Aug 022013
 

Ich weis, es ist Zombie Friday und in den Spielen rund um Alice ist es eher schwer bis unmöglich, Zombies zu finden. Alice bekommt jedoch eine extra Erlaubnis und wird heute vorgestellt. Deal with it!

Heute möchte ich gleich zwei Spiele vorstellen, die meine Sammlung bereichern. Beides düstere Versionen von Carrolls „Alice im Wunderland“, frei an die Geschehnisse der Kindergeschichte angehängt. Eins besitze ich schon lange, das andere noch nicht so lang, aber beide wurden mit Freuden mehrmals durchgespielt und sind definitiv zwei meiner Favoriten, aus spielerischen und melancholischen Gründen.

American McGee’s Alice: Retro Grusel

Ende 2000 kam der „Action Adventure/Horror“ auf den Markt, mit knapp 13 Jahren habe ich es das erste Mal gespielt. Also eigentlich noch viel zu jung für das USK 16 Spiel, aber Verbotenes macht Spaß, und als Horrorfan in diesem Fall gleich doppelt! Und dreifach, als ich den Schinken auf meinem damaligen ersten Arbeits-notebook zum Laufen gebracht habe. Die gute alte Technik…

Das Cover zum ersten Teil. Hach, da kommen Erinnerungen auf…

Aber nun zum Spiel:
Wie der Name schon vermuten lässt, spielen die Geschehnisse in dem Universum von „Alice im Wunderland“, aber wer jetzt an den süßen Disney-Film oder das auch süße aber etwas seltsame Buch denkt, liegt gerade total daneben. Denn die Alice von American McGee (ein amerikanischer Game Designer) ist weder blond, noch klein, noch süß, noch weinerlich, noch sonst irgendwas. Sie ist brünett, eiskalt, eine Killermaschine und – verrückt. Als Erklärung die Geschichte: nach den übernommenen Geschehnissen der originalen Alice-Story muss die Protagonistin ein schweren Schicksalsschlag hinnehmen: ihre Eltern kommen bei einem Hausbrand ums Leben, und die Kleine muss quasi dabei zusehen, wie sie brennen. Und Verbrennen. Die Folge: sie wandert ins Irrenhaus, das arme Ding.
Als sie da so in ihrem Irrenhaus-Bett liegt, erwacht ihr Plüschhase zum Leben und bittet sie um Hilfe (verrückt, nicht wahr?), und damit fängt die spielbare Handlung an.
Alice fällt durch ein blau leuchtendes Loch, landet in einem unterirdischem Dorf und darf sich sogleich auf die Jagd nach dem weißen Kaninchen machen. Einem unheimlichen, verrückt schielendem Kaninchen. Und auch einen alten Freund, die Grinsekatze trifft sie gleich zu anfangs wieder. Eine abgemagerte, knochige, ebenfalls unheimliche Katze.

Alice darf sich nun durch verschiedene Welten kämpfen, durch (Überraschung!) sehr unheimliche Welten mit sehr unheimlichen Einwohnern. Ziel ist die rote Königin, die Schuld für das veränderte, düstere Wunderland trägt und folglich ins Gras beißen muss um wieder Frieden ins Wunderland (und damit auch in Alices verwirrtes Gehirn) zu bringen– das darf ich erledigen.
Natürlich will die Königin nicht von alleine abtreten und jagt Alice deswegen ihre Diener, unter anderem aggressive Karten mit Gliedmaßen und Waffen oder schwebende Skelette im Kreuzrittergewand auf den Hals. Aber Alice ist nicht hilflos, sie findet im Wunderland verschiedene nette Waffen und kann daher stilecht einiges an Pixelblut vergießen. Sie trifft bekannte Charaktere wie die Raupe, der Jabberwock und Diedeldum und Diedeldei, und jedes Mal trifft sie so gut dass diese Charaktere es auch nicht überleben. Manchmal ist das wünschenswert, manchmal aber auch überraschend. Ob die böse tentakelbewucherte Königin am Ende von Alice getötet wird und das Wunderland wieder sonnig und grün wird? Man weiß es nicht.

