Mai 122016
 

Videospiele auf die große Leinwand!

 

Wer sich öfters mit kommenden Filmwerken beschäftigt, dem müsste schon aufgefallen sein, dass in den kommenden Jahren überdurchschnittlich viele Filme veröffentlicht werden, die auf Videospielen basieren. Ja wer hätte es gedacht, die Filmindustrie ist, nach Jahren nun endgültig, auf den Zug gesprungen Videospiele auf die große Leinwand zu bringen. Da man auf beiden Seiten, sei es Videospiel- oder Filmindustrie, nicht immer überzeugt von der erfolgreichen Kooperation bzw. von den Möglichkeiten der Umsetzung gewesen ist, wurden in den letzten Jahrzehnten Videospielfilme nicht bevorzugt produziert.

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Trotz allem werden, in den nächsten Jahren, uns Kassenschlager wie „Assassin´s Creed“(21. Dezember 2016, unter anderem mit Michael Fassbender) und „World of Warcraft“( 25. Mai 2016, unter anderem mit Travis Fimmel [Vikings]) im Kino präsentiert werden und ich denke so einige Gamer-Herzen werden bei dieser Neuigkeit höher schlagen. Doch stellt sich dann nicht die Frage, kann sowas denn überhaupt gut gehen?

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Videospielfilme in der Vergangenheit

Natürlich werden sich einige von euch denken: „Wovon spricht der da? Filme über Videospiele gibt es doch schon seit Jahrzehnten“. Seit den 90er Jahren wurden immer wieder Filmadaptionen von Videospielen geplant und (aber nur zum Teil[!]) verfilmt. Ich denke jeder kennt die Resident Evil-Filme, die in dieser Kategorie wahrscheinlich die erfolgreichsten ihrer Art waren. Aber es gibt Filme, die nicht mit ihrer Beliebtheit an ihre Videospiel-Vorbilder anknüpfen konnten. Wie zum Beispiel „Super Mario Bros.“. Dieser Film wurde im Jahr 1993 produziert und kann wirklich nicht mit hoher Kunst glänzen. Nicht mal ansatzweise konnte er die Atmosphäre und die Story des berühmtesten Jump´n´Run der Videospielgeschichte einfangen. Was aber zugegebenermaßen wirklich schwer sein muss. Wie will man auch ein Jump`n´Run ordentlich verfilmen?! Ein weiteres Beispiel für schlechte Videospielverfilmungen ist der Film „Pixels“. Die, zum Teil, kreative Idee mehrere Videospiele in einem Film einzubauen, ist bei Kritikern nicht gut angekommen. Dabei wurden die Spiele „Pac-Man“, „Donkey Kong“ und auch „Space Invaders“ durch die heutige Technik zwar gut in Szene gesetzt aber im Großem und Ganzem konnte der Film nicht überzeugen. Daher stellt sich mir die Frage, weshalb weiterhin auf Videospieladaptionen bauen?

 

Videospiele als Filme? Kann das überhaupt gehen?!

In letzter Zeit ist nun auch Nintendo mehrfach im Gespräch für die Film- und Serienproduktion ihrer eigenen Videospiele. Der große Videospielkonzern hatte sich in den letzten Jahrzehnten, was Filme angeht, zurückgehalten. Lediglich die oben genannten Filme wie „Super Mario Bros.“ und „Pixels“ durften mit den hauseigenen Charakteren trumpfen. Erst März diesen Jahres wurde leider eine „Legend-of-Zelda“-Serie für Netflix gecancelt, dennoch sollen andere Filmwerke folgen. Aber warum auf einmal diese Welle an Videospielverfilmungen? In einem Interview äußerte sich Shigeru Miyamoto wie folgt:

„Wir haben im Laufe der Jahre mehrere Leute gehabt, die zu uns gekommen sind und gesagt haben: Warum machen wir nicht einen Film zusammen? Oder: Wir machen einen Film und ihr macht ein Spiel und wir werden sie zur gleichen Zeit veröffentlichen. Weil Spiele und Kino ähnliche Medien sind, ist die natürliche Erwartung der Leute, dass sie unsere Spiele nehmen und sie fürs Kino umwandeln. Aber ich habe immer gesagt, dass Videospiele ein interaktives Medium sind und Kino ein passives. Das bedeutet, dass die zwei ziemlich verschieden sind. Aber da wir in die Zukunft schauen und überlegen, was die Rolle von Nintendo in einer Unterhaltungsgesellschaft ist, fangen wir an, darüber nachzudenken, wie wir Kino einfügen können und wie wir das Kino der Zukunft mitgestalten.“ (Quelle: gamespilot.de)

 

Kino passiv – Videospiele interaktiv

Wie Shigeru Miyamoto schon sagte ist der große Unterschied dieser zwei Medientypen, die Interaktion des „Zuschauers“ mit dem Medium. Denn bei der Rezeption eines Videospiels ist man ein aktiver Part und bei einem Film eben nicht. Gerade dieser Punkt ist so kritisch, wenn man bedenkt, dass Videospiele verfilmt werden sollen. Ist es überhaupt möglich diesen Kritikpunkt zu umgehen, vielleicht ihn sogar zu eliminieren? Ich denke genau das ist eben, was so viele Gamer, wie mich zum Beispiel, die Stirn runzeln lässt. Kann ein Film überhaupt das Feeling einfangen, was man erfährt, wenn man zum ersten Mal bei Assassin´s Creed von einer Kirchturmspitze in einen Heuhaufen springt oder einen Meuchelmord erfolgreich vollzogen hat, ohne von den Wachen erwischt zu werden? Würde ich das gleiche Gefühl haben wenn Michael Fassbender dieselbe Aktion auf der großen Leinwand durchführt? Kann ein Film das gigantische Warcraft-Universum, mit seinen ach so üppigen und unzähligen Haupt- und Nebengeschichten, darstellen, ohne dass es abgehackt wirkt? Kann ein Film besser sein als sein Videospiel-Vorbild? Meiner Meinung nach nicht! Ich denke ich spreche für viele Gamer dieser Welt, dass es schier unmöglich sein wird, dass ein Film das Medium Videospiel, mit seiner Komplexität, übertrifft. Denn ist es nicht so, dass gerade durch die neueste Technik in Sachen Games, Videospiele zu einem „spielbaren Film“ geworden sind? Es gibt mehrere Spiele auf dem Markt, die durch Grafik und Zwischensequenzen, an wirkliche Filmproduktionen erinnern. Daher kann man eventuell, durch diese Argumentation, von einer kontraproduktiven Entwicklung dieser Videospiel-Franchises für die Leinwand sprechen.

 

Fazit

Aber man sollte einen sehr wichtigen Punkt nicht vernachlässigen bei der ganzen Diskussion über Videospieladaptionen: Die Fans der Videospiele werden den Film sowieso anschauen. Ich glaube genau das ist der springende Punkt für die Filmindustrie Videospiel-Giganten zu verfilmen: Der dadurch resultierende Profit, der durch die Spieler dieser Games entsteht. Denn wenn ich mal ehrlich bin, werde ich mir den Film anschauen, allein schon aus dem Grund, dass ich wissen will, wie die Produktionsfirma dieser Filme die Videospiele für die Leinwand umgesetzt hat. Die Neugier ist da meine große Schwäche und ich denke da wird es noch so einigen Leuten gehen. Allein die Tatsache, dass es eben eine Adaption eines dieser grandiosen Games gibt, wird mich dazu verleiten die Filme anzuschauen. Und genau das, liebe Leser und Leserinnen, ist das worauf die Produktionsfirmen abzielen. Ein garantierter Profit, völlig egal ob der Film gut wird oder nicht. Daher sollten wir gespannt sein, welche Spielegiganten es ebenso auf die Leinwand schaffen, ja vielleicht sogar eigene Serien bei Streamingportalen ergattern. Ist es denn nicht so, dass wir uns insgeheim eben diese Entwicklung gewünscht haben? Dass unser Lieblingsspiel in seiner, uns fesselnden, Geschichte als Film oder Serie, für uns, reproduziert wird? So oder so können wir nur abwarten, was die Zukunft bringt.

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