Aug 292013
 

Wie bereits bekannt, war ich exklusiv für Vodzup Games auf der diesjährigen Gamescom auf Spielejagd. Keine noch so lange Schlange hielt mich vom Anstehen und anschließendem Anzocken an. Durch einen kleinen Trick gelang es mir sogar, die Demo von „Castlevania: Lords of Shadow 2“ trotz einem überfüllten Messestand anzuspielen. (Microsoft Ü18-Bereich war das Zauberwort).


Für alle Castlevania-noobs, hier eine kleine Einordnung: die Videospielreihe wird von Konami entwickelt und es gibt sie schon seit stolzen 26 Jahren auf dem Markt. Das erste Mal für die NES erschienen, zählen inzwischen über 15 Auskopplungen zu der Reihe (ja, ich weis die genaue Anzahl nicht. Deswegen lege ich mich hier auf keine Zahl fest. Steinigt mich.)
„Lords of Shadow 2“ ist nun die Fortsetzung von dem 2010 erschienenen „Lords of Shadow“ und zum Allerersten Mal schlüpft der Spieler in die Rolle des Bösewichts. Denn bisher hieß es jedes Mal: „Ich bin der gute Vampirjäger, stirb Dracula! Tod dem Bösen, Halleluja und Amen“, oder so ähnlich.
Jedenfalls dürfen sich alle Vampirfans unter uns darauf freuen, diesmal den bösen Buben spielen zu dürfen. Dracula höchstpersönlich ist hier spielbar, mit dem schicken Namen Gabriel Belmont.

hat den sexy Blick drauf: Gabriel Belmont, Antagonist

Und Gabriel hat richtig was auf dem Kasten. In den 10 Minuten Demo-Spielzeit geht es von Anfang an fast ausschließlich darum, in ordentlicher God of War-Manier alles, was nach Gegner aussieht, mit einem ansehnlichen Arsenal an Fantasy-Waffen zu verprügeln. Von einem fetten Schwert über flammende Ketten (die sogenannte „Schattenpeitsche“) bis zu angeschwollenen, glühenden Fäusten ist alles dabei. Eine aufladbare Komboleiste motiviert dabei noch zusätzlich, die Waffen kreativ und taktisch zum Einsatz zu bringen. Und da man ja Vampir ist, kann man sich auch hin und wieder dazu entscheiden, die halbtoten Gegner auszusaugen.

Aber auch Kletter- und Hüpfpassagen sind dabei! Nachdem Gabriel eine Horde Ritter erledigt hat, die in sein (übrigens sehr hübsch düster designtes) Schloss eingedrungen sind, hüpft und klettert er sich zunächst den Weg ins Freie. Draußen angekommen wartet der nächste Gegner: ein Flügelmann in golden schimmernder Rüstung. Deutlicher geht die Abgrenzung von gut und Böse kaum noch. Und die ganzen „Gott ist auf meiner Seite, du Monster“-Sprüche, da fühlt man sich wirklich wie ein absoluter Bad Boy.
Aber wegen Sprüche klopfen ist keiner der Anwesenden gekommen, also weiter im Text. Gabriel bekommt es neben dem Glitzer-Engel auch noch mit einem turmhohen Holz-Roboter zu tun, auf dessen Kurven er nach ganz oben klettern und ihn von dort aus erledigen muss. Ein typischer, aber unterhaltsamer Boss-Kampf.

ein Traum für Hobby-Kletterer

Zu den Neuerungen gegenüber dem Vorgänger gehören übrigens eine komplett frei drehbare Kamera, das Kombo-System und eine größere, freier begehbare Spielwelt. Die Geschichte soll sich zu 60% außerhalb der Dracula-Residenz abspielen und deutlich länger als die des Vorgängers andauern.

Fazit:
„Castlevania: Lords of Shadow 2“ ist für jeden da draußen empfehlenswert, der darauf steht, in Videospielen ordentlich auszuteilen und sich von ein paar kniffligen Stellen nicht entmutigen lässt. Ich, selbst großer God of War-Fan, war begeistert. Schon die Demo hatte zwar ihre schwierigen Passagen (besonders in den gemeinen Klettepartien mit drehenden Zahnrädern und attackierenden fliegenden Gegnern), jedoch schafft es das Spiel, den Spieler lang genug zu fesseln und zu motivieren, bis man nach dem 10. Tod endlich das Dach erreicht hat und sich denkt: „puh, das war ein Zwischenspeicherstand, jetzt hab ich nix zu verlieren“. Auch die Kämpfe erfordern ein bisschen Köpfchen, also Button mashing is‘ nicht. Meistens zumindest nicht. Die Steuerung ist jedoch einfach und schnell gelernt, und wenn man es erstmal drauf hat, als Dracula himself Zerstörung zu verbreiten, macht Castlevania echt Laune. Daumen hoch!
Bis Februar 2014 müssen sich alle PC-, Xbox 360- und PlayStation 3-Besitzer leider noch gedulden.
Trailer gefällig? Bitteschön und Bitteschön.

Aug 272013
 

 

Weiter geht’s mit einer äußerst akkuraten Berichterstattung über die frisch absolvierte Gamescom, der größten Spielemesse der Welt. Dieses Mal: Wolfenstein!
Gerade frisch gefüttert mit Eindrücken von Bethesdas „The Evil within“, ging es keine 10 Meter weiter mit Schlange stehen. Und die Freude war groß: es wartete eine spielbare Demo! Also ran an die (Xbox) Controller und los gespielt.

Ein Originalbild von der Messe. Schocker oder Lustig?