Das Feeling (oh, das Feeling…)

Vorerst: das Spiel ist echt alt, und so sieht es auch aus. Alles eckig, kaum gerendert, schwammige Texturen, unnatürliche Bewegungen, fehlende Feinheiten und Details…die Liste könnte noch weitergehen, aber damit würde ich dem Spiel etwas Unrecht tun. Wenn man mal die schmerzlich schlechte Grafik ausgeblendet hat und sich nur auf die Atmosphäre konzentriert, kann das Spiel überzeugen. Leider aber auch nur dann, denn das Spiel ist definitiv zu alt, sodass das Potential der Geschichte bei weitem nicht erreicht werden kann. Aber die Grundlagen sind vorhanden.
Die Steuerung? Geht klar! Die Geschichte? Geht klar! Der Schwierigkeitsgrad? Geht klar! Die Geräuschkulisse? Geht klar. Die Protagonistin? Eine zu jedem Zeitpunkt cool bleibende Teenager Göre, die manchmal aus der Haut fährt und sich in einen Dämon mit Hörnern verwandelt.
Der Grusel? Der leidet unter der Grafik, aber es gibt durchaus diese netten „holy sh**“-Momente, was das Spiel dem Schöpfer McGee und seinen originellen und teilweise echt abartigen Umsetzungen von dem Kindermärchen zu verdanken hat. Das sieht man auch an den Waffen: unter anderem bedient sich Alice eines überdimensionalen Küchenmessers, Spielkarten, die wie Shurikens geworfen tödlich werden, und eines Croketschlägers mit einem Schlangenkopf. Ein wie ich finde nettes und originelles Konzept, Spielzeug zu Waffen umzugestalten. Auch die Gegner sind stilgerecht und ließen mich auch mal schaudern (Kinder mit entfernten Augenlidern, die Mundwinkel an die Ohren getackert und unkontrollierten Zuckungen? Das man auch noch hinter sich herlocken muss um ein Mechanismus auszulösen? Au ja, ich lieber Kinder! Danke für die Albträume…).

Dicke Wummen: auch bei alten Spielen ein nettes Extra

Bedauerlicherweise hat das Spiel nach einer Weile dann doch nicht mehr sehr viel Neues zu bieten – die Aufgabe besteht im Gesamten nur aus Hüpf- und Metzelpassagen. Nach den vielen Jahren muss ich mir auch eingestehen, dass das Spiel auf mein 13-jähriges Ich einen größeren Charme ausgeübt hat als auf mein 20-jähriges. Das Konzept des Hüpfen und Knöpfchendrückens ist dann doch eher veraltet. Man muss dem Spiel ganz und gar offen gegenübertreten, dann liefert es dem Spieler auch Unterhaltung und öffnet ihm die Tür in eine originelle, düstere und irgendwie charmante Welt. Denn die Story und das Universum sind phantasievoll und stimmig, die Welten originell gestaltet und passend an die ursprüngliche Geschichte von der kleinen Alice angelehnt. In meinem Fall hat die durch das Alter des Spiels verschuldete Steifheit der Welten und der Figuren sogar dazu beigetragen, mich zu gruseln.
Ich bin überzeugt, dass Genre-, Retro- und/oder Alice-Fans durchaus ein paar nette Stunden mit dem Spiel verbringen können.

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: die Aufzeichnungen des behandelnden Arztes von Alice, die im Hauptmenü des Spieles zu finden sind. Sie erklären die Geschehnisse außerhalb von Alices Kopf und decken interessante Details auf.

Alice: Madness returns

Nun komme ich zur Fortsetzung von Alice Reise, auf dem Markt seit 2011, wieder von McGee geschaffen und schon seit dem Erscheinungstag in meinem Spieleregal zu finden. Das Pegi18-Spiel hat vieles richtig und weniges nicht besser gemacht. Doch bevor ich mit dem Loben anfange, die Geschichte.

Knapp zehn Jahre nach den Geschehnissen von dem ersten Teil ist Alice von ihrem Wahnsinn geheilt (oh nein, jetzt habe ich gespoliert, so ein Mist aber auch…) und lebt in einem Waisenhaus in London. Den Psychofritzen hat sie leider trotzdem noch nötig. Wöchentlich besucht sie deswegen Doctor Bumpy, der ihr durch Hypnose zu helfen scheint, den Verlust ihrer Eltern zu verarbeiten. Zu erwähnen ist auch, dass es nun auch eine tote Schwester gibt, die mit bei dem Brand umgekommen ist und eine bedeutende Rolle innehaben wird.

Als Alice nach einer Therapiestunde einer weißen Katze durch die tristen Straßen Londons folgt, trifft sie auf Ms. Witless, einer geldgierigen Alkoholikerin. Der alten Schachtel wachsen auf einmal Flügel und dann, auf einmal, sind wir im Wunderland.
Diesmal kein unterirdisches Dorf, sondern ein sehr idyllischer Felsvorsprung mit einem Wasserfall und mit Blick auf schwebende Inseln und Dominosteine in der blauen Ferne.
Man könnte nun interpretieren, dass in Alice Kopf doch alles in Ordnung ist…
Nee, da hab ich mir gerade einen dummen Witz erlaubt, wozu hieße das Spiel denn dann „MADNESS returns“?
Nachdem Alice auf ihren besten Kumpel Grinsekatze trifft, darf sie auch schon ins Abenteuer ziehen.
In den nächsten 10 Minuten findet die junge Dame ihr großes Küchenmesser wieder (Entschuldigung: Vorpalklinge) und darf ihren ersten Gegner bekämpfen.
Die Monster im neuen Wunderland sind größtenteils Gestalten aus flüssigem Teer und lose daran klebenden Teilen von Porzelanpuppen. Hört sich kreativ an, sieht auch so aus! Diese putzigen Wesen mit dem Namen „Verfall“ sind aber nur ein kleine Teil der Vielfalt an Gegner, die auf Alice warten.

Auch dieses Mal gibt es verschiedene Welten, durch die man sich mit Waffen wie eine Pfeffermühle, einer Teekanne und Stockpferd durchmetzeln darf. Denn die böse Königin ist irgendwie immer noch dabei, Terror zu verbreiten und das erst regenerierte Wunderland in Wüstenlandschaft zu verwandeln. Mithilfe eines großen Zuges, der an eine Kathedrale erinnert.
Und diesen Zug muss Alice in insgesamt fünf Kapiteln einholen. Jedes Kapitel ist eine eindeutig thematisierte Welt, neben Klischeehaften Ausführungen wie die Eis- und die Unterwasserwelt gibt es auch einen Ausflug in eine überdimensionale Version von einem japanischen Steingarten. Zwischen jedem Kapitel gibt es eine nette Abwechslung: die Geschichte wird überbrückt, indem Alice kurzzeitig wieder in der realen Welt aktiv wird und sich auch realen Problemen aus ihrem bisherigen Leben im London voller Prostituierten und misshandelten Kindern stellt.
Ergänzend findet Alice im Wunderland immer wieder Erinnerungen an Geschehnisse vor und nach dem Brand wieder und so kommt man zügig (haha) und unterhaltsam langsam hinter das anfängliche Chaos.

Vielleicht kommt Alice am Ende sogar hinter eine gemeine Intrige und erkennt, dass sie womöglich gar nicht am Brand und dem Tod ihrer Familie Schuld trägt und endlich Frieden mit sich schließen kann?!

„Rette uns“ – jaja, bin doch schon dabei…

Ihr seht, das Spiel sprudelt vor Kreativität und einem originellen Plot.

Originell und Kreativ darf man auch das gesamte Spieledesign nennen, was die schon im Erscheinungsjahr veraltete Grafik mehr als wettmacht. Da es sich um eine sehr abstrakte und unrealistische Art des Designs handelt, konnte ich mit Freuden auf „Perfektheit“ der Grafik verzichten und habe mich manchmal dabei ertappt, in die falsche Richtung zu laufen und mir einfach mal ein bisschen die Gegend anzuschauen.
Visuell ist das Spiel also etwas sehr spezielles und ich als Fan von Originalität hatte meine Freude daran.

So, jetzt hört sich das Spiel irgendwie nach einem kunterbunten spielbaren Comic an, aber aus irgendeinem Grund muss das Spiel ja in Amerika ab 18 freigegeben sein? Richtig, stellenweise ist das Spiel nämlich echt gut geeignet zum Gruseln und auch zum Ekeln.

Dank der perfekt inszenierten Musik und den etlichen Dunklen Ecken darf man sich auch einige bis viele Schreckmomente freuen, je nach Charakter natürlich. Und dann wären da wieder diese KINDER!
Alice kämpft die meiste Zeit zwar gegen nicht-humanoide Gegner (bestes Beispiel: eine Teekanne mit Spinnenbeinen), aber trotzdem wurden mir die kleinen Kinder mit aufgeschlitzten Schädeldecken und Mundwinkeln nicht erspart. Und gegen Puppenköpfe die laut „MAMA!“ schreien, habe ich ehrlich gesagt auch was…
Zum Glück ist das Spiel wirklich nicht allzu schwer zu meistern, wenn Alice fleißig Zähne (ja, Zähne) sammelt, ihr Waffen upgradet und man selbst geschickt die Knöpfchen drückt kann man es am Ende selbst mit dem Endgegner, dem „Puppenmacher“ locker aufnehmen.
Aber wie ich immer zu sagen pflege: wenn man sich nur in die Story hineinversetzt und mit Herzblut spielt, ist alles andere zweitrangig wenn die Geschichte gut ist! (naja gut, das habe ich bisher nur ein paar Mal gesagt, aber es hat Stil.)

Trotz alles Lobreden hat „Alice: Madness Returns“ nicht alles richtig gemacht. Nach einigen Spielstunden wird man von leichter Monotonie eingeholt. Genau wie im ersten Teil besteht die effektive Spielzeit nämlich nur aus Springen, Laufen, schweben, Kämpfen, weiter Laufen, von einer Plattform fallen, sich ärgern, einen Gegner nicht besiegen, sich noch mehr ärgern, das Spiel für einen Tag virtuell an die Wand zu schmeißen und nächsten Tag weitermachen.
An sich alles was ein Spiel haben muss, aber es kam leider das eine oder andere Mal vor, dass ich mir sehnlichst die nächste Filmsequenz, ein Zwischenziel im Level oder wenigstens einen neuen Gegner gewünscht habe. Das alles kam früher oder später und hatte mich dann auch definitiv wieder in den Bann gezogen, aber die Zeit bis dahin, tja die war halt hin und wieder ein bisschen öde.
Alle weiteren Macken des Spiels sind typische Kinderkrankheiten eines Videospiels, die Texturen laden sehr lange nicht nach oder man stürzt zum 100mal ab, da das Spiel ins Stocken gekommen ist. Nicht der Rede wert, wir Veteranen kennen doch schon alles! Fair bleibt das Spiel allemal und könnte Nervenkitzel suchende Gamer vielleicht schon unterfordern, nicht das mir das passiert wäre, ich war voll bedient…

Diese Puppe möchte nicht kuscheln. Sie möchte töten

Das Spiel hat noch etliche weitere (wohlgemerkt positive) Features, über die ich hier gerne geschrieben hätte, es macht Spaß auf jedes noch so kleine Detail (visuell wie storytechnisch) zu achten und sich daran zu erfreuen. Da das aber zu viel Text produzieren und euch zum einschlafen bringen würde, spreche ich an dieser Stelle eine eindeutige Spiel-Empfehlung aus und behaupte, es lohnt sich die Geschichte selber zu erleben.

„Lieber Dr.Sommer, ich habe den Film von Tim Burton gesehen. Kann ich „American McGees Alice“ noch spielen oder weiß ich schon alles?“

Für alle, die noch mitlesen, möchte ich eine Verbindungslinie zum einem bekannteren Alice-Ableger der letzten Jahre ziehen: den Film „Alice im Wunderland“ von Tim Burton aus dem Jahre 2010.
Vorweg ein wenig Insider-Wissen: ursprünglich sollte der erste Teil von American McGees Alice verfilmt werden, was dann aber an den langen Verhandlungen zwischen McGee und dem Filmstudios von Universal auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Die letzten News stammen aus dem Jahr 2008…Ich muss sagen ich trage noch einen kleinen Funken Hoffnung in mir dass die Story noch verfilmt wird, denn Potential hat sie allemal. Und von den kindlichen Versionen mit der kleinen Alice gab es doch auch schon mehr als genug.

Trotzdem lohnt es sich, das fast schon antike Spiel und den neuen Streifen zu vergleichen. Beide Entwickler der Produkte haben eine Leidenschaft für das Düstere und das visuell sehr Originelle, wenn ich nun aber meine persönliche Meinung mit einfließen lasse, behaupte ich: Tim Burtons Werk ist etwas aus einem zerschmolzenen pinken Kaugummi auf einer roten Rose liegend, mit vielleicht ein bis zwei Blutsprenklern drauf. American Mcgee dagegen liefert uns ein verrückt grinsendes Gestrüpp mit ein bis zwei Litern Blut darauf portioniert.
Hört sich nun nicht besonders ähnlich an, ist es auch in den seltensten Fällen.
In beiden Versionen kehrt Alice nach einigen Jahren zurück ins Wunderland und muss feststellen, dass es sich seit ihrem letzten Besuch (welcher in beiden Fällen aus Carolls Werk zu entnehmen ist) einiges verändert hat: bei Tim Burtons Version bei weitem nicht so sehr ins Schlechte wie in McGees. Doch beide Alices beschließen dass nur der Sturz der roten Königin wieder Ordnung ins Wunderland bringen kann.
Storytechnisch hört die Gemeinsamkeit hier auf und tritt nur noch in vereinzelten Details auf.

