Flüsse durchziehen die Karten und Wölfe und Fische ziehen umher. Erz-haltige Berge verändern ihr Aussehen, wenn ihre Ressourcen langsam nachlassen und die Gestaltung der Karten lässt viel Raum für taktische Raffinessen.

BUT WAIT THERE’S MORE!

2001 folgte die Erweiterung The Peasants Rebellion, in der in 14 zusätzlichen Missionen eine Bauernrevolution niedergeschlagen werden muss. Zusätzliche Inhalte der Erweiterung wie die Fischerhütte oder Kriegsmaschinen sind dann aber auch in den Missionen des Grundspiels verfügbar. Außerdem gibt es eine Beschleunigungsfunktion, sodass auf Knopfdruck die Ingame-Zeit schneller vergeht, was die häufig sehr langen Missionen angenehm beschleunigen kann. Der offizielle Support sowie die Arbeiten an Knights and Merchants 2 sind bereits 2002 eingestellt worden. Bis heute gibt es aber sowohl deutsche als auch englische Fangemeinden, die KaM durch weitere Patches und Bugfixes am Leben halten und außerdem an Remakes und eigenen Nachfolgetiteln arbeiten. Beziehen kann man Knights and Merchants via Steam, Good Old Games oder auch nicht digital über Amazon. All diese Versionen beinhalten bereits die Erweiterung und sind technisch angepasst, sodass sie auch problemlos auf aktuellen Betriebssystemen funktionieren.

FAZIT

Knights and Merchants ist klasse. Es spielt sich weitaus langsamer als andere Strategiespiele und erfordert einiges an Weitsicht, hält dabei aber einen angenehmen Komplexitätsgrad aufrecht. Die Missionen sind fordernd und der Schwierigkeitsgrad zieht gut an. Die Steuerung ist einfach und ordentlich, aber die KI lässt einen schon mal die Haare raufen, wenn es um das Koordinieren mehrerer Truppenverbände geht. Die Kämpfe selbst sind motivierend, da bessere Taktiken belohnt werden. Die Wirtschaftskreisläufe sind ansprechend umgesetzt worden und das Managen der richtigen Stadtstruktur macht viel Spaß. Ein Spiel, dass ich selbst erst kürzlich wieder ausgepackt habe und dass wohl wieder lange auf meiner Festplatte verweilen wird.

 

PRO & CONTRA

+ sinnvolle Waren- und Transportkreisläufe
+ lebendige Städte durch geschäftige Einwohner und Soundkulisse
+ Soundtrack
+ liebevolle Animationen
+ Arbeitsvorgänge (Häuserbau, Warenherstellung) tatsächlich Schritt für Schritt sichtbar
+ Zeitbeschleunigungsfunktion

– KI teilweise zum Haare raufen
– animierte Minimap zeigt auch Bewegungen der Natur, die dann für Gegner gehalten werden (klingt nicht so wild, ist aber wirklich störend)

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