Apr 302015
 

Wer jetzt einen Simulator auf dem Bauernhof erwartet, liegt hier komplett falsch. Es handelt sich auch nicht um Guacamole, der Avocado-Creme aus der mexikanischen Küche, kommt allerdings schon etwas näher dran. Doch was nun Guacamelee wirklich ist, erfahrt ihr hier in diesem Review:

 

Siesta an der mexikanischen Sonne
Es ist ein ruhiger, sonniger Tag im mexikanischen Dorf Pueblucho. Der Dia de los Muertos (Tag der Toten) steht an und unser Held Juan, ein Agavenbauer, bereitet sich auf seinen Tag vor, doch plötzlich ist es mit der Ruhe zu Ende: Ein Skelett mit dem Namen „Carlos Calaca“ ist zurück in der Welt der Lebenden und entführt die Tochter des Bürgermeisters. Zudem brennt er das Rathaus des Dorfs noch nieder. Mithilfe eines Rituals möchte Calaca die Welt der Lebenden und der Toten vereinen und braucht dafür natürlich die Tochter, in die Juan sich verguckt hat.

Wir starten in der Haut Juans und machen uns auf den Weg zu Calaca. Doch er ist zu mächtig und schickt uns umgehend ins Reich der Toten. Doch damit ist das Spiel noch lange nicht vorbei. In der Unterwelt finden wir eine Luchador-Maske (Luchadoren sind mexikanische Wrestler) und Juan bekommt dadurch ein fetziges Outfit verpasst. Zusammen mit einer verbündeten Wrestlerin, Tostada, aus dem Totenreich, die ein zweiter Spieler im Koop spielen kann, macht man sich auf den Weg durch das Totenreich und das Reich der Lebenden, um seine Traumfrau wieder aus den Fängen des Knochenmanns zu befreien.

Zwischen Piñatas und Pyramiden

Insgesamt erinnert Guacamelee an die Klassiker Metroid und Castlevania, bei denen man sich auch durch Jump’n’Run bzw. Platformer-Passagen und diversen Power-Ups durch die knallbunten 2D-Level schlagen muss. Dabei erlernt man einige typische Wrestling-Moves durch einen gewöhnungsbedürftigen Meister: Einer Ziege. Im Laufe des Spiels erlernt man neben den Wrestlingkampftechniken auch andere Fähigkeiten, um die teils kniffligen Rätsel zu lösen. An diversen Checkpoints darf man sich für Punkte aufrüsten: Mehr Leben, bessere Kombos und so weiter. Außerdem gibt es versteckte Passagen, wo man Leben- und Ausdauer-Upgrades finden kann. In der Welt gibt es auch Nebenquests, die man erfüllen kann, um eine kleine Belohnung zu erhalten.

Man merkt allerdings ziemlich schnell, dass man, je weiter man im Spiel fortgeschritten ist, der Schwierigkeitsgrad bei den Gegnern auch anzieht. So gehen am Anfang die Gegner durch stupides Tastenhämmern schnell K.O., doch gegen Ende hin muss man sich neue Taktiken überlegen. Seine spielerischen Fähigkeiten kann man außerdem noch durch Herausforderungen und Arenen verbessern. Zudem tauchen manche Plattformen und Gegner nur in einer der beiden Welten auf, weswegen ein Weltenwechsel oftmals gebraucht wird. Im Koop-Modus fällt dabei noch auf, dass diverse Sprung-Passagen um einiges schwerer werden.

Grafisch gesehen kann man Guacamelee jedem ans Herz legen, der auf schöne 2D-Texturen steht. Die Hintergründe sehen schön aus und bieten das ein oder andere Easter-Egg für jeden Gamer. Über das generelle Design lässt sich streiten – nicht jeder mag das kantige Charakter- und Hintergrunddesign. Durch passende Musik und Sounds kommt das Gefühl einer mexikanischen Welt ziemlich nahe. Viele Stereotypen werden mit aufgenommen, so findet man den Hahnenkampf, Mariachi-Bands, typische mexikanische Pyramiden, Piñatas und vieles mehr. Die Ladezeiten halten sich kurz und Bugs und Ruckler tauchen selten bis nie auf.

Ein Metroidvania, das sich nicht verstecken braucht

Für mich war Guacamelee ein tolles Spiel, das man zwischen kleinen Pausen oder an einem Wochenende durchspielen kann. Content gibt es für circa sechs bis sieben Stunden, wenn man alleine spielt, im Koop dauert die ein oder andere Passage länger, bekommt dafür aber auch die Gegner schneller K.O. geschlagen. Wenn man allerdings den Bogen irgendwann raus hat, verliert Guacamelee leider an Biss, da es trotz steigernden Schwierigkeitsgrades immer noch relativ einfach ist. Das Herausforderungs- und Arenensystem bleibt aber trotzdem relativ schwer.

Pro:
+ Toller Humor
+ Gutes Sounddesign
+ schönes Charakterdesign
+ Einfach zu lernen
+ Koop-Modus jederzeit verfügbar
+ Auf mehreren Plattformen verfügbar

Contra:
– Relativ schnell durchspielbar
– Grafikstil ist nicht für jeden
– Hauptstory zu einfach

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