Alice? Ist im Spiel eine fast schon mit Gothic angehauchtes, vom Leben gezeichnetes junges Mädchen. Sie nimmt alle noch so verrückten und blutrünstigen Geschehnisse mit einer ordentlichen Portion Zynismus und Kälte hin, was definitiv unterhaltsam ist und sie sehr charakterstark wirken lässt. Die Kleine treibt nichts so leicht in den Wahnsinn. Tim Burtons Alice ist eine junge Blonde edle Dame, die sich nicht sicher ist, ob sie tatsächlich die gesuchte Alice ist. Eine kleine Kämpferin wird sie trotzdem und darf sogar einen Kopf abhacken.
Die Grinsekatze? In der spielbaren Welt ist er ein ebenfalls zynischer, abgemagerter alter Kater, der Alice in jeder Situation mit einem mehr oder weniger hilfreichen Spruch zu Seite steht, wenn man die passende Taste drückt. Die Katze aus dem Film ist ein süßes puschliges Vieh, das es aber ebenfalls als seine Aufgabe sieht, Alice beim Sturz der Königin behilflich zu sein.
Der Hutmacher? Die Rolle des Hutmacher wurde von McGee umgekrempelt: er ist zu einem grünhäutigem Wahnsinnigen mutiert, der seinen beiden Freunden, den Märzhasen und die Haselmaus, etliche Gliedmaßen entfernt und diese durch Zahnräder angetriebene Maschinenteile ersetzt hat. Kranker Bastard!
Johny Depp verkörpert in dem Film einen eher leicht verwirrten und meist verängstigten ehemaligen Angestellten des weißen Königin, der im klaren Gegensatz zu dem Spiel auf der guten Seite steht.

Und nun zwei Charakteren, die bei einem Speed-Dating mehr Gemeinsamkeiten bei einander finden würden.
Der Jabberwocky. In beiden Universen als gefährlichste Waffe von der roten Königin gegen Alice eingesetzt im Spiel überdimensional und mit Prothesen überhäuft und im Film feuerspeiend, ist der Jabberwocky jedes Mal ein drachenartiges Wesen, dass sich Alice stellt und letztendlich von ihr getötet wird.
Diese beiden würden sich bei einem Date sicher gerne gegenseitig den Frust von der Seele reden.
Ein wenig könnten dies auch die beiden roten Herzköniginnen. Beide der Ursprung allen Übels, ist McGees Königin ein widerliches Wesen aus Tentakeln und wucherndem Fleisch, welches das Wunderland mit seinen Monstern infiziert und es in den Abgrund gestürzt hat, ist Burtons Königin ebenfalls die Befehlshaberin von einer Armee und Dienern, die aber recht gesittet vor sich hin regiert. Dennoch, böse und selbstsüchtig sind beide.

Der Beweis: man erkennt schon ein-zwei Gemeinsamkeiten, oder?

Und zu guter Letzt: die visuelle Umsetzung. Da sich alles in dem Kopf eines psychisch verstörten Mädchens abspielt, ist McGees Wunderland eine Komposition aus Trümmern, öden Landschaften, fliegenden Räumen mitten im Nichts und irren Monstern. Verkörperter Wahnsinn eben.
Burtons Wunderland hingegen könnte direkt Carolls Buch entsprungen sein, sowohl Umgebung als auch die Bewohner sind verrückt-niedlich gestaltet und nicht besonders verändert worden.

Letztendlich kann ich sagen, dass beide Geschichten von der älter gewordenen Alice einen Reiz für sich und die eine große Gemeinsamkeit haben, dass beide den Versuch unternommen, Carolls Saga weiterzuführen und dies auf zwei sehr originelle und künstlerische Weise geschafft haben.

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     Posted by at 16:44
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