Mai 302014
 

Es scheint so, als wäre das Vodzup Team irgendwie auf Capcoms erfolgreichstem Franchise hängen geblieben. Aber das ist auch gut so! Wir bleiben eben dem Gründer des Survival Horror treu.
Und deswegen geht es am heutigen Horror Friday gleich weiter mit einem Teil der Reihe: „Resident Evil Zero“.
Zunächst nur für die Gamecube erschienen und etliche Jahre später für die Wii neu aufgesetzt, gehört „Resident Evil Zero“ eher zu den exklusiveren Titeln. Fans hat die zeitweise intensive Zusammenarbeit von Nintendo und Capcom gefreut, der Rest der Gamingwelt, der ohne entsprechende Nintendo-Konsolen leer ausging, dachte sich „ach, das Spiel brauch ich eh nicht.“
Das Horror-Friday Team sagt aber: doch, braucht ihr eben schon! Warum? Sagt euch der folgende Artikel.

da ist die gestrige Party wohl etwas ausgeartet…

Die meisten von euch können sich sicher an die Anfänge von Resident Evil erinnern, in denen Jill Valentine oder ihr männliches Gegenstück Chris Redfield durch das berühmte Herrenhaus gestreift sind und für bestens ausgebildete Agenten eher unbeholfen mit dessen Tücken und Gefahren zurechtgekommen sind. Aber vielleicht wissen nicht alle von euch, dass die beiden nicht die Ersten waren, die in einem Anwesen voll mit Zombies unterwegs waren! Die gerade mal 18-Jährige Rebecca Chambers und ihr Team von S.T.A.R.-Agenten waren nämlich schon vorher in die Ereignisse mit Zombies und Monstern verwickelt, und das ganze in einem (aber nicht demselben!) unheimlichen Herrenhaus.
Dabei wollten sie eigentlich „nur“ Mordaufklärung im örtlichen Racoon Forest betreiben. Auf dem Weg dorthin stürzt ihr Hubschrauber ab und Rebecca und ihre Kollegen sind auf sich allein gestellt. Und weil es immer schlimmer kommen kann, stößt das Team auch noch auf einen demolierten Gefangenen-transporter mit vielen Leichen und einem fehlenden Gefangenen.
Aber wenn jemand von allen am meisten Pech hat, dann ist es Rebecca. Sie trennt sich nach dem Fund von ihrem Team und geht alleine auf Erkundungstour. Zunächst hat sie auch Erfolg. In einem nahe liegenden Zug findet sie den fehlenden Gefangenen: es ist Billy Coen, ein Ex-Soldat, der des mehrfachen Mordes verdächtigt wird. Aber gerade als Rebecca mit Billy zurück zu ihrem Team stoßen will, fährt der olle Zug einfach so los. Das wäre an sich eine gar nicht so schlimme Situation, wenn der Zug nicht nur so von wandelnden Leichen und sonstigen Monstern wimmeln würde! Notgedrungen muss sich unsere junge Agentin also auf den zwielichtigen Billy einlassen und gemeinsam mit ihm um ihr Überleben Kämpfen. Und ganz nebenbei kommen sie dem T-Virus, dem Ursprung allen Übels, auf die Spur.
Kleiner Spoiler: neben dem erwähnten Zwilling des Herrenhauses haben einige Orte aus „Resident Evil 2“ einen erneuten Auftritt im Laufe des Spiels.

sieht dem Herrenhaus sehr ähnlich, oder?

So viel zur Story. Spieletechnisch gibt es aber auch noch ein paar Details zu erwähnen.
Zunächst verzichtet „Resident Evil Zero“ auf die bekannten Aufbewahrungskisten, die überall im Spiel verteilt sind und in denen der Spieler seinen nicht gebrauchten Kram aufgewahren kann. Stattdessen können Rebecca und Billy ihr Zeug einfach auf dem Boden liegen lassen, wo es dann bis in alle Ewigkeit liegen bleibt, falls der Spieler keine Lust darauf hat, bei Bedarf den ganzen Weg zurückzulegen und es wieder aufzuheben. Dieses System ist definitiv Geschmackssache, dass es für spätere Teile aber nicht beibehalten wurde, spricht irgendwie auch Bände.
Und dann wäre da das durchaus nette, aber leider nicht ganz ausgeschöpfte „Buddy Prinzip“. Der Spieler kann, beziehungsweise muss, im gesamten Verlauf des Spiels zwischen Rebecca und Billy wechseln und deren unterschiedliche Fähigkeiten und Gegenstände nutzen, um voranzukommen. Funktioniert meist gut und sorgt für Abwechslung, manchmal aber auch für unnötig langwierige Spielpassagen und ein wenig Frust. Wer hat denn auch Bock, eine Viertelstunde lang Gegenstände über einen Kleingüteraufzug zwischen den Beiden hin und herzuschicken, und dann immer nur einen Gegenstand pro Fahrt?

neben Zombies gibt es unter anderem überdimensionale Krustentiere

Und das Fazit? Die Story ist abwechslungsreich und spannend, die Zombies richtig schön lästig und Angst einjagend, die Endgegner widerlich, die Figuren stimmig und überhaupt wird alles den Resident-Evil-Standarts gerecht. Man kann sich durchaus dabei erwischen, wie ein Hauch von Gemütlichkeit und das absurde Gefühl von Heimat aufkommt, wenn Rebecca durch den verlassenen Zug mit trommelndem Regen an den Fensterscheiben oder durch das Herrenhaus oder weiteren Umgebungen herum stackst und Erinnerungen an andere Teile der Serie aufkommen.
Der einzige Kritikpunkt wäre eben der fehlende Coop-Modus. Verschenktes Potential, das sich bei dem Buddy-System angeboten hätte. Da müssen sich die Nerds eben alleine mit dem Spiel begnügen. Ach, ihr werdet es überleben!

Übrigens, die Story rund um Rebecca und Billy gibt es auch in gedruckter Form. „Resident Evil – Geburt des Bösen“ heißt das Buch, und es erzählt nicht nur die Geschichte unserer Heldin aus „Resident Evil Zero“, sondern gleich auch die chronologisch folgenden Ereignisse von Jill Valentine und Chris Redfield! Es lohnt sich also gleich doppelt. Aber Vorsicht, der Band ist ganz schön dick. Wenn ihr Gaming-nerds also lieber vor der Glotze aktiv Geschichte schreibt und sie nicht so gern lest, dann seid ihr mit dem Spiel bestens bedient.

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