Vorneweg eine Erklärung zu der Geschichte: der Protagonist der Vorgänger von „Wolfenstein: The New Order“, B. J. Blaskowitz, fiel während des Zweiten Weltkriegs in einen Tiefschlaf, wacht 14 Jahre später auf und macht sich nun daran, die Scherben vom Krieg wegzukehren. Und die ersten Scherben stellt ein verrückt gewordener (Nazi-)General namens Deathshead (seriously?) dar. Der residiert in einem (Nazi-)Komplex, das es in der Demo zu stürmen gilt. Chronologisch sind die spielbaren Ereignisse im ersten Dritteln des fertigen Spiels angesiedelt.

Der Spieler beginnt in einer zerbombten Unterführung, die wohl ursprünglich das Unter- oder Erdgeschoss des Gebäudes war und danach ganz übel zugerichtet wurde. Über Funk erhält er den Befehl, loszupreschen (na, was denn sonst)? Nach ein paar verwirrten Soldaten, die man entweder im Hinterhalt oder durch schlichtes Erschießen erledigt hat, wartet in der Eingangshalle ein Roboter. Ein geschätzt 4 Meter großer Roboter, ausgestattet mit Miniguns, Laserkanonen, und und und. Und nicht nur einer, hinter der nächsten Tür wartet neben reichlich Kanonenfutter (oder auch: Nazis) noch ein Exemplar.
Die folgenden Minuten bestanden also ganz Shootergerecht aus weglaufen, Munition sammeln, Deckung suchen, alles erschießen was sich bewegt, alles looten was sich nicht mehr bewegt, und weiter in das Gebäude vorzudringen.
Obwohl ich weder für Xbox-Controller, noch in intensiven Ballerspielen DER Profi bin, ging mir die Steuerung, sowie die Orientierung gut von der Hand. Meine persönliche Spielzeit gipfelte mit der Ankunft in Deathseads Labor. Danach waren die 10 kurzen Minuten leider um.

Keine Neuheit, aber immer wieder nett anzuschauen: Roboter mit viel Zubehör

Aber um meiner journalistischen Pflicht nachzugehen, hier die restliche Geschichte der Demo:
B.J. Stürmt mit Begleitung das Experimentenzimmer des Nazi-Generals und muss mit Entsetzen feststellen, dass die Roboter, die man selbst zuvor bekämpft hat, zu einem großen Teil aus „Mensch“ bestehen. Deathshead findet es scheinbar sehr produktiv, menschlichte Körperteile weiter zu verarbeiten.
Nachdem er sich zwischen zwei Kameraden wählen musste, flieht B.J. und wird am Kopf verletzt. Eine sehr lange Zeit später wacht er in einem polnischen Krankenhaus auf. (Der Typ ist aber auch nur am Schlafen!) Gerade als die Nazis wieder auftauchen und damit anfangen, die Insassen des Hospizes zu erschießen, ist B.J. wieder auf den Beinen und schafft es, dem Tötungskommando zu entfliehen. Auf B.J.’s weiteren Kriegszug gegen die Nazi-Roboter muss man sich nun bis zum Release gedulden.

Fazit:

Obwohl es ein großer Vorteil und ein nettes Extra war, dass man bei Wolfenstein selbst „ran durfte“ und nicht wie bei „The Evil Within“ passiv mit Bildern gefüttert wurde, hat die Demo doch recht wenig Information zur Story geliefert. Erst im Nachhinein hatte ich über das liebe Internet die Möglichkeit, mir auch die erzählerische Lücke zu schließen. Aber schließlich ist man während spielbaren Passagen von Shootern auch nicht besonders aufnahmefähig und drückt gern die eine oder andere Dialog-Zeile weg. Bethesda sei also verziehen.
Spieltechnisch hat Wolfenstein alles, was ein Shooter haben sollte: gute Grafik, nicht allzu dumme, aber auch nicht allzu schlaue Gegner, genügend Munition entsprechend des Schwierigkeitsgrades, eine dynamische Umgebung und ansprechendes Design. Der spielbare Part hat wirklich Spaß gemacht, und dieser Spielspaß ist dementsprechend auch vom fertigen Spiel zu erwarten. Wer also auf Action steht und (wie ich) ein wenig angeödet von all den „normalen“ Shootern (ihr wisst schon, die ohne verrückte Nazis, mit langweiligen Chinesen, Koreanern oder Russen) ist, kann sich auf nächstes Jahr freuen. Hier könnt ihr euch den Trailer ansehen.

 

Jul 022013
 

So ordentlich in Reih‘ und Glied geht es nie lange zu.

Es ist wie in der Musik. Die Genres nutzen sich immer mehr ab, alles schon einmal da gewesen. Was tut man also? Man versucht sich an einem neuen Genremix! Ein weiterer, zugegeben sehr abgefahrener Vertreter wird gerade von RuneStorm zusammengeschustert und hört auf den Namen „Rooks Keep“. Das Spiel basiert auf dem Unreal Entwickler Kit und präsentiert sich hauptsächlich wie ein Unreal Tournament mit Schwertern.
Weil das alleine ja nicht innovativ wäre, packt man noch Schachmodi dazu, damit dem vielleicht ältesten Schlachtenspiel der Welt auch mal der brutale Anstrich verpasst wird, den Holzfigürchen nicht rüberbringen können. Und hier wurde nicht Farbe sparend gestrichen, sondern wie bei moderner Kunst auf die Leinwand geschüttet!  Eine Demo zum Ausprobieren steht schon bereit. Da lässt sich jemand von einer jüngst veröffentlichten Studie, Demos würden der Verkaufszahl von Spielen schaden, nicht erschrecken. Daumen hoch!